Technik

Robotisierung in Japan: Wie aus Rollatoren Roboter werden

von
Paul Bandelin

Rollatoren erhalten Robotisierungs-Update: Japan will durch Roboter in der Pflege seine Senioren bis ins hohe Alter fit und selbstständig halten.

Eine ältere Frau ist mit ihrem Rollator auf dem Gehweg unterwegs.
Der Rollator hält mobil: In Japan soll er jetzt sogar zum Roboter werden. Foto: getty images / Westend61

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie eine robotisierte Gehhilfe ältere Menschen zu mehr und sichererer Bewegung verhelfen soll
  • Wie der Roboter der Universität Nagoya in Japan funktioniert
  • Wie Roboter als Hilfe in der Pflege zum Einsatz kommen können

Bewegung und frische Luft halten gesund und fit. Auch wenn die Menschen weltweit immer älter werden, heißt es nicht, dass sie sich auch genug bewegen. Gerade für ältere und gehandicapte Menschen sind Rollatoren ein wichtiges Hilfsmittel: Damit haben sie für längere Zeit ein selbstständiges Leben, und die Gefahr von Stürzen ist mit Rollator geringer. Ein Projekt aus Japan hat nun mit der Robotisierung dieser Geräte begonnen. Das Ziel ist es, aus den Gehhilfen ein Gesund-Erhaltungs-Instrument zu machen.

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Rollator-Robotisierung: Neuer Roboter aus Japan

Der aus Nagoya stammende Walking Assistance Robot wurde vom Mobility Innovation Center der dortigen Universität in Zusammenarbeit mit Panasonic entwickelt. Er bewegt sich auf vier Rädern voran und wird von mehreren kleinen Elektromotoren angetrieben. Damit der Nutzer unterschiedliche Einstellungen, wie etwa das Tempo vornehmen kann, haben die Entwickler ein Tablet vorgesehen. Es hilft nicht nur bei der Bedienung, sondern speichert auch Fakten wie die bereits zurückgelegte Entfernung oder die Geschwindigkeit der Senioren. Es funktioniert also gleichzeitig auch wie ein Fitnesstracker.

Der Walk-Training-Robot.
Der Walk-Training-Robot: Dank Robotisierung kann der Rollator in der Pflege noch besser unterstützen. Foto: Panasonic

Welche Idee hinter dem Walking Assistance Robot steckt, dürfte klar sein. Ältere Menschen sollen mittels der technischen Unterstützung zu mehr Bewegung animiert werden. Darüber hinaus soll ihnen die robotisierte Gehhilfe die Angst vor Stürzen nehmen. Äußerlich gibt es – um die Senioren nicht abzuschrecken und ihnen die Furcht vor der modernen Technik zu nehmen – nur geringe Unterschiede zum konventionellen Pendant. Auf dem Display des Tablets finden sich bunte und leichtverständliche Anweisungen in großen Lettern. Zudem erklärt eine freundlichen Stimme die Funktionsweise des Geräts.

Vorerst ist der Walking Assistance Robot ausschließlich für den Gebrauch innerhalb von Gebäuden konzipiert. Der Plan der Entwickler sieht daher vor, ihn zuerst an Altersheime oder Krankenhäuser zu vermieten.

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Roboter in der Pflege

Demografische Studien zeigen, dass die Menschen in Japan immer älter werden. Betrug die durchschnittliche Lebenserwartung 1960 noch 68 Jahre, sind es mittlerweile knapp 84 Jahre. Im Vergleich dazu beträgt die Lebenserwartung in den USA nur 78,69 und in China mit 76,25 noch weitere zwei Jahre weniger. Das schützt das Land aber nicht vor den gleichen Problemen, wie sie auch in Deutschland und dem Rest West- und Mitteleuropas herrschen: überfüllte Krankenhäuser und Altenheime.

Die demografische Entwicklung und eine grundsätzlich positive Einstellung zu innovativer Technik führen dazu, dass die Entwicklung von Pflegerobotern besonders in Japan auf Hochtouren läuft, aber auch andere Länder ziehen mit.

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