Technik

Retro-Handy-Trend: Nokia bringt das Klapphandy zurück

von Carola Franzke

Ein gelbes Nokia 8110 Banana Phone vor gelbem Hintergrund.
Die Rückkehr eines Klassikers: Mit dem 8110, dem Banana Phone, kündigte Nokia die Rückkehr des Klapphandys an. Nicht das erste Retro-Handy bei Nokia. Foto: HMD Global

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie Nokia mit dem 8110 die Rückkehr des Klapphandys einläutet
  • Welche guten Gründe es für Retro-Handys gibt
  • Wie ein simples Handy Nokia wieder zum Verkaufsschlager machen könnte

Mehr als Nostalgie: Mit dem Retro-Handy will Nokia wieder an die Spitze der Handyverkäufe. Mit Tasten und dem Klapphandy könnte das gelingen.

Nokia und die Rückkehr der Klapphandys

Nokia bringt die Mutter aller Klapphandys zurück: das 8110 Banana Phone. Das damals futuristische Design mit Slider-Mechanismus hat vor 22 Jahren die Klapphandys anderer Hersteller alt aussehen lassen.

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Das Nokia 8110 ist aber nicht das erste neubelebte Modell, mit dem die finnische Marke Konsumenten begeistern möchte – denn Retro-Technik ist voll im Trend.

Auf dem Mobile World Congress 2017 sorgte die Ankündigung des neuen Nokia 3310 für Aufsehen. Die Meinungen gingen auseinander, ob es vielleicht nur als Publicity-Gag gemeint war, aber das Modell kam tatsächlich in den Handel.

Das neue alte Nokia 3310 hat sich in den Monaten danach als weltweiter Verkaufsschlager entpuppt, berichtet jedenfalls HMD Global, das Unternehmen hinter der Marke Nokia. Pekka Rantala, Marketing-Chef bei HMD Global und langjähriger Nokia-Manager: „Unsere Retro-Modelle werden in 80 Ländern verkauft, benutzt werden sie aber in rund 170 Ländern.“

BlackBerry & Co.: Gute Gründe für Retro-Trend

Retro-Mobiltelefone sind nicht nur unter der Marke Nokia im Handel erhältlich. Es gibt auch wieder neue BlackBerry-Modelle mit Tastatur. Seit 2016 baut der chinesischen Produzenten TLC die Geräte. Bisher ist der Erfolg jedoch nicht mit dem der Nokia-Handys zu vergleichen. Retro allein reicht offenbar nicht aus.

Was also macht ein Retro-Handy zum Verkaufsschlager? Nostalgie allein dürfte kaum der Grund sein, warum Geräte wie das 3110 oder jetzt das Nokia 8110 so gut ankommen. Konsumenten haben ganz handfeste Argumente für diese Geräte mit eingeschränkten Funktionen, die sogenannten Dumbphones:

  • Bei manchen sind es die Großeltern, die mit einem Dumbphone einfach besser zurecht kommen
  • Die lange Akkulaufzeit macht ein Retro-Handy zu einem idealen Zweitgerät für den Wanderurlaub
  • Die fehlenden Funktionen für E-Mails oder Mobile Banking machen es zum perfekten Gerät für die lustige Kneipentour – ohne Gedanken an den Job oder den Verlust eines 1000-Euro-Smartphones

Es gibt natürlich auch weniger heitere Gründe für ein Dumbphone:

  • Online-Sucht und zu exzessive Nutzung des Smartphones lassen sich mit einem Gerät ohne Internet kaum ausleben – und die telefonische Erreichbarkeit ist nicht eingeschränkt
  • Bei Reisen in die USA ist nicht zu befürchten, dass Behörden die Konten in den sozialen Medien bei der Einreise durchsuchen

Retro-Handy kurbelt Verkauf bei Nokia an

Für den Konzern hinter Nokia zahlt sich die Strategie jedenfalls aus: Sie knüpft an die guten alten Zeiten an. Damit lassen sich nicht nur Retro-Handys verkaufen, sondern auch die aktuellen Smartphones.

Nokia war lange Zeit die erfolgreichste Handymarke überhaupt. Die Hardware hatte den Ruf unverwüstlich zu sein – kaputte Displays kannten die Geräte nicht. Und mit dem Nokia Communicator hatten die Finnen auch das allererste Smartphone am Start. Als Apple mit dem nutzerfreundlichen iPhones und iOS den Mobilfunksektor aufgerollt hat, hat das Unternehmen schlicht die Zeichen der Zeit verpasst und zu lange auf das wenig flexible Betriebssystem Symbian gesetzt.

Nostalgiker freuen sich jedenfalls über die Rückkehr einer totgeglaubten Marke, und manch einer holt sein altes Dumbphone aus der Schublade und ist wieder „hip“.

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