Technik

Roboter im Haushalt: Schnell aufräumen können sie noch nicht

von Marten Zabel

Nur Staubsaugen war gestern: Die ersten Roboter, die im Haushalt aufräumen sollen, sind da. Dafür benötigen die Maschinen vor allem eines: Jede Menge Zeit.

Auf einem Holzboden ist Lego verteilt.
Nie mehr auf das Lego der Kleinen treten: Ein Räum-Roboter soll es richten. Foto: Unsplash/Markus Spiske

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie Roboter im Haushalt künftig auch aufräumen sollen
  • Warum schnelles Aufräumen jedoch noch nicht zu ihren Stärken gehört
  • Wie die neuen Robos ihren Kollegen, den Roboter-Staubsaugern, nacheifern

Eine Firma aus Japan hat jetzt Roboter vorgestellt, die Ordnung in das kreative Chaos eines Kinderzimmers bringen können. Dafür brauchen sie allerdings eine ganze Menge Zeit. Die Firma Preferred Networks hat mit dem Human Support Robot (HSR) eine Maschine erschaffen, die sich nicht nur in einem Zimmer voller herumliegender Sachen orientiert und bewegt. Sie kann diese auch an ihren jeweils angestammten Platz bringen.

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Neben einer Plattform mit Rädern hat der Roboter dafür einen Greifarm und einen Kopf mit Kameras. Gesteuert wird das Ganze von einer künstlichen Intelligenz, die dank der Lernfähigkeit eines neuronalen Netzwerks Objekte im Raum identifizieren und dann über deren Schicksal entscheiden kann.

Schnell aufräumen sollte Mensch lieber selber

Im Demonstrationsvideo müssen zwei Roboter als Team ein unordentliches Wohnzimmer voller Spielzeuge aufräumen: Plastikspielzeuge, Bücher, Cremedosen, Schuhe, Stofftücher und sogar Müll liegen überall verstreut herum. Die beiden HSR fahren umher und sammeln die Sachen ein. Teil für Teil werden aufgehoben und dann an ihren jeweils angestammten Platz gebracht oder im Mülleimer entsorgt.

Die Roboter haben derzeit noch ziemliche Schwächen: Muss es schnell gehen, ist Mensch besser beraten, selbst Hand anzulegen. Das mittelmäßig unordentliche Zimmer schaffen zwei Roboter gemeinsam im Video in einigen Minuten – die Aufnahme ist allerdings auf 20-fache Abspielgeschwindigkeit beschleunigt.

Auch funktioniert noch nicht ganz jeder Handgriff der elektronischen Helfer. Ab und zu fällt schon einmal ein Spielzeug daneben und muss in einem weiteren Arbeitsgang eingesammelt werden. Porzellanteller sollte man der Technik also noch nicht anvertrauen.

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Staubsauger-Roboter und Roboter im Haushalt

Die geringe Geschwindigkeit dürfte Besitzern eines Staubsaugerroboters bekannt vorkommen: Diese bereits weit verbreiteten Haushaltsroboter benötigen für ein Zimmer im Regelfall auch länger als ein Mensch, der mit gleicher Gründlichkeit arbeitet. Den Vorteil, dass sie ihre Arbeit auch in Abwesenheit ihres Besitzers durchführen können, teilen sie allerdings mit den HSR.

Noch sind die Roboter von Preferred Networks nicht marktreif – eine kommerzielle Nutzung ist laut den Entwicklern aber definitiv vorgesehen. Wann es so weit ist – und gestresste Eltern während Kita- oder Schulzeit einfach eine Maschine ins Kinderzimmer schicken können – ist allerdings noch nicht klar. Bis dahin heißt es weiter: Selbst Hand anlegen, oder den Nachwuchs anhalten, in Sachen Ordnung mitzuhelfen. Und es bleibt am Ende auch die Frage: Ist so viel smarte Technik im Kinderzimmer überhaupt wünschenswert?

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