Leben

Rapper Akon bringt Afrika mit Solaranlagen zum Leuchten

von Ji-Hun Kim

Solaranlagen sind der große Hoffnungsträger für Afrika. Rapper Akon ("Lonely") setzt mit seiner Initiative den Kontinent unter Strom.

Kleine Solaranlagen im Geschäft
Gutes Angebot: Für Afrika sind vor allem kleine, dezentrale Stromquellen ("off grid") nützlich. Foto: Corrie Wingate

Das erfahren Sie gleich:

  • In Afrika leben hunderte Millionen Menschen ohne Strom
  • Solaranlagen sollen die Energiearmut bekämpfen
  • Eine Initiative des Musikers Akon hat bereits über 200.000 Solarprojekte realisiert

Mit der Solaranlage gegen Energiearmut

Stellen Sie sich ein Leben ohne Strom vor. Ein Leben ohne Smartphone, Internet, Kühlschrank, Herd, Waschmaschine, Fernsehen und so weiter. Was in der westlichen Welt einem Kollaps gleichkäme, ist für sehr viele Menschen in Afrika Alltag. Die IEA (International Energy Agency) schätzt, dass 1,2 Milliarden Menschen weltweit keinen gesicherten Zugang zu Strom haben, mehr als die Hälfte davon in Afrika. Aber es gibt Hoffnung: Solaranlagen stellen eine wichtige Möglichkeit dar, wirksam gegen die sogenannte Energiearmut anzukämpfen. Zahlreiche Kampagnen und Initiativen zeigen, dass die Versorgung mit Strom für die Population in Entwicklungsgegenden mindestens genauso wichtig ist wie der Zugang zu Nahrung und sauberem Wasser.

Akon und sein Kampf für Solarpanel

Der 1973 in St. Louis/Missouri geborene Aliaume Damala Badara Akon Thiam hat als Rapper, Songwriter und Produzent unter seinem Künstlernamen Akon einige Welthits produziert. 2005 landete er mit seinem Song „Lonely“ auf Platz 1 der deutschen und britischen Singlecharts, wurde fünfmal für den Grammy nominiert. Superstars wie Michael Jackson, Lady Gaga und David Guetta haben mit ihm zusammengearbeitet. Seit sieben Jahren engagiert sich der Künstler mit seiner Stiftung „Akon Lighting Africa“ für eine unbürokratische Stromversorgung in Afrika. Mit Erfolg: Die Initiative hat in bereits 17 afrikanischen Ländern 203.200 Solarprojekte realisieren können. Von sogenannten Mini-Grids über Solarpanel für Wohnhäuser bis zu sonnenbetriebenen Straßenlaternen. Gerade ländliche Gegenden leiden unter der mangelhaften Stromversorgung. Eine unter anderem energieeffiziente Beleuchtung – so die Initiatoren – sorgt daher für zahlreiche Verbesserungen im täglichen Leben.

Musiker Akon
Unter Strom: Rapper Akon fördert mit seiner Initiative den Bau von Solaranlagen in Afrika. Foto: Akon Lighting Africa

Solaranlagen schaffen ein besseres Leben

Die Selbstverständlichkeit von Strom in unserem Alltag macht es zunächst schwer, sich überhaupt vorstellen zu können, welches Potential nachhaltige Solarprojekte in Afrika haben können. Bauern und Händler können endlich ihre Waren länger zum Verkauf anbieten; Schneider und Handwerker können dank Beleuchtung mehr Aufträge annehmen; Schülerinnen und Schüler können abends ihre Hausaufgaben machen und lernen; Straßenlaternen sorgen für mehr Sicherheit im Verkehr wie auch für Einzelpersonen, und vielerorts wird in der dunklen Tageszeit ein soziales Leben durch Laternen erst wirklich möglich gemacht. Auch der Strom für Handys und Laptops muss nicht mehr an teuren Benzingenerator-Stationen pro Ladung erstanden werden.

Es ist nicht zu akzeptieren, dass Millionen Menschen nur mit Hilfe von Kerosin und Kerzen Licht erzeugen können.

Ziel ist es dabei, eine Unabhängigkeit von großen Netzen zu schaffen. Es geht dabei um wirtschaftliche Potentiale, Stärkung von lokalen Ökonomien und dem Aufbau einer unabhängigen Mittelschicht. Die seit 2006 aktive Charity-Organisation SolarAid setzt sich ebenfalls für Solarprojekte in Ländern wie Uganda, Malawi und Sambia ein. John Keane, CEO von SolarAid, erklärt: „Im letzten Jahrzehnt haben innovative Businessmodelle und technologische Entwicklungen eine Menge erreicht. Dank Solarenergie konnten viele Millionen Menschen mit Licht und Strom versorgt werden. Schätzungen besagen aber, dass im Jahr 2030 noch immer hunderte Millionen Menschen nur mit Hilfe von Kerosin und Kerzen Licht erzeugen werden können. Das ist nicht zu akzeptieren, denn Lösungen sind vorhanden. Sonnenlicht und effiziente Solartechnik existieren und müssen nicht erst erfunden werden.“

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Lichtblick: Mit dezentraler Energieversorgung über Solarpanel kann das Leben der Menschen in Afrika massiv verbessert werden. Foto: Corrie Wingate

Wasser mit Solarenergie

Der Österreicher Dietmar Stuck ist Erfinder der Solar Pump, der weltersten solarbetriebenen Wasserpumpe, die im DIY-Prinzip aufgebaut werden kann. Hier soll mit Hilfe von moderner Solartechnologie für mehr wartungsarme und zuverlässige Brunnen in Afrika gesorgt werden. Denn neben Strom ist auch sauberes Trinkwasser Mangelware für viele Menschen in Afrika. Das dafür gegründete Unternehmen Pumpmakers will Millionen Menschen weltweit den Zugang zu Wasser und Arbeit ermöglichen. „All jenen, die ihr eigenes Business gründen wollen, bietet unser Konzept genau die Unterstützung, die sie benötigen“, erklärt Stuck, „gleichzeitig machen wir Menschen unabhängiger mit überlebensnotwendigem Wasser für Landwirtschaft, Tiere und für den Anbau von Getreide, Gemüse und Obst. So wirken wir gezielt der weltweiten Wasserknappheit und Armut entgegen, denn Wasser schafft Leben und Jobs.“

Die hier erwähnten Beispiele sind bei weitem nicht die einzigen Initiativen, die sich für Energie und Wasser in Entwicklungsgegenden engagieren. Ihnen allen gemein ist aber die Idee, dass nachhaltige Entwicklungshilfe nicht nur darin besteht, Nahrungsmittel zu spenden, sondern Infrastrukturen und Unabhängigkeit für die dortigen Bewohner zu schaffen.

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