Elektromobilität

Roller-Hersteller stellt Standard für Wechselakkus vor

von
Carola Franzke

Kymco bietet für seine Elektroroller Komplettlösungen für Flottenmanagement, Ladestationen und Wechselakkus – und öffnet die Plattform auch für andere.

Roller und Motorräder auf einem Parkplatz.
Ein System für alle Roller? Kymco will mit Ionex einen neuen Standard für Akkus in elektrischen Modellen schaffen. Foto: Shutterstock / LP2 Studio

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie der Wechselakku den Roller revolutionieren soll
  • Warum auf der Pariser Motorshow von der taiwanesischen Marke nicht nur Elektroroller zu sehen waren
  • Wie die Wechselakkus auch anderen Herstellern helfen sollen

Auf der Pariser Motorshow im Oktober 2018 zeigte der Roller-Riese Kymco mehr als nur neue Zweiräder. Mit „Ionex Commercial“ steht bald eine Komplettlösung für das Flottenmanagement der Fahrzeuge für kommerzielle Anwender zur Verfügung. Sie umfasst Ladestationen, Wechselakkus, Apps und eine Managementsoftware.

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Fast nebenbei setzte Kymco damit einen neuen Standard, denn Ionex Commercial soll auch für andere Hersteller offen sein.

Kymco und 22Motors: Elektroroller für Indien

Der erste Hersteller, der sich an dem System beteiligt, ist 22Motors. Das Unternehmen kommt aus Indien, einer Roller-Hochburg. Indische Straßen sind chronisch verstopft und schwer mit Abgasen belastet, daher kommen Elektrofahrzeuge dort besonders gut an.

22Motors bietet seinen Elektroroller „The Flow“ für rund 1000 Euro an – in Zukunft mit den Ionex-Wechselakkus, wie 22Motors und Kymco in einer gemeinsamen Presseerklärung ankündigten.

22Motors will die neue Version von The Flow mit zwei Wechselakkus und einem Ladegerät für zu Hause verkaufen, darüber hinaus soll es öffentliche Schnellladestationen geben. Für Indien ist ein Tauschsystem, wie es beispielsweise in Taiwan Gogoro für seine Roller anbietet, aber bisher nicht geplant.

Da die Ionex Commercial-Plattform diese Möglichkeit unterstützt, ist aber damit zu rechnen, dass ein Tausch- oder Pfandsystem für den Ionex-Standard noch kommt. Kymco plant sicherlich mit weiteren Herstellern über Kooperationen zu verhandeln, um die Verbreitung des Standards zu unterstützen.

Ionex-Wechselstation von Kymco.
Absteigen, Akku wechseln und weiterfahren: Mit dem Ionex-System von Kymco soll das künftig kein Problem sein. Foto: Kymco

Kymco Ionex: Grüne Verkehrsrevolution

Hinter der Initiative von Kymco stehen natürlich kommerzielle Interessen, denn eine Verbreitung der Wechselakkus und entsprechender Stationen macht Elektroroller noch alltagstauglicher. Das kommt auch den Absatzzahlen des Unternehmens zugute – aber eben auch der Umwelt.

Allen Ko, Vorstandsvorsitzender von Kymco: „Anders als bei privater Nutzung wird über die Beschaffung ganzer Flotten von Elektrorollern oft von nur wenigen Managern entschieden. Gelingt es also auch nur eine kleine Zahl von Unternehmen zu überzeugen, hat das schon Potential für einen großen Einfluss auf die Umwelt.“

Updates

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Allen Ko zielt mit Ionex Commercial und den ebenfalls in Paris vorgestellten Rollermodellen stark auf Logistikunternehmen, denn darunter ist auch ein E-Lastenroller. Unternehmen, die schon eine Flotte von konventionellen Rollern betreiben, könnten laut Ko von einem Umstieg auf die Elektroroller in mehrfacher Hinsicht profitieren.

Mit den Ladestationen in den Unternehmensstützpunkten fallen Tankstopps aus und die einfachere Mechanik von Elektrorollern spart Wartungskosten. Emissionslose Roller sind in Zeiten von Fahrverboten und Zufahrtsbeschränkungen in den Metropolen der Welt ohnehin eine gute Investition: Die grüne Revolution im Straßenverkehr rechnet sich.

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