Technik

Projekt Dunant: Google baut privates Unterseekabel

von
Paul Bandelin

Das erste privat finanzierte Transatlantik-Unterseekabel kommt von Google und verbindet die USA mit Westfrankreich. Wie viel besser wird damit das Internet?

Nahaufnahme der Google-Zentrale
Verbindet die USA und Europa: Google-Zentrale in Mountain View, Kalifornien. Foto: picture alliance / Ole Spata

Das erfahren Sie gleich:

  • Warum Unterseekabel für den Telefon- und Datenverkehr so wichtig sind
  • Wie Google und TE Connectivity SubCom zusammen ein Kabel von der US-Ostküste nach Frankreich verlegen
  • Wie die Google-Cloud-Dienste in Europa dadurch beschleunigt werden

Bereits 1956 ging das erste, 3600 Kilometer lange Transatlantik-Telefonkabel zwischen Oban in Schottland und Neufundland in Betrieb – 707 Anrufe übertrug das Kabel in den ersten 24 Stunden zwischen Nordamerika und London. Google plant nun einen weiteren Schritt: Das erste privat finanzierte Transatlantik-Unterseekabel.

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Dunant soll es heißen, nach dem Schweizer Friedensnobelpreisträger und Rote-Kreuz-Gründer Henry Dunant, und primär Googles Cloud-Dienste in Europa weiter beschleunigen. Das Ziel ist dabei klar: Eine größere Unabhängigkeit von bereits bestehenden Hochleistungs-Datenkabeln.

Zusammenarbeit mit TE Connectivity SubCom

In Zusammenarbeit mit dem in New Jersey ansässigen Unternehmen TE Connectivity SubCom will Google bis Ende 2020 ein Kabel auf den Meeresboden bringen, das von Virginia Beach bis zur französischen Westküste verlaufen soll. Von dort soll es mit einem Google-Rechenzentrum in Belgien verbunden werden.

Wir sind stolz darauf, mit Google an diesem wichtigen Kabelsystem zu arbeiten und dabei zu helfen, die Internetleistung für alle zu erhöhen.

Sanjay Chowberry, CEO von TE SubCom

Das Vierfaser-Kabelsystem soll sich laut Plan über eine Distanz von insgesamt 6400 Kilometern erstrecken und eine Verbindung zu anderen unterseeischen Kabeln ermöglichen können. Unternehmensangaben zufolge schlägt Google mit der Technik zwei Fliegen mit einer Klappe:

  • die globale Konnektivität erhöht sich
  • das Googles Cloud-Netzwerk wird zuverlässiger

Google-Cloud profitiert

Bevor das Dunant-Kabel im Atlantik aktiv wird, soll 2019 im Pazifik mit Curie bereits ein anderes Kabel in Betrieb gehen – benannt nach der Physikerin und Nobelpreisträgerin. Das internationale Unterseekabel wird die erste privat finanzierte Leitung zwischen zwei Kontinenten.

Es soll sich von Los Angeles aus an der Küste entlang über Mittelamerika bis hinunter in den Süden des Kontinents nach Chile ziehen. Auch hier ist der Zweck die Beschleunigung der eigenen Cloud-Services.

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Google kündigte zudem zwei weitere Kabel an. Eines soll Havfrue heißen und für eine Verbindung zwischen den USA und Nordeuropa sorgen. In Dänemark wird es den Kontinent erreichen. Zudem soll es eine Leitung von Hongkong nach Guam im Marianen-Archipel geben.

Insgesamt haben die Investitionen ein Volumen von rund 100 Millionen US-Dollar. Hinzu kommen noch Wartungs- und Reparaturkosten. Ein Unterseekabel hat im Schnitt eine Lebensdauer von 15 bis 25 Jahren und bedarf einer permanenten Beobachtung.

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