Leben

Recycling von Elektroschrott: Eine wahre Goldmine

von
Carola Franzke

Gold aus Schrott? Das Recycling von alten Elektrogeräten lohnt sich einer Studie zufolge – und ist sogar günstiger als konventionelle Rohstoffgewinnung.

Eine Sammlung von Platinen und verschiedensten Bestandteilen von Elektrogeräten.
Das Gold liegt auf der Müllkippe: Auf Platinen und in Akkus von elektrischen Geräten verbirgt sich eine Vielzahl von Edelmetallen. Foto: Pexels/ Fancycrave

Das erfahren Sie gleich:

  • Warum Elektroschrott-Recycling sich mehr lohnt als das Goldschürfen
  • Wie das wertvolle Edelmetall auf dem Müll landet
  • Welche Rohstoffe sich in Smartphones verstecken

Warum Elektroschrott-Recycling sich mehr lohnt als das Goldschürfen

Rohstoffe aus alter Technik wiederverwerten: Elektroschrott-Recycling ist nicht nur gut für die Umwelt. Die Methode ist auch kostengünstiger als der Rohstoffabbau in Minen. Das zeigte jetzt eine Studie der Universitäten von Peking und Sydney.

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Basis dieser Studie sind Daten aus acht Recycling-Anstalten in China, die Auskunft zum Aufwand bei der Gewinnung von Gold und Kupfer aus alten Fernsehern geben. Vom Sammeln der Altgeräte über die Anschaffung von Geräten und Gebäuden bis hin zu den laufenden Kosten.

Die beteiligten Wissenschaftler verglichen diese Berechnungen mit den Kosten, die beim konventionellen Goldschürfen in Minen anfällt. Ergebnis der Studie: Diese Kosten sind mit dem schweren Gerät und vielen Arbeitskräften rund dreizehn Mal so hoch.

Selbst ohne die staatlichen Subventionen, mit denen die chinesische Regierung die Recycling-Bemühungen unterstützt, lohnt sich die Goldgewinnung aus Elektroschrott allemal. Nicht nur für China – als einen der größten Produzenten von Elektroschrott weltweit – ist das ein wichtiges Signal: Recycling lohnt sich.

Wie das wertvolle Edelmetall auf dem Müll landet

Bisher landen jährlich einige Tonnen der alten Geräte im Müll: Im Jahr 2016 waren es mehr als 44 Tonnen. Das sind durchschnittlich 6,1 Kilogramm pro Kopf der gesamten Weltbevölkerung.

In Europa liegt der Elektroschrott, der im Müll landet, pro Kopf im Schnitt sogar bei 16,6 Kilogramm. In Schwellen- und Entwicklungsländern liegt der pro-Kopf-Müll hingegen deutlich unter dem weltweiten Durchschnitt.

Bei dem Müllberg fällt außerdem auf, das viele Geräte nicht wirklich kaputt sind – sie sind oft einfach nur nicht mehr aktuell. Und so landen sie auf Deponien oder in Müllverbrennungsanlagen, über die Giftstoffe in die Luft und ins Grundwasser gelangen. Noch besser als Recycling ist nur, den Müll erst garnicht zu produzieren – wie das geht macht ein kleines Dorf in Japan vor.

Welche Rohstoffe sich in Smartphones verstecken

Dabei war bereits vor der Studie bekannt, dass sich in den alten Geräten viele wertvolle Materialien verstecken: Lithium in Batterien, Gold und Kupfer auf den Platinen und Kontakten, Aluminium im Gehäuse – die Liste von Smartphone-Rohstoffen liest sich wie ein gutes Anlage-Portfolio.

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Bei geschätzten 1,7 Milliarden Smartphones, die jährlich über den Ladentisch gehen, lässt sich davon ausgehen, dass ebenfalls eine große Zahl an Geräten im Müll landet – und damit auch die wertvollen Rohstoffe.

Denn eine grobe Schätzung besagt, dass in einer Million Smartphones ein Edelmetall-Vermögen von rund 37 Kilogramm Gold, 17,5 Tonnen Kupfer und fast 390 Kilogramm Silber stecken.

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