Leben

Raumfahrt 2019: Private Weltraumreisen und Planetenforschung

von
Marten Zabel

Im Jahr 2019 wird die weltweite Raumfahrt die Früchte vieler langjähriger Projekte ernten. Firmen wie Rocket Lab und SpaceX spielen dabei große Rollen.

Der Blick auf die Erde aus dem Weltall.
Den Blick aus dem Weltall auf die Erde könnten private Interessenten vielleicht 2019 bereits genießen – aber es passiert noch mehr in Sachen Raumfahrt in diesem Jahr.

Das erfahren Sie gleich:

  • Warum 2019 in der Raumfahrt einige große Meilensteine bringen wird
  • Wie Rocket Lab 12 Raketen im Jahr starten und kommerziell Kleinsatelliten transportieren wollen
  • Wie SpaceX und Boeing planen, erstmals Menschen in den erdnahen Orbit zu bringen

Das aktuelle Jahr bleibt in Sachen Raumfahrt äußerst spannend: Vor allem die kommerziellen Anbieter haben im Vorjahr große Fortschritte gemacht, die in 2019 in Form von echten Missionen Früchte tragen sollen. Aber auch die traditionellen, staatlichen Raumfahrtagenturen erwarten in diesem Jahr größere Meilensteine in der Weltraumforschung.

Lesen Sie auch

Ladestation

aio-Empfehlung

Unter Strom! Mobilität wird elektrisch

In der privaten Raumfahrt hat 2018 gezeigt, dass kommerzielle Reisen ins All nicht nur möglich, sondern effektiv sind. Dieser Trend setzt sich 2019 in verschiedenen Kategorien fort: Dank günstiger Kleinraketen können sich nun auch Unternehmen außerhalb der Top-Ränge der Wall Street eigene Satelliten leisten.

Nach Jahrzehnten an Versprechen wird es in diesem Jahr wohl erstmals Weltraumtouristen geben, die mit privaten Anbietern ins All fliegen. Außerdem ersetzt das Commercial Crew Programme der NASA acht Jahre nach dem Ende des Space Shuttles endlich die Fähigkeit der USA, Menschen in den erdnahen Weltraum zu bringen.

Rocket Lab und der günstige Zugang zum All

Rocket Lab hat als einer der ersten kleineren Privatanbieter seine Rakete im Jahr 2018 ins All geschossen. Die Electron soll in diesem Jahr rund 12 kommerzielle Starts hinlegen und kleine Cubesats für verschiedene Firmen und Einrichtungen im niedrigen Erdorbit platzieren.

Aber Rocket Lab arbeitet nicht ohne Konkurrenz: Experten gehen davon aus, dass der globale Markt bis zu drei Firmen in dieser Sparte vertragen könnte. Virgin Orbit und Stratolaunch wollen kleinere Orbitalraketen von Flugzeugen aus starten und zumindest ersteres Unternehmen plant für dieses Jahr erste Starttests. Auch in China erwächst im Segment der Kleinstsatellitenstarts eine Sparte von Privatunternehmen heran. 2019 ist da spannend.

Das SpaceShip Two und die New Shepard

Der Weltraumtourismus mit kommerziellen Anbietern wird mit großer Wahrscheinlichkeit in diesem Jahr tatsächlich Realität. Virgin Galactics SpaceShipTwo hat im Jahr 2018 erstmals mit einem Testpiloten seine Zielhöhe erreicht und soll in diesem Jahr den kommerziellen Dienst aufnehmen.

Das von einem Trägerflugzeug startende Raumfahrzeug erreicht zwar keinen Orbit, dafür aber eine Flughöhe, die zumindest einigen Definitionen des Weltraums entspricht. Die vielen Vorbesteller für einen Kurztrip über die Atmosphäre werden sich freuen – sie warten teils schon seit vielen Jahren auf die Einlösung ihres Tickets und sind teilweise, wie etwa im Fall von Stephen Hawking, bereits verstorben.

Auch hier gibt es allerdings bereits Konkurrenz: Ebenfalls in diesem Jahr will Jeff Bezos‘ Unternehmen Blue Origin mit seiner vollständig wiederverwendbaren Rakete New Shepard erstmals Testpassagiere befördern. Bezos‘ Firma plant zwar auch kommerzielle Starts von Mensch und Material in größere Höhen und in den Orbit, die New Shepard ist allerdings von den Projekten am weitesten fortgeschritten und bereits mehrfach erfolgreich – aber unbemannt – abgehoben.

SpaceX und Boeing mit Menschen an Bord

In diesem Jahr sollen erstmals Privatunternehmen Menschen zur ISS bringen: SpaceX und Boeing wollen ihre jeweiligen Raumfahrzeuge im Sommer so weit haben. Nach acht Jahren bedeutet das für die USA wieder einen eigenen Zugang zur Raumstation, deren Besatzung seit dem Ende des Space Shuttles auf russische Sojus-Transporter angewiesen ist.

Im Gegensatz zum Space Shuttle werden die Flüge per Falcon 9 mit Dragon-Kapsel aber deutlich günstiger: Schätzungen gehen davon aus, dass SpaceX mit seinem Preis von rund 100 Millionen US-Dollar pro Start auf gerade einmal ein Achtel der Kosten kommt. Das bedeutet für die NASA, dass sie mit ihrem Budget weiter kommt – schließlich sind etwa 80 Prozent der Kosten jeder Raummission der Transport ins All.

Auch das Starship von SpaceX soll in diesem Jahr erstmals fliegen – zumindest in Form eines Testgeräts aus rostfreiem Stahl. Das könnte ein ähnlich spektakulärer Anblick werden, wie es Anfang 2018 der erste Testflug einer Falcon Heavy war, die den kirschroten Tesla von Firmenchef Elon Musk in Richtung Mars schoss.

Auch die Planetenforschung liefert

Auch die unbemannte Raumfahrt wird 2019 spannende neue Ergebnisse liefern: OSIRIS-REx kreist um den Asteroiden Bennu und wird Forschungsdaten übermitteln, Hayabusa2 macht das gleiche beim Asteroiden Ryugu. Der Marslander InSight erforscht den roten Planeten, während Chang'e-4 weiter Daten von der Mondrückseite sendet.

Leben

Updates abonnieren und Dossier "E-Mobility" gratis erhalten.

Auch New Horizons liefert weitere Informationen vom Rande des Sonnensystems: Die meisten der Daten vom Vorbeiflug an Ultima Thule stehen aufgrund der langsamen Übertragungsrate nämlich noch aus.

Das Jahr 2019 wird in der Weltraumforschung noch viele Früchte von Projekten tragen, die bereits seit vielen Jahren laufen. Es bleibt spannend am Nachthimmel!

Auch interessant

Diese Website verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie dem zu. Um mehr über die von uns verwendeten Cookies zu erfahren und wie man sie deaktiviert, können Sie unsere Cookie-Richtlinie aufrufen.

Schließen