Technik

RFID-Chips implantieren: Dieser Chip geht unter die Haut

von Leonie Butz

Ein Mikrochip im Körper, und schon kann sich der Nutzer alle möglichen Schlüssel und Karten sparen – aber sind die RFID-Chips wirklich sicher?

Die Hände einer Frau
RFID-Chips können das Leben einfacher machen – aber einige Bedenken gibt es bei dem Chip unter der Haut trotzdem noch. Foto: Unsplash/Milada Vigerova

Das erfahren Sie gleich:

  • RFID-Chips lassen sich unter die Haut stechen – wie ein Piercing
  • Mit diesen Chips werden Schlüssel- und Zugangskarten überflüssig
  • Datenschutz-Probleme, Hacker und gesundheitliches Risiko – noch immer gibt es viele Bedenken

RFID-Chips unter der Haut

Technik im menschlichen Körper kann Leben retten. So war die Erfindung des Herzschrittmachers im Jahr 1957 ein medizinischer Durchbruch – auch wenn das Gerät damals noch am Körper und nicht darin war. Neben medizinisch notwendiger Technik erfährt aber auch Technik im Körper einen Aufschwung, die das Leben einfacher machen soll. Eine Methode ist dabei der implantierte Mikrochip, der sogenannte RFID-Chip (radio-frequency identification – also Identifikation über elektromagnetische Wellen). Diese Chips stecken seit Jahrzehnten in Zugangskarten oder Transpondern – seit einiger Zeit stechen spezielle Unternehmen die Dinger aber auch unter die Haut.

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Theoretisch können Arbeitgeber mit den RFID-Chips überprüfen, wo ihre Angestellten sind, wie lange sie Mittagspause machen oder wie oft sie am Tag auf die Toilette gehen.

Ursprünglich als nette Party-Idee für Superreiche gedacht – die so ihre Drinks per Hand-Scan bezahlen konnten – weitete sich die Technik schnell aus. So kamen vor einigen Jahren die ersten Berichte über ein schwedisches Start-up auf, das seinen Mitarbeitern solche Chips – auf freiwilliger Basis – in die Hand stechen ließ. Praktisch dabei ist, dass vergessene Schlüsselkarten oder Bezahlkarten für die Kantine mit RFID-Chips nie mehr ein Problem sind.

In der Kritik stand das System aber dennoch, denn die Chips konnten auch GPS-Daten ausgeben. Theoretisch kann der Arbeitgeber also immer überprüfen, wo der Angestellte ist, wie lange er Mittagspause macht oder wie oft er am Tag auf die Toilette geht. Das ist zwar mit herkömmlichen Karten auch möglich, die stecken aber eben nicht dauerhaft im Körper.

Chip und Tracking wider Willen?

Praktisch klingt das alles ja schon – nie mehr ein vergessener Haustürschlüssel, die Mitgliedskarte im Fitnessstudio ist auch im Chip gespeichert, und zukünftig könnte auch das Bezahlen damit möglich sein. Dazu sind RFID-Chips relativ günstig, und Gechipte berichten, dass das Einsetzen kaum spürbar ist. Trotzdem bleiben dabei noch einige Fragen offen – ob jetzt im beruflichen oder im privaten Einsatz.

Neben dem GPS-Tracking, das theoretisch von Anbieter- und Arbeitgeberseite möglich ist, bleibt grundsätzlich die Frage des Datenschutzes. Gesundheitsdaten sind dabei besonders wertvoll – und hier sind Nutzer oft am unvorsichtigsten. Mit dem geeigneten Equipment ist es für Hacker durchaus möglich, sich Zugang auf die Daten zu verschaffen – also auf Gesundheitsdaten, aber auch Türschlüssel oder Mitgliedsausweise.

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Ein Arzt berichtet von einem Chip im Körper einer Prostituierten – mit dem ihr Zuhälter sie überwachen kann.

Natürlich tauchten zu Beginn auch Verschwörungstheorien auf, die echte Kritik an der Methode der Lächerlichkeit preisgab. So vermuteten einige, dass bereits Neugeborenen zur Überwachung heimlich solche Chips implantiert würden. Andere sahen darin eine künftige Zwangsmaßnahme, die den freien Willen beeinflussen könnte. Und auch wenn viele Theorien völlig aus der Luft gegriffen waren, so zeigten sich doch einige Szenarien als durchaus denkbar.

So deckte eine Reportage der staatlichen Radioanstalt Marketplace.org in Amerika etwa eine Methode auf, bei der offenbar einige Zuhälter ihre zur Sexarbeit gezwungenen Frauen mit einem solchen Chip überwachen und als ihren Besitz kennzeichnen. Ein Arzt berichtet hier von dem erschreckenden Fund im Körper einer Prostituierten. Möglicherweise handelt es sich bei diesem aufgedeckten Fall nur um einen Einzelfall – beängstigend ist die Vorstellung trotzdem.

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