Technik

Rolls-Royce: Ein Schwarm von Mini-Robotern kriecht ins Triebwerk

von Marten Zabel

In der Werkstatt der Zukunft arbeiten Insekten-Roboter: Ein Schwarm aus Mini-Robotern soll Mechaniker bei der Reparatur unzugänglicher Stellen unterstützen.

Auf einer Handfläche liegt einer der Insekten-Roboter von Rolls-Royce.
Die Lösung liegt auf der Hand: Solche kleinen Insekten-Roboter sollen künftig als Mechaniker arbeiten. Foto: Rolls Royce

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie Flugzeuge und Autos künftig von Schwärmen von Mini-Robotern gewartet und repariert werden könnten
  • Warum der Triebwerkshersteller Rolls-Royce an Insekten-Robotern im Kakerlaken-Format arbeitet
  • Welche Vorteile die neue Technik den Mechanikern bei der Arbeit an Rolls-Royce-Triebwerken bietet

Der Technologiekonzern Rolls-Royce, der unter anderem Zulieferer für die Luftfahrtbranche ist, arbeitet an Robotern von der Größe einer Kakerlake. Diese sollen als Schwarm in Maschinenteile eindringen und dort Mechaniker ersetzen oder zumindest ergänzen. Unterschiedliche Varianten sollen dabei verschiedene Spezialbereiche und -Fähigkeiten bekommen, um effektiv arbeiten zu können.

Der Gedanke hinter der neuen Technik von Rolls-Royce ist einfach: Wenn bei der Wartung eines Flugzeugs Teile im Inneren des Triebwerks überprüft werden müssen, dann bedarf es einer Zerlegung der gesamten Maschinerie.

Nur so können Mechaniker ihre Augen, Hände und Werkzeuge ins Innere bekommen. Kleine Roboter könnten das ändern: Sie sollen in enge Zwischenräume krabbeln, wie es Insekten bereits tun. Das ermöglicht nicht nur Diagnosen aus der Ferne, sondern auch gleich Reparaturmaßnahmen.

Insekten-Roboter kommen überall hin

Die Roboter-Insekten sollen als Mechaniker kleine Spezialisten werden, bei denen im Prinzip jeder einen Handgriff eines Mechanikers im Inneren des Triebwerks oder anderen Bauteils ersetzt: Einer könnte etwa in die Brennkammer krabbeln, um Gefahren zu lokalisieren und Fremdkörper zu entfernen.

Ein weiterer könnte dann nachkommen und Reparaturen durchführen. Dafür könnte er mit der entsprechenden Technologie auch bei Bedarf direkt vor dem Einsatz noch angepasst und mit dem entsprechenden Werkzeug ausgestattet werden, hoffen die Entwickler.

Wie in einem Konzeptvideo von Rolls-Royce zu sehen, sollen die kleinen Roboter durch einen Endoskopschlauch an ihren Einsatzort krabbeln. Für den Weg nach draußen haben die Ingenieure eine einfache Lösung: Das Triebwerk könnte sie einfach hinauspusten, wenn sie mit der Arbeit fertig sind.

Mini-Roboter müssen noch kleiner werden

Die ersten Prototypen der Roboter sind nach acht Jahren der Entwicklung jetzt fertig, allerdings noch lange nicht am Ziel: Noch sind sie nicht mobil genug, zu groß, und es fehlen auch Werkzeuge und Sensoren.

Im nächsten Schritt wollen die Entwickler Kameras anbringen und die Maschinen auf 15 Millimeter Größe herunter skalieren. Klappt alles, sollen die krabbelnden Mikro-Mechaniker schon in wenigen Jahren einsatzbereit sein.

Wenn wir das konventionell machen würden, bräuchten wir fünf Stunden; mit diesen kleinen Robotern, wer weiß, dauert es vielleicht fünf Minuten.

James Kell, Technologiespezialist, Rolls-Royce

Die Kakerlakenform ist nicht die einzige Möglichkeit, wie Rolls-Royce seine Mikroroboter-Mechaniker aufbauen will. Eine Alternative ist schlangenförmig und würde sich wie ein Endoskop in das Triebwerk winden.

Schwärme von Mini-Robotern auch aus Israel

Ähnliche Bauweisen für Roboter hat bereits in einem größeren Maßstab die israelische Armee entwickelt. Die Sache hätte den Vorteil, dass der Roboter mehr Masse und Volumen und somit mehr Platz für Dinge wie Werkzeuge und Akkus hätte.

Lesen Sie auch

Ladestation

aio-Empfehlung

Unter Strom! Mobilität wird elektrisch

Wer schon einmal gesehen hat, wie Ameisen oder Termiten ihr Nest aufbauen, kann sich vermutlich vorstellen, wie effektiv ein Schwarm hochentwickelter kleiner Roboter agieren könnte.

Vielleicht ist auch die Autowerkstatt der Zukunft nur noch ein Ort, bei dem ein Mechaniker eine Handvoll Roboter auf das Fahrzeug setzt, die sich dann ans Werk machen.

Updates

Bleiben Sie zum Thema Technik immer informiert.

Auch interessant

Diese Website verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie dem zu. Um mehr über die von uns verwendeten Cookies zu erfahren und wie man sie deaktiviert, können Sie unsere Cookie-Richtlinie aufrufen.

Schließen