Elektromobilität

Ride and Bike: Städte planen Garagen für E-Bikes und E-Scooter

von Roland Kontny

E-Bikes und Elektroroller sind ideal für die letzte Meile nach Hause oder ins Büro. Noch fehlen Abstellmöglichkeiten – doch einige Städte schaffen Abhilfe.

Nahaufnahme eines E-Scooters.
E-Scooter im Einsatz: Für viele Nutzer wäre es praktisch, die elektrischen Roller am Bahnhof sicher abstellen zu können. Foto: Shutterstock / Andrei Bortnikau

Das erfahren Sie gleich:

  • Warum Garagen für E-Bikes und E-Scooter so wichtig sind
  • Welche Städte schon Angebote für Ride and Bike machen
  • Was die Unterbringung von Fahrrad oder Roller kostet

Per App öffnet sich ein kleiner Raum nahe des Bahnhofs. Der Nutzer schiebt sein E-Bike oder seinen E-Scooter rein, schließt den Akku am Ladegerät an, macht die Tür wieder zu und fährt mit der Bahn zur Arbeit. Sicher und praktisch. Das Problem dabei: Die witterungs- und diebstahlssichere Unterbringung dieser Fahrzeuge an Knotenpunkten ist nicht die Regel.

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Das zeigt der jüngste ADAC-Test von Ride-and-Bike-Anlagen in zehn deutschen Großstädten. Ergebnis: Fast die Hälfte der Anlagen fiel durch. Aus verschiedensten Gründen: An einem von drei Stadtorten waren keine Plätze verfügbar; kein Dach, keine Serviceeinrichtungen wie etwa Luft für die Reifen, kein Ladestrom, keine Schließfächer.

Ride and Bike: Bald kommen die ersten E-Scooter-Pendler dazu

Alles Gründe, das teure E-Bike lieber zuhause zu lassen – und doch mit dem Auto zum Bahnhof zu fahren. Das ist nicht so schnell geklaut. Dabei wären ausreichend sichere Unterstellplätze für E-Fahrräder, E-Scooter und andere elektrisch unterstützte Fahrzeuge so wichtig für die Verbreitung der Elektromobilität.

Denn abgesehen von der ohnehin größer werdenden Zahl von Fahrrädern, E-Bikes und Pedelecs, die von Pendlern eingesetzt werden, steht die Legalisierung der so genannten elektrischen Kleinstfahrzeuge (auch: PLEV für "Personal Light Electric Vehicle) bevor.

Dazu gehören insbesondere elektrische Tretroller und selbstbalancierende Systeme wie etwa der Segway. Auch diese recht teuren Vehikel sind vor allem dann komfortabel, wenn der Besitzer sie bei Nichtbenutzung nicht mit in den Bus oder die Bahn mitnehmen muss, sondern sie witterungsgeschützt zum Wiederaufladen des Akkus für die nächste Tour abstellen kann.

E-Scooter und E-Bikes: Diese Städte fördern Garagen

In der Schweizer Stadt Basel geht das bereits. Allerdings nur mit den E-Rollern von Verleiher Ibion, der an vier Standorten rund 50 so genannte ScooBoxes für seine kompakten Scooter aufgestellt hat. Dabei handelt es sich um winzige Garagen, in denen die E-Roller nicht nur vor Witterung und Diebstahl geschützt sind, sondern auch am Ladegerät hängen, bis sie wieder ausgeliehen werden. Der Grundpreis beträgt einen Franken (rund 90 Cent), jede Minute kostet zusätzlich zehn Rappen (9 Cent).

Auch hierzulande geht es voran. So sieht die aktuelle Radverkehrsstrategie für Berlin mehr und bessere Abstellmöglichkeiten von Fahrrädern und E-Bikes nicht nur an den Haltestellen von Bahn und Bus vor, sondern auch vor Schulen und Kitas.

Die Stadt Hamburg will bis 2025 aus den derzeit 16.000 dann 25.000 Abstellplätze machen. Seit Oktober gibt es beispielsweise 375 neue Plätze an drei U-Bahn-Stationen – allerdings nur teilweise überdacht und abschließbar.

Der Bahnhof Sterkrade in Oberhausen verfügt über 52 per Internet buchbare Stellplätze, die für Pendler mit entsprechendem Ticket kostenlos sind. Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr will das Angebot schnell auf andere Städte ausweiten.

Autarke E-Bike-Garagen aus Bochum

Das hat auch die Stadt Bochum mit der "E-Bike Garage" vor. Sie ist die Weiterentwicklung eines Projekts der Technischen Beruflichen Schule 1 der Stadt. Hinter sechs Türen finden maximal je zwei Fahrräder Platz. Geöffnet wird das derzeit kostenlose Angebot per Mobiltelefon; eine Karte auf dem Mobiltelefon zeigt Interessierten aktuell verfügbare Plätze.

Für neugierige, aber risikoscheue Städte und Gemeinden interessant: Die laut einer Mitteilung der Stadt in dieser Form einzigartigen Fahrradbox lässt ist nicht ortsfest, weil der Strom für angeschlossene Ladegeräte über eine auf dem Dach befestigte Photovoltaikanlage gewonnen wird.

Eine endgültige Standortentscheidung kann also gegebenenfalls nach Testläufen an verschiedenen Orten getroffen werden, ohne große Zusatzkosten zu verursachen. Die Stadt will 2019 fünf weitere E-Bike Garagen aufstellen.

Fahrradboxen und E-Bike-Garagen: Auch eine Preisfrage

Bei allen positiven Eigenschaften ist aber auch klar, dass ein Bügel zum Anlehnen eines Fahrrads günstiger ist als ein moderner E-Bike-Safe mit Lademöglichkeit. Diese Kosten werden sich der Betreiber vielerorts künftig vom Nutzer zurückholen.

Updates

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In Hamburg etwa kostet ein gesicherter Stellplatz mit Schließfach für Wechselklamotten, Wertsachen oder den Helm schon heute 126 Euro. Zum Vergleich: Autofahrer zahlen bei Park&Ride 200 Euro pro Jahr für ein vielfaches der Fläche.

Bleibt zu hoffen, dass aktuelle und künftige Angebote für Ride and Bike die Kundschaft nicht mit zu hohen Preisen vergrault.

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