Technik

Raumfahrt als Open-Source-Projekt: Der Selbstbau-Mars-Rover

von
Marten Zabel

Den Bauplan für einen Mars-Rover gibt es jetzt kostenlos im Netz. Der Gewinn für die NASA: Raumfahrt-Begeisterte können so an neuen Modifikationen tüfteln.

Der Mars vor schwarzem Hintergrund.
Bei Missionen auf dem roten Planeten sind Mars-Rover die wichtigsten Helfer. Foto: NASA

Das erfahren Sie gleich:

  • Warum die NASA die Baupläne für den Mars-Rover für Jedermann zugänglich macht
  • Weshalb das mit dem Curiosity-Rover nicht möglich ist
  • Wie die Zukunft der Raumfahrt von dem Open-Source-Bauplan profitieren kann

Die NASA und das Jet Propulsion Laboratory haben jetzt quelloffene Baupläne für einen Mars-Rover veröffentlicht – das dürfte Hobby-Planetenforscher und Bastler freuen. Aber auch als Schul- oder Uniprojekt könnte er geeignet sein: ROV-E lässt sich mit gängigen Bauteilen aus dem Handel bauen.

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Alles, was ein Team von Bastlern dafür benötigt, sind einige Werkzeuge, etwa 2500 Dollar für Material und mindestens 200 Mannstunden Arbeitszeit. Das Fahrzeug lässt sich dann mit eigenen Sensoren, Funktionen und Experimenten aufrüsten und auf die ganz eigene Mission zuschneiden.

Ein Mars-Rover für Jedermann – aber kein Curiosity-Rover

Ursprünglich hatten die Techniker des Jet Propulsion Laboratory den ROV-E nach der Landung des Mars-Rovers Curiosity entwickelt – als kostengünstigere Alternative. Damit waren sie auf Tournee gegangen, um Begeisterung für ihr Fach zu wecken und Interessierten die Möglichkeit zu geben, Technik aus der Raumfahrt einmal selbst anzufassen. Ein Minicomputer vom Typ Raspberry Pi steuert den Rover – wegen der geringen Kosten und des niedrigen Energiebedarfs.

Ein ROV-E Mars-Rover.
Die Ähnlichkeit zu WALL-E ist bei ROV-E nicht von der Hand zu weisen. Foto: NASA/JPL-Caltech

Im Vergleich zum aktuell auf dem Roten Planeten herumkurvenden Roboter ist der Open-Source-Rover deutlich einfacher und günstiger: Alleine die Energiequelle am Heck von Curiosity, eine Radionuklidbatterie, ist mit reinen Produktionskosten von schätzungsweise 110.000 US-Dollar so viel wert wie 55 ROV-Es. Darüber hinaus enthält sie Plutonium-238, das in so begrenzten Mengen verfügbar ist, dass die NASA nur noch drei derartige Energiequellen herstellen kann.

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Für die Zukunft der Raumfahrt

Der JPL Open-Source-Rover ist nicht für den Betrieb mit einer radioaktiven Energiequelle gemacht. Dafür können alle Teams, die das Gerät fertigstellen, ihn um eigene Technologien erweitern: Solarzellen, Akkus, Sensoren und dazugehörige Steueralgorithmen für den Bordcomputer lassen sich beliebig anfügen. Das JPL erhofft sich Schulprojekte, die den Rover auf neue Herausforderungen zuschneiden. So könnten Schüler zum Beispiel als Übung einen Roboter bauen, der in einer Wüste nach Leben sucht. Das, was Curiosity auf dem Mars macht, ist nämlich nicht einfach technisch zu realisieren.

Der Curiosity-Rover auf sandigem Grund.
Der große Bruder des Open-Source-Mars-Rovers fährt mit seltenem Plutonium-238. Foto: NASA

Vielleicht wird der ROV-E die nächste Generation von Ingenieuren inspirieren, die sich dann für eine Karriere in der Raumfahrt entscheiden. Dank der veröffentlichten Baupläne kann natürlich jeder das Gerät auch für ganz irdische Zwecke nachbauen. Zumindest mit Zeit und einer gut ausgestatteten Werkstatt.

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