Technik

Roboter ersetzen Menschen – jetzt auch in der Rinderzucht

von Paul Bandelin

Die Rinderzucht birgt einige gefährliche Aufgaben – so etwa das Navigieren der Tiere innerhalb der Zäune. Cargill will hier Menschen durch Roboter ersetzen.

Eine Rinderherde bewegt sich durch enge Zaunreihen; im Hintergrund wartet der Robo-Cowboy.
Besonders das Treiben der Herde kann bei der Rinderzucht gefährlich sein – deshalb soll hier der Roboter den menschen ersetzen. Foto: Cargill

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie auf einer Ranch in Nebraska ein Robo-Cowboy den Menschen ersetzt, um ihn vor Gefahren zu schützen
  • Wie der Roboter von Cargill sich inmitten der Herde bewegen kann
  • Wie die Rinderzucht mit dem Robo-Cowboy für den Menschen sicherer wird

Roboter, die das Leben der Menschen vereinfachen, kommen in vielen Lebensbereichen zum Einsatz – ob als Kellner, Postboten oder für Weltraummissionen. Nun erobern sie auch die Rinderzucht: Der 220 Kilogramm schwere Roboter von Cargill schwenkt zwei schwarze Plastiktüten, an denen sich die Rinder auf dem Weg zur Fütterung orientieren.

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Durchschnittlich 750 Kilogramm bringt jedes einzelne Rind auf einer Ranch in Schyler, Nebraska, auf die Waage. Multipliziert mit 5000 wird einem erst bewusst, welches Gewicht und welche Energie eine solche Herde mit sich bringt. Wer sich dort herein traut, um die Tiere beispielsweise zur Fütterung zu leiten, geht nicht selten ein enormes Sicherheitsrisiko ein. Die Lösung: Ein Robo-Cowboy, der in dieser Form erstmals zum Einsatz kommt.

Der Robo-Cowboy von Cargill zwischen Gattern.
Der Robo-Cowboy von Cargill ist ordentlich gepolstert, damit sich die Tiere beim Treiben nicht verletzen. Foto: Cargill

Cargill-Roboter ersetzen Menschen

Üblicherweise geht die Führung der Tiere bei derart großen Massen wie in Schyler mittels Flaggen vonstatten. Die Angestellten gehen voran und signalisieren durch das Schwenken der Fahnen den Weg für die vielen Rinder. Das große Problem ist die Sicherheit: Gerade in einer so großen Herde ist nie klar, wie einzelne Rinder reagieren und was sie tun.

Es sind sehr große Tiere, mit denen wir es hier zu tun haben. Manchmal ist es ein wenig besorgniserregend, dass wir keine Möglichkeit haben zu wissen, was das Tier tun wird.

Sammy Renteria, Geschäftsführer der Farm

Der 220 Kilogramm schwere Robo-Cowboy der Firma Cargill schafft da Abhilfe und bringt den Angestellten Sicherheit. Das dreirädrige viereckige Fahrzeug lässt sich bequem per Fernsteuerung durch den Stall navigieren. An den Seiten sind jeweils Gummireifen montiert, damit sich die Tiere im Falle einer Panik nicht an dem Vehikel verletzen.

Der Aufbau ist eine Vorrichtung, die zwei schwarze Plastiksäcke in sämtliche Richtungen schwenken kann und über den integrierten Lautsprecher mit menschlicher Stimme Anweisungen, wie beispielsweise „Hey! Hey! Hey! Come On. Let‘s move it!“ von sich gibt. Sollte die Herde außer Kontrolle geraten und wild werden, geht die Maschine zwar mit großer Wahrscheinlichkeit kaputt, es kommt aber niemand zu Schaden.

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Die Rinderzucht der Zukunft

Die Arbeiter nahmen die neuartige Technologie sehr schnell und wohlwollend an. Während für den ersten Testlauf samt Instruktionen eigentlich drei Tage veranschlagt waren, hatten die Angestellten bereits nach einer knappen Stunde die Funktionsweise verstanden und konnten den Roboter samt Herde in Bewegung setzen.

„Sie brauchen keine Person mehr, die das Vieh nach vorne drückt. Entscheidet sich das Tier plötzlich umzukehren, ist es keine Person, die verletzt wird, sondern lediglich eine Maschine, die wir reparieren können“, so Renteria. Einziges Manko: Die Gehege der Rinder kann er noch nicht öffnen.

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