Technik

Projekt Makani: Googles Drachen-Windturbinen erzeugen Strom

von
Marten Zabel

Mit Projekt Makani geht eine weitere neue Technologiefirma aus Googles X-Labs an den Start. Fliegende Turbinen könnten die Zukunft der Windkraft sein.

Eine Windturbine und eine Drachen-Drohne von Makani.
Kurz vor dem Start: Die Drachen-Drohne von Makani ist bisher in ersten Testregionen unterwegs. Foto: Makani

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie Googles Mutterkonzern Alphabet jetzt mit Makani Power auf Windkraft setzt
  • We die fliegenden Windturbinen von Makani den Bau von Windparks revolutionieren könnten
  • Warum besonders der Offshore-Bereich davon profitieren könnte

Googles Mutterkonzern bringt mit "Makani" ein weiteres Projekt aus der X Moonshot Factory von der Entwicklungs- in die operative Geschäftsphase. Das neu ausgegründete Unternehmen soll eine neuentwickelte Technologie vermarkten: Fliegende Windkraftanlagen. Sie fliegen wie ein Drachen am Seil in die Höhe und sind somit Windturbinen, die ohne Turmbau auskommen.

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Makani: Eine fliegende Windturbine

Die Drachen von Projekt Makani sehen auf den ersten Blick aus wie ein Drohnenflugzeug mit Flügeln und horizontalen Rotoren. Die AWT (kurz für Airborne Wind Turbine) werden vom Wind in der Luft gehalten und sind mit einer Kabelleine mit einer Bodenstation verbunden. Die Leine hält den Drachen in der Luft und führt die elektrische Energie ab, die mit den an Bord befindlichen Turbinen erzeugt wird.

Die AWT soll in einer Höhe von etwa 300 Metern zum Einsatz kommen und computergesteuert in Bögen und Kreisen hin- und herziehen, um die Energiegewinnung zu maximieren. Die große Höhe bringt dabei einige Vorteile mit sich:

  • Die Windturbinen sind weiter vom Boden entfernt
  • Somit verursachen sie weniger Ärger in Form von Lärm und Schlagschatten
  • Außerdem sind die Winde in größerer Höhe zuverlässiger und stärker

Reguläre Windkraftwerke sind inzwischen in den meisten flachen oder küstennahen Gegenden kaum noch aus dem Landschaftsbild wegzudenken. Die fliegende Version bietet ihnen gegenüber drei entscheidende Vorteile:

  1. Die Drachen benötigen statt eines Turms nur einen Ankerpunkt, an dem sie befestigt werden
  2. Dadurch werden sie sehr viel flexibler und unabhängig von einer festen Installation
  3. Außerdem sind sie 90 Prozent leichter als aktuelle Kraftwerke mit Windturbinen gleicher Leistungsfähigkeit

Projekt Makani als Teil der X-Labs

Projekt Makani startete als eigene Firma vor rund 13 Jahren, wurde 2013 allerdings von Google gekauft und in die X-Labs, also die Entwicklungsabteilung für besondere Zukunftstechnologien, integriert. Neben anderen Projekten, wie Waymo für die Entwicklung selbstfahrender Autos oder Loon für Internetballons, wird nun auch Makani als Ausgründung eine eigenständige Firma unter dem Dachkonzern Alphabet und soll sein Produkt nun auf dem freien Markt zu Geld machen.

Der niederländische Energie- und Erdölkonzern Shell hat sich bei der Ausgründung von Makani aus den X-Labs mit einer Minderheitsbeteiligung eingekauft. Mit Blick auf erneuerbare Energien will der Konzern die Technik in den eigenen Offshore-Windparks einsetzen. Der Konzern soll bei Makani die nötige Erfahrung im Betrieb schwimmender Anlagen einbringen.

Ihr Einsatzgebiet: Offshore-Windparks

Für Makani ist vor allem der Offshore-Bereich als Einsatzgebiet interessant: Mehrere hundert Millionen Menschen leben in Küstennähe, wo stets starke Winde vorhanden sind. Gleichzeitig sind aber zwei Drittel der Küstengewässer zu tief, um mit aktueller Technologie reguläre Offshore-Windkraftanlagen kommerziell erfolgreich aufbauen zu können.

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Statt eines Fundaments bis auf den Seeboden benötigen die Makani-Drachen aber lediglich eine Spierentonne, eine Boje also. Damit lassen sie sich praktisch überall da nutzen, wo ein Kabel zum Abtransport der gewonnenen Elektrizität verlegbar ist.

Bislang wurden die AWTs vor allem auf Hawaii getestet. Mit der Beteiligung von Shell sind Demo-Anlagen in Norwegen geplant, die noch in diesem Jahr ans Netz gehen sollen.

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