Leben

Rad-Paradies Malmö: Erstes Hotel für Fahrradfahrer

von Sabrina Lieb

Ein ganzes Hotel nur für Fahrradfahrer? Gibt es jetzt tatsächlich - im schwedischen Malmö. Lesen Sie mal, was das Hotel so besonders macht.

Außenansicht des Hotels Ohboy
Radlager: Im Hotel Ohboy in Malmö gehört das Rad zur Zimmerausstattung. Foto: Ole Jais

Das erfahren Sie gleich:

  • Malmö gehört zu den fahrradfreundlichsten Städten Europas
  • Jetzt hat dort das erste Hotel nur für Fahrradfahrer geöffnet
  • Schon bei der Konzeption stand das Rad im Mittelpunkt

In dieser Stadt hat das Rad Vorrang

Das Paradies für Fahrradfahrer ist 77 Quadratkilometer groß und liegt direkt am Meer. "Jaha", denken Sie jetzt vielleicht, "es geht da wieder mal um Kopenhagen." Aber nein, diesmal nicht, wir sind im Nachbarland: Malmö, die drittgrößte schwedische Stadt, macht Anstalten, Kopenhagen den Rang als europäische Rad-Hauptstadt abzulaufen.

Hier nutzen rund 30 Prozent der Einwohner täglich ihr Fahrrad. Es gibt große Plätze, breite Straßen, schmucke Boulevards und viel Platz selbst in der Innenstadt. In den letzten Jahren wurde in Malmö enorm viel in die Rad-Infrastruktur investiert. Davon zeugen allein die 28 Straßenkreuzungen, an denen ein Vorfahrtsystem für Radfahrer eingerichtet wurde. Nun legt Malmö noch eins oben drauf: Mitten in der Innenstadt wurde das erste Haus eröffnet, das komplett auf die Bedürfnisse von Fahrradfahrern angepasst ist.

Jedes Zimmer ist mit einem Leihrad ausgestattet.

Das Fahrradhotel liegt in unmittelbarer Nähe zum Hauptbahnhof, zur Innenstadt und zum Strand und funktioniert wie ein Self-Checkin-Hotel. Von der Straße aus haben die Gäste einen direkten Zugang zu ihren Appartements. In den kleinen, grünen Vorgärten können die Fahrräder bequem angeschlossen werden. Wer kein eigenes Vehikel dabei hat, kann sich bequem eins leihen. Hier ist jedes Zimmer mit einem Leihrad ausgestattet, das an das städtische "Malmö By Bike"-System angeschlossen ist. Öffentlich zugänglich ist zudem eine hauseigene Werkstatt mit vielen Luftpumpen und umfangreichem Fahrrad-Werkzeug.

Platz für alle Arten von Rad

Entworfen wurde das Fahrradhaus im Stadtteil Västra Hamnen vom Architektenbüro Hauschild + Siegel. Halb Hotel, halb Wohnhaus: Neben den 31 stilvoll eingerichteten Motelzimmern im Erdgeschoss befinden sich in dem Cykelhuset Ohboy noch weitere 55 Wohnungen in den oberen sechs Geschossen. Extra breite Türen, Flure und Gänge im gesamten Haus lösen schon Platzprobleme, bevor sie entstehen.

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Der Aufzug wurde so konzipiert, dass er groß genug ist, um auch Cargobikes zu transportieren. Dabei öffnet er sich in beide Richtungen, so dass der Ein- und Ausstieg problemlos möglich ist. Und die konventionellen Parkplätze und Tiefgaragen? Die sucht man in dem Fahrradhaus vergeblich. Dafür hat jede Wohnung einen direkten Fahrradzugang. Für größere Lastenräder hingegen gibt es spezielle Parkzonen und für E-Bikes gar eine Ladestation. Wer sich selbst zu den Schönwetter-Radler zählt, der bekommt zudem eine Monatskarte für den öffentlichen Nahverkehr. Und sollten die Besorgungen doch mal zu groß für den Drahtesel sein, kommen alle Hausbewohner automatisch in den Genuss einer Mitgliedschaft bei einem örtlichen Carsharing-Service. Nach den Architekten symbolisiert das Cykelhuset Ohboy ein Puzzleteil in einer dichten, grünen Stadt, dessen Bewohner umweltbewusst und mit einer hohen Lebensqualität leben wollen.

Malmö und Berlin machen es ähnlich

Mit der Eröffnung des Fahrradhauses in Malmö wurde eine langfristige Lösung für ein Leben mit maximaler Mobilität geschaffen. Und wie sieht es hierzulande aus? Auch Berlin blickt in der Zwischenzeit auf ein fertiges Fahrradhaus. Das Fahrradloft ist eine Baugemeinschaft am Nöldnerplatz im Bezirk Lichtenberg, das aus zwei fahrradfreundlichen Wohnhäusern besteht, die durch einen großen Gemeinschaftsgarten verbunden sind. Jede Wohnung in den beiden Häusern hat einen eigenen Fahrradparkplatz. Ein Transponder öffnet die Eingangstüren automatisch. Mittlerweile sind alle Wohnungen im Fahrradloft in Berlin belegt, was nicht nur am Wohnungsmangel in der Hauptstadt liegen wird.

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