Elektromobilität

Road to Zero: Großbritannien plant Ladestationen für jeden Neubau

von
Carola Franzke

Road to Zero gegen CO2-Emissionen: In Großbritannien werden Ladestationen Pflicht, und ein Verkaufsverbot für Verbrennungsmotoren greift ab 2040.

Ein schwarzes Elektroauto lädt an einer Ladestation.
Auftanken: Bis 2030 sollen in Großbritannien die Hälfte aller Neuwagen extrem niedrige Emissionswerte aufweisen. Foto: Shutterstock / nrqemi

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie Großbritannien mit dem Plan "Road to Zero" die CO2-Emissionen senken will
  • Warum neue Häuser und Straßenlaternen künftig mit Ladestationen für Elektroautos ausgestattet werden sollen
  • Wieso der Autoverkehr nicht alleine für den Klimawandel verantwortlich ist

Großbritannien hat drastische Maßnahmen angekündigt, um die CO2-Emissionen in dem Land zu senken. Einer der Meilensteine auf dem weiteren Weg sieht vor, dass 2030 die Hälfte aller zugelassenen Neufahrzeuge zur Kategorie „ultra low emission“ gehören – also Fahrzeuge mit extrem niedrigen Emissionswerten sind.

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Weitere zehn Jahre später sollen Neufahrzeuge mit Verbrennungsmotor keine Zulassung mehr bekommen: Ab 2040 dürfen Autohändler in Großbritannien dann also nur noch Elektro- oder Hybridfahrzeuge verkaufen. Die Elektromobilität würde dann zur Norm.

Um den Weg zur CO2-Reduktion – „Road to Zero“ – wirklich gehen zu können, bekommen die Briten Unterstützung: Der Kauf eines emissionsarmen Autos mit Elektro- oder Hybridantrieb wird bereits kräftig subventioniert – im aktuellen Haushalt sind dafür umgerechnet über 110 Millionen Euro bereit gestellt. Das Gesamtbudget für die Elektro-Offensive liegt bei etwa 1,2 Milliarden Euro.

Im Gespräch war sogar eine Art Abwrackprämie für besonders schlimme Schmutzschleudern und ein sofortiges Fahrverbot in vielen Stadtzentren der Insel.

Diese extremen Maßnahmen sind bisher an Widerständen im britischen Parlament gescheitert, obwohl London eine der ersten bekannten Städte mit Innenstadtmaut – zur Reduktion von Staus und Luftverschmutzung – war.

Mehr Ladestationen

Damit sich die britischen Autofahrer leichter für die emissionsarme Alternativen begeistern können, hat die dortige Regierung den Entwurf für einen Maßnahmenplan vorgelegt. Darin wird vorgeschlagen, dass für jedes neugebaute Haus die Einrichtung einer Ladestation verpflichtend sein soll.

Ein weiterer Punkt sieht vor, dass auch in Straßenlaternen zusätzliche Ladestationen angebracht werden müssen – zumindest wenn sie sich in der Nähe von Parkmöglichkeiten befinden.

Mitte 2017 lag die Zahl der landesweiten Ladestationen für Elektroautos bei rund 14.000. Sollte der Maßnahmenplan greifen, dürfte sich diese Zahl schnell vervielfachen und die Möglichkeiten für Elektromobilität in Großbritannien auf ein neues Level heben.

Vor eine Reihe von farbig gestrichenen Häusern stehen Autos am linken und rechten Straßenrand.
Noch dominieren in Großbritannien (wie hier im Londoner Stadtteil Notting Hill) Autos mit Verbrennungsmotor. Foto: Shutterstock / phaustov

Emissionsarme Autos sind kein Allheilmittel

Das große Ziel der britischen Regierung lautet, die Treibhausgas-Emissionen des Landes bis 2050 um 80 Prozent gegenüber 1990 zu senken. Kritiker aus Opposition und Umweltverbänden bemängeln, dass es Lücken in dem Maßnahmenplan gäbe – etwa was den Verkaufsstopp von Verbrennungsmotoren angeht. Bisher sei der Entwurf so formuliert, dass er noch Schlupflöcher offen lasse.

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Ob das nun richtig ist, sei dahingestellt: Aus Studien wie zum Beispiel vom Umweltbundesamt ist klar ersichtlich, dass Autos keinesfalls den größten Posten stellen, wenn es um Ursachen des Klimawandels geht. Dafür dürften weit mehr Maßnahmen nötig sein, als nur die Verbannung der Verbrennungsmotoren aus dem Straßenverkehr.

Saubere Energie für Haushalte, Flug- und Schiffsverkehr und vor allem für die Industrie: Wenn sich alle Bereiche auf den Weg machen, die „Road to Zero“ zu beschreiten, dann ist eine echte Wende in Sachen Treibhausgasemissionen realistisch.

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