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Elektromobilität

Reisen mit Hund: So meistern Sie die Zugfahrt

von Gertrud Teusen

Der Hund soll mit – am besten überall hin. Doch gerade die Zugfahrt ist mit Hund eine besondere Herausforderung. Und dann noch diese Maulkorbpflicht!

Reisen mit Hund: So meistern Sie die Zugfahrt
So spektakulär die Aussicht auch sein mag – für einen Hund ist die Zugfahrt meistens Stress. Foto: Unsplash/Johannes Hofmann

Das erfahren Sie gleich:

  • So bereiten Sie Ihren Hund optimal auf die Zugfahrt vor
  • Was das Reisen mit Hund kostet – und was Sie dafür kriegen
  • Maulkorb- und Leinenpflicht – meistern Sie die Hindernisse

Bereiten Sie sich auf die Zugfahrt gut vor

Die meisten Dinge des alltäglichen Lebens sind für uns Menschen selbstverständlich. Für den Hund jedoch ist jede einzelne neue Situation eine unter Umständen große Herausforderung. Planen Sie ihre erste Zugfahrt mit Hund also langfristig und mit genügend Zeit für eine gründliche Vorbereitung.

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Dazu gehört folgendes:

  • Besuchen Sie mehrere Male im Voraus den Bahnhof. Zuerst zu ruhigen Tageszeiten und dann aufbauend auch zu Uhrzeiten mit mehr Passagieraufkommen. Gehen Sie auf dem Bahnsteig auf und ab. Der Hund muss selbstverständlich dabei an der Leine geführt werden.
  • Der Hund ist an solchen Orten mit allen Sinnen gefordert. Einfahrende Züge beispielsweise hört er mindestens 20 Sekunden früher (und lauter) als der Mensch. Auch die Gerüche sind vielfältig und interessant. Selbst die Tauben im Gleisbereich können unerwartete Reaktionen provozieren.
  • Wenn Sie die Gelegenheit haben, üben Sie das Ein- und Aussteigen in unterschiedliche Zugmodelle. Oft ist dabei ein Abstand zu überwinden, oder der Hund muss über Gittersteige gehen. Viele Vierbeiner haben davor Angst.
  • Üben Sie den Aufenthalt im Zug über eine kurze Distanz. Also beispielsweise wenige Stationen mit U- und S-Bahn oder im Nahverkehr. Wichtig ist es, darauf zu achten, dass sich der Hund stets wohl fühlt und für gutes Verhalten mit viel Liebe und Leckerli belohnt wird.

S-Bahn in Berlin am Bahnsteig
Trainingsstätte: Kurze Fahrten mit der S- oder U-Bahn sind ein guter Weg, um das Reisen mit Hund zu trainieren - für Mensch und Tier. Foto: Unsplash/Peter-Paul Moschik

Reisen mit Hund ist teuer

Kleine Hunde (bis Katzengröße), die in einem Transportbehältnis wie einer Hundetasche, einem Hundekorb oder einer Hundebox reisen können, fahren bei der Deutschen Bahn unentgeltlich. Wichtig ist, dass der Hund natürlich auch an ein solches Behältnis gewöhnt ist und sich darin wohl fühlt. Ein Training für den Aufenthalt in der Box (dem Korb oder der Tasche) kann mehrere Wochen dauern und sollte mit viel Geduld und Leckerlis aufgebaut werden. Für alle Hunde, die größer als eine Katze sind, ist der halbe Fahrpreis eines Erwachsenen zu entrichten. Anspruch auf einen Sitzplatz bzw. Liegeplatz hat der Hund nicht. Kompliziert und teuer ist der Ticketkauf für Reisen mit Hund also auch.

  • Wer online kauft, muss die Option „ein Kind von 6-14 Jahren ohne Begleitung“ wählen. Solche Tickets werden mit der Post verschickt, was zwei bis drei Tage dauert und mit einer Zusatzgebühr von 3,90 Euro belegt ist.
  • Am Automaten muss der Hundebesitzer die Option „andere Reiseteilnehmer“ wählen und dann das Häkchen bei „Hund“ setzen.
  • Am Verkaufsschalter gibt es ebenfalls Fahrscheine für den Hund.

Maulkorb, Hundebox und Leinenpflicht

Das Tragen eines Maulkorbes sowie das Führen an der Leine ist bei allen Bahn-Unternehmen im In- und Ausland (mit Ausnahme der Schweiz) Pflicht.
Auch wenn sich viele Hundebesitzer dagegen sträuben: Vor der Zugfahrt ist ein Maulkorbtraining sinnvoll, denn trifft man auf wenig hundefreundliche Mitreisende oder entsprechend rabiate Zugbegleiter, wird man ohne Maulkorb schnell an der nächsten Haltestelle vor die Tür gesetzt – und das Reisen mit Hund endet womöglich in der Wallachei. Ausgenommen von diesen strengen Vorgaben sind lediglich Blindenführhunde und Begleithunde schwerbehinderter Menschen. Die Tatsache, dass alle Hunde mit Maulkorb gefährlicher aussehen als sie sind, ist bei den Verantwortlichen noch nicht angekommen.

Ein gut auftrainierter Maulkorb wird von den Hunden gern getragen, weil sie ihn mit angenehmen Dingen wie Leckerlis, Spiel, Streicheleinheiten oder Gassigehen verknüpfen. Nimmt man sich Zeit und hat dazu noch Geduld, kann es schon vorkommen, dass der Hund nach erfolgreichem Training den Maulkorb schon von alleine bringt, um an seinen Leckerbissen oder Aufmerksamkeit zu kommen.

Und darauf kommt es beim Maulkorb an:

Der Maulkorb-Kauf

Wichtig ist, dass der Maulkorb gut passt und sitzt, ohne zu scheuern oder das Sehen zu behindern. Das Hecheln, Trinken und Fressen muss möglich sein. Nylonschlaufen sind nicht für den täglichen Gebrauch geeignet, weil sie kein Hecheln und schon gar kein Trinken ermöglichen. Sie sind ausschließlich zur Gefahrenvermeidung bei unkooperativen Tieren in der Tierarztpraxis geeignet.

Das Maulkorb-Training

Entweder Leckerchen vorne am Maulkorb ins Innere halten oder das Innere des Maulkorb mit etwas Leberwurst bestreichen, so dass der Hund gerne mit der Schnauze hineingeht und sich dort bedient. Nach einigen Malen positiver Verstärkung wird der Hund gerne mit der Schnauze in den Maulkorb gehen.
Legen Sie den Riemen hinter den Ohren des Hundes um den Nacken und ziehen den Maulkorb auch sofort wieder aus.

Klappt das gut, kann nach einiger Zeit der Maulkorb auch geschlossen werden. Anfangs sofort wieder öffnen, die Tragezeiten dann nach und nach verlängern. Während der Hund den Maulkorb trägt, sollte er – je nach Hund – weiter Leckerli bekommen, spielen können oder gestreichelt werden. Ist der Maulkorb abgenommen, werden diese positiven Aktionen bis zum nächsten Maulkorbtragen eingestellt.

Fünf Tipps für eine entspannte Zugfahrt

1. Vor der Reise

Planen Sie Ihren Reisebeginn so, dass Sie mit Ihrem Hund zuvor noch eine große Gassirunde drehen können. Dann ist er körperlich und geistig ausgelastet und wird die Zeit im Zug (hoffentlich) verschlafen. Vor der Reise sollte er nicht übermäßig gefüttert werden. Das Trinken (Wasserflasche nicht vergessen!) allerdings muss auch während der Reise stets möglich sein. Den Hund vor der Zugfahrt beispielsweise mit Ballspielen auszupowern, ist keine gute Idee. Dann steigt er mit Adrenalin vollgepumpt in den Zug und kommt gar nicht zur Ruhe.

Hund mit Leine auf grüner Wiese
Auslauf: Vor der Zugfahrt sollte noch Zeit für eine große Gassirunde sein. Foto: Unsplash/Jackson Jost

2. Das Einsteigen

Nicht alle Zugmodelle sind gleich, und die wenigsten sind optimal für Vierbeiner. Beim Einsteigen ist darauf zu achten, dass Spalten, Gitter und sonstige Hindernisse verletzungsfrei und ohne Angst eventuell unter Einsatz von Leckerchen überwunden werden. Wichtig hierbei ist, dass das sichere Gehen auf Gittern und Springen über Spalten zuvor geübt wurde. Ein trainiertes Voran -oder Hinten-Laufen kann gerade beim Einsteigen hilfreich sein.

3. Die Platzwahl

Ist man im Wagon angekommen, ist eine passende Platzauswahl für Hund, Besitzer, aber auch für die mitfahrenden Gäste unter Umständen eine echte Herausforderung. Der Hund muss genügend Platz haben, um sich entspannt ablegen zu können und ohne sich von Gegenständen wie Taschen oder Koffer sowie den anderen Fahrgästen bedrängt oder beengt zu fühlen.

Je größer der Hund, desto größer das Problem. Um ehrlich zu sein: Großraumwagen bieten eigentlich nirgendwo ausreichend Platz für beispielsweise einen Deutschen Schäferhund oder Labrador. Am besten studiert man die Sitzpläne vor der Buchung und sucht eine Zweierreihe, wobei man den Fensterplatz zusätzlich reserviert. Ein Abteil wiederum ist nur dann eine Alternative, wenn man alle (oder zumindest einige) Plätze für sich reserviert, was natürlich mit entsprechenden Kosten verbunden ist.

4. Während der Reise

Der Hund beruhigt sich am schnellsten, wenn er mit vertrauten Gerüchen umgeben ist, beispielsweise mit einer mitgebrachte Hundedecke und Kaumaterialen, die er mag. Kauen beruhigt den Hund! Mit Rücksicht auf mitreisende Passagiere sollten die Kausachen nicht zu stark riechen. Insbesondere bei Rüden besteht zudem die Gefahr, dass sie das Bein heben, um die ungewohnte Umgebung zu markieren. Da hilft dann nur ein charmantes Lächeln, ausreichend saugfähiges Küchenpapier und ein entsprechendes Geruchsspray (gibt es im Tierfachmarkt).

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5. Bei der Ankunft

Am Ziel angekommen wird ihr Vierbeiner nur eins im Sinn haben: Nichts wie raus hier! Wundern Sie sich also nicht, wenn Ihr Auftritt am Zielbahnhof nicht besonders souverän und elegant ausfällt. Die meisten Hunde müssen sich erst einmal abreagieren, wenn sie aus dem Zug dürfen. Sie zerren an der Leine oder verbeißen sich darin, bellen laut oder machen freudig Bocksprünge. Auch wenn Sie dieses Verhalten von ihrem Hund sonst nicht gewöhnt sind, sollten Sie darauf vorbereitet sein

Und das Wichtigste vielleicht noch zum Schluss: Hunde spiegeln ihre Menschen. Das bedeutet, je entspannter Sie sind, desto entspannter ist auch ihr Hund. Und das gilt nicht nur fürs Zugfahren mit dem Hund!

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