Technik

Riesenbatterie von Tesla verändert den Energiemarkt

von Carola Franzke

Eine Riesenbatterie von Tesla könnte die Speicherung von Strom aus erneuerbaren Energien revolutionieren. Ein Test in Australien hat das jetzt bewiesen.

Tesla-Batterie SA Powerpack
Ein echtes Powerpack: Teslas Riesenbatterie ist die größte Lithium-Ionen-Batterie der Welt. Foto: Tesla/ Lightly Salted

Das erfahren Sie gleich:

  • Tesla erprobt in Australien eine neue Riesenbatterie
  • Sie könnte das Speichern erneuerbarer Energien revolutionieren
  • Vor allem die Hoffnung entlegener Regionen ruht darauf, die Vorteile von erneuerbaren Energien zu nutzen

Erneuerbare Energie und ihre Vorteile

Sauber, leise und unbegrenzt einfach da. Das trifft auf die meisten Formen von erneuerbarer Energie zu, insbesondere auf Sonnenenergie. Die Solarpanels brauchen zwar Platz, aber in vielen Gegenden, in denen es Sonne im Überfluss gibt, ist das kein Problem. Zur Gewinnung von Windenergie braucht man etwas mehr Platz nach oben, und Windräder sind weder besonders hübsch noch völlig leise. Aber unterm Strich überwiegen die Vorteile dieser Energieformen, denn die Eingriffe in die Natur halten sich in Grenzen, vergleicht man es mit dem Abbau fossiler Brennstoffe wie Kohle, Öl und Gas. Das sorgt dafür, dass erneuerbare Energien ökonomisch wie ökologisch spannend bleiben.

Erneuerbare Energien nicht ohne Hindernisse

Geht es um den Einsatz von alternativen, erneuerbaren Energieformen, sind dennoch schnell die Befürworter von fossiler oder atomarer Energie auf dem Plan und machen Einwände geltend: Was geschieht mit Windenergie, wenn mal Flaute herrscht, und was nützt Sonnenenergie während der Nachtstunden? Für solche Fälle muss die Energie gespeichert werden. Das war in der Vergangenheit bei erneuerbaren Energien problematisch. Die entsprechenden Batterien hatten eine begrenzte Kapazität, und die Rückumwandlung in Wechselstrom war mit schlechtem Wirkungsgrad behaftet.

Nächtliches Knattern

Das bedeutet aktuell immer noch für viele Regionen, dass die Bewohner mindestens während der Nächte auf Dieselgeneratoren angewiesen sind. Mit dieser Abhängigkeit sind viele Nachteile verbunden. Die Abgase verpesten die Luft und die Umwelt, und der Betreiber muss außerdem ständig den Nachschub an Dieselöl sicherstellen.

In der Kalahari geht abends um zehn der Strom aus, damit man die Löwen brüllen hören kann.

Je entlegener die Orte, desto unwirtschaftlicher ist allein das Liefern des Brennstoffs. Gerade in Urlaubs- oder Naturschutzgebieten stören die knatternden, stinkenden Generatoren in der Nacht. In der Kalahari geht deswegen abends um zehn der Strom aus, damit man die Löwen brüllen hören kann. Aber das geht eben nicht überall.

Neue Möglichkeiten mit Teslas Riesenbatterie

Hier kommt Tesla ins Spiel. Das Unternehmen ist Vorreiter in Sachen Batterietechnologie, auch jenseits der Automobilsparte. Wie Tesla mit seinem Know-how und speziellen Riesenbatterien komplett den Energiemarkt aufmischen kann, hat das Unternehmen gerade sehr eindrucksvoll in Australien unter Beweis gestellt. Im Süden des Kontinents steht seit kurzem die weltgrößte Lithium-Ionen-Batterie. Sie speichert die Energie, die im nahegelegenen Windpark gewonnen wird. Damit sollte das südaustralische Stromnetz eigentlich nur zuverlässig mit sauberer, erneuerbarer Energie versorgt werden – egal, ob der Wind bläst oder nicht. Doch wie sich herausstellte, kann die Riesenbatterie noch mehr.

Gespeicherte Energie verhindert Netzausfall

Keine drei Wochen nach Inbetriebnahme von Teslas Riesenbatterie ist in einem anderen australischen Bundesstaat plötzlich eines der größten Kohlekraftwerke ausgefallen – ein Abfall um 560 Megawatt. Obwohl es für einen solchen Fall keinen Vertrag mit der Tesla-Anlage gibt, hat die Riesenbatterie innerhalb von Millisekunden reagiert und den Leistungs- und Frequenzabfall im Netz ausgeglichen.

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Tesla hat offensichtlich die technischen Möglichkeiten, aus dem Speicher sehr schnell sehr viel Energie zur Verfügung zu stellen.

Um dem eine Dimension zu geben: Ein anderes Kohlekraftwerk, das eigentlich den Leistungsabfall hätte auffangen sollen, hat vertragsgemäß innerhalb von 6 Sekunden reagiert. Die Reaktionsgeschwindigkeit der Riesenbatterie ist dagegen nicht messbar gewesen, so unmittelbar war der Ausgleich. Tesla hat offensichtlich die technischen Möglichkeiten, aus dem Speicher sehr schnell sehr viel Energie zur Verfügung zu stellen. Wohlgemerkt, inklusive der Umwandlung von Gleich- in Wechselspannung. Man kann wohl davon ausgehen, dass Tesla das Problem mit dem Wirkungsgrad im Griff hat.

Leistungsstarke Energiespeicher dieser Art könnten zukünftig auch in entlegenen Gebieten rund um die Uhr verlässlich Strom liefern und erneuerbare Energien zur primären Energiequelle machen.

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