Elektromobilität

Roboter vs selbstfahrendes Auto: War es nur ein Werbegag?

von
Paul Bandelin

Ein Video zeigt, wie ein selbstfahrendes Auto vor den Messehallen der CES in Las Vegas offenbar einen Roboter von Promobot umgefahren und liegengelassen hat.

Tesla Model S im Sonnenuntergang
Friedliches Elektroauto oder kaltblütiger Roboter-Mörder? Ein Tesla Model S soll einen Androiden der Firma Promobot umgefahren haben. Doch stimmt das wirklich? Foto: Tesla

Das erfahren Sie gleich:

  • Wer beim Duell zwischen Roboter und Auto den Kürzeren zog
  • Ob es sich bei dem Video um einen dreisten Fake handelt
  • Warum Promobot nicht das erste Mal mit einer seltsamen Geschichte auffällt

Geht er jetzt los, der Kampf der Maschinen? Dem russischen Unternehmen Promobot zufolge hat ein Tesla Model S einen Roboter des Unternehmens angefahren und dabei zerstört. Ein veröffentlichtes Video dokumentiert den Vorfall. Doch was ist darauf wirklich zu sehen? Der Clip wirft viele Fragen auf.

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Ein „Robocide“ oder ist der Clip lediglich ein Werbegag? Tagelang ging die Diskussion in den weltweiten Medien hin und her. Ist der Tesla schuld? Stand der Roboter einfach falsch? Wie hat das Auto oder der Fahrer ihn nicht sehen können?

Promobot geht theatralisch zu Boden

Am Rande der Consumer Electric Show 2019 (CES) in Las Vegas kam es zu einem skurrilen Vorfall, den eine Videokamera aufzeichnen konnte. Die Szenerie: Der Promobot des Modells v4 steht in den Abendstunden am Straßenrand vor einer der Messehallen. Was genau er dort macht, ist nicht klar.

Im nächsten Moment nähert sich ein Tesla Model S mit langsamer Geschwindigkeit und der Roboter kippt wie vom Blitz getroffen zur Seite, während der Tesla seinen Weg unbehelligt mit gleichbleibender Geschwindigkeit fortsetzt. In den sozialen Medien kursierten schnell Gerüchte, das Ganze sei lediglich ein Werbegag von Promobot. Andere hingegen verwiesen auf den Unfall mit Todesfolge aus dem vergangenen Jahr.

Wer genau hinsieht, dem fällt auf, dass der Roboter für einen Zusammenstoß mit einem zwei Tonnen schweren Fahrzeug in einer ungewöhnlichen Bewegung zu Boden geht und nicht ganz klar ist, ob es überhaupt zu einer Kollision gekommen ist. Trotzdem hat der v4 laut Oleg Kivokurtsev, Development Director von Promobot, bei der Kollision einen irreparablen Totalschaden erlitten.

Dagegen spricht, dass der Tesla nicht stehen bleibt und einfach weiterfährt. Unabhängig davon, ob ein menschlicher Fahrer das Auto gesteuert hat oder ob es autonom unterwegs war, ist Teslas Technologie mittlerweile so ausgereift, dass sie Hindernisse erkennt und im Falle einer Kollision zumindest anhält. Darüber hinaus sieht der auf der Seite liegende v4 – aus der Entfernung beurteilt – nicht sonderlich beschädigt aus.

War es ein intendierter Unfall?

Wie unterschiedliche Medien übereinstimmend schreiben, ist mittlerweile aber wohl deutlich geworden, dass es sich nicht wie anfangs vermutet um einen Werbegag handelt. Der Fahrer des Tesla sei an der nächsten Ecke ausgestiegen, habe den Schaden begutachtet und sich anschließend bei Promobot gemeldet. Eigenen Angaben zufolge war er durch das Assistenzsystem des halbautonomen Teslas kurz abgelenkt und habe sich nicht auf die Straße konzentriert.

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„Da wir aber eine Mitschuld an dem Unfall tragen, haben wir uns die Hände geschüttelt und uns darauf geeinigt, keine große Sache daraus zu machen“, so Oleg Kivokurtsev. Damit scheint die Sache gegessen, wäre da nicht der Fakt, dass Promobot in den letzten Jahren bereits häufiger durch Guerilla-Marketing aufgefallen ist.

Vor zwei Jahren etwa entstand ein Clip, indem ein Roboter von Promobot angeblich selbstständig geflohen war und einen Verkehrsstau in Russland verursachte. Sollte es tatsächlich nur ein Werbegag sein, ist mehr als fraglich, ob auch Tesla darüber lachen kann.

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