Technik

Kein Stau und alles läuft reibungslos? Quantencomputer regeln bald den Verkehr

von Carola Franzke

V2X-Kommunikation: Mehrere Unternehmen kooperieren in einem Projekt, um Quantencomputer für die Verkehrsregelung der Zukunft einsatzfähig zu machen.

Stau auf der Autobahn von oben.
Stau könnte bald der Vergangenheit angehören – denn Quantencomputer könnten den Verkehr effizienter und reibungsloser machen. Foto: Shutterstock / Michael Gancharuk

Das erfahren Sie gleich:

  • Warum zukünftig unter anderem durch V2X-Kommunikation große Datenmengen anfallen
  • Weshalb die Verkehrsregelung und -optimierung dadurch sehr viel komplexer wird
  • Wieso ultraschnelle, leistungsfähige Quantencomputer die Lösung für diese Aufgaben sein könnten

Die nächste große Veränderung in Straßenverkehr und öffentlichem Nahverkehr ist zweifellos eine flächendeckende Verbreitung von Elektrofahrzeugen. Die nächste Evolutionsstufe wird ebenso ohne Zweifel die Einführung von autonomen Fahrzeugen sein: Die selbstfahrenden Autos, Busse und Lkw müssen sich untereinander und mit den Verkehrszeichen verständigen.

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Die sogenannte V2X-Kommunikation – also „Vehicle-to-everything“ – bedeutet ein großes Datenvolumen, das sich in Sekundenbruchteilen ständig ändert. Laut einer Idee des Volkswagen-Konzerns und seiner Kooperationspartner könnten dann Quantencomputern die Verkehrsregelung übernehmen.

V2X-Kommunikation: Quantencomputer zur Verkehrsregelung

Sie wollen im ersten Schritt ein Verkehrsmanagementsystem entwickeln, das unter anderem zuverlässig vorhersagt, wie sich das Verkehrsaufkommen entwickelt: Mit welchem Passagieraufkommen müssen Computer auf welchen Routen rechnen. Basierend darauf können Taxiunternehmen und Verkehrsunternehmen ihre Planung für Volumen und Verfügbarkeit anpassen. Die Flotteneffizienz soll verbessert und die Wartezeiten für die Passagiere verringert werden.

Auf der Technologiekonferenz Web Summit in Lissabon stellte Volkswagen das gemeinsame Projekt mit Google und D-Wave vor. Es zeigt, wie zukünftig Quantencomputer für Aufgaben in der Verkehrsregelung eingesetzt werden könnten.

Die nächste Ära der Quantencomputer erfordert Anwendungsentwicklung, und D-Wave hat sich vom ersten Tag an auf praktische Anwendbarkeit konzentriert.

Bo Ewald, Präsident von D-Wave

Sicherheit und Komfort stehen im Fokus

Für eine sichere Mobilität in der Zukunft sind neue Stadtentwicklungskonzepte notwendig, wie auch weitere gesellschaftliche und politische Veränderungen. Eine flächendeckende Einführung von Elektrofahrzeugen etwa geht mit vielen Begleiterscheinungen und Anforderungen einher.

Benötigt wird eine komplett veränderte Infrastruktur mit etwa ausreichend Ladestationen, stabile und leistungsstärkere Stromversorgung und Fachwerkstätten mit den entsprechend ausgebildeten Experten für Elektromobilität.

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Sicherheit wird zur komplexen Aufgabe

Der nächste Entwicklungsschritt, nämlich eine zunehmende Autonomisierung von Fortbewegungsmitteln, geht mit dem beschriebenen riesigen Datenvolumen einher. Jeder Verkehrsteilnehmer, jedes Fahrzeug, jede Bewegung, jede Interaktion zwischen den Akteuren: All das müssen die Computer kalkulieren und optimieren. Dabei geht es langfristig nicht nur um Effizienz und Wartezeiten, sondern auch um Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer.

Die Menge und Komplexität dieser Daten ist für heute existierende Rechnersysteme nicht zu bewältigen. Vor allem nicht in Reaktionsgeschwindigkeiten, die für eine sichere Verkehrsregelung erforderlich wären. Quantencomputer mit ihrer Fähigkeit zur gleichzeitigen Ausführung vieler verschiedener Rechenoperationen könnten tatsächlich die Lösung für diese komplexen Aufgaben sein. Vorausgesetzt, man schafft rechtzeitig die Voraussetzungen und beginnt mit der Entwicklung geeigneter Systeme.

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