Elektromobilität

Praktische Fahrprüfung für autonome Autos

von Carola Franzke

Selbstfahrende Autos müssen viel mehr können, als bei Sonnenschein geradeaus fahren: Eine praktische Fahrprüfung simuliert den realen Straßenverkehr.

Eine Straße im Wald, die Bäume sind verschneit, Nebel versperrt in großen Teilen den Blick auf die Fahrbahn. An der Seite steht ein Schild, das vor Wildwechsel warnt.
"Achtung Wildwechsel": Selbstfahrende Autos müssen nicht nur bei strahlendem Sonnenschein auf geraden Straßen fahren – eine virtuelle praktische Fahrprüfung simuliert mögliche Bedingungen. Foto: Unsplash/Filip Zrnzević

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie sieht eine praktische Fahrprüfung für selbstfahrende Autos aus?
  • Wie lässt sich eine reale Testumgebung für das autonome Fahren simulieren?
  • Und was passiert, wenn im teilautonomen Auto der Faktor Mensch hinzukommt?

Praktische Fahrprüfung für selbstfahrende Autos

Sicherheit ist die größte Herausforderung für autonomes Fahren: Sicherheit für die Passagiere und die anderen Verkehrsteilnehmer. Selbstfahrende Autos auf den ganz normalen Wahnsinn im Straßenverkehr vorzubereiten und dies in einer Art praktischer Fahrprüfung zu testen, das scheint die logische Schlussfolgerung für die Zukunft der Elektromobilität.

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Was einfach klingt, ist eine hochkomplexe Aufgabe und lässt sich im Prinzip nur mit Unterstützung von mathematischen Modellen und Simulationen lösen. Denn für solche praktischen Fahrprüfungen ist nicht nur die komplexe, vielfältige Testumgebung eine Herausforderung. Tests über lange Zeiträume sind nötig, um statistisch valide Erkenntnisse zu gewinnen.

Autonomes Fahren zwischen Labor und Realität

Was genau muss eigentlich getestet werden? Komplett autonomes Fahren bedeutet, dass das Auto auf jede mögliche Situation reagieren kann. Also auch auf den nächtlichen Schneesturm und ein Reh auf der Straße. Solche Tests lassen sich natürlich nicht wirklich durchführen, da sich Wetter und Reh selten nach den Wünschen von Entwicklern und Fahrzeugtestern richten. Man greift also für die Fahrprüfungen größtenteils auf eine Mischung von Realität und Simulation zurück.

Simulierte Testumgebung

Manche Szenarien lassen sich gut über Laborsimulationen oder Augmented Reality testen, gerade wenn es mögliche, aber nicht alltägliche Situationen sind. Die Reaktion von Sensoren und Kameras wird dabei über Projektionen geprüft. So lässt sich testen, ob das System wirklich auf die Bremse tritt, wenn ein Reh auf der Straße auftaucht oder ein Wildschwein vorbeirennt.

Sensoren müssen sich auch sozusagen selbst testen können: Ein Radar funktioniert im Nebel, Lidar und Kameras jedoch nicht. Registriert das System, dass es sozusagen „blind“ ist? Und wie reagiert etwa ein Radar auf eine Schneeschicht? Kann der Sensor seine eigene Behinderung messen und rechnerisch ausgleichen?

Irgendwann muss das Zusammenspiel aller Funktionen immer auf die Straße und dort Tests durchlaufen. Und werden selbstfahrende Autos nach eingehenden Tests für eine Region freigegeben, dann heißt das nicht gleich, dass sie auch in einer anderen Stadt oder zu einer anderen Jahreszeit zurecht kommen. Autonomes Fahren bleibt also ein spannendes Forschungsgebiet, das sich die Welt erst nach und nach erobern kann.

Ein Reh steht auf einer Landstraße, an den Seiten der Fahrbahn sind Grünstreifen, im Hintergrund ist ein Strommast zu sehen.
Ob Reh oder Wildschwein: Wildwechsel ist fast immer unerwartet. Selbstfahrende Autos müssen eine solche Situation meistern können, wenn sie auf die Straßen sollen. Foto: Unsplash/ Steven Pahel

Faktor Mensch im Test

Besonders spannend sind Tests für teilautomatisiertes Fahren. Gemeint sind Autos der Autonomiestufen Level 3 oder 4, bei der ein Fahrer zum Eingreifen notwendig ist. Schließlich ist es wichtig zu untersuchen, wie und vor allem wie schnell der Mensch reagiert, wenn er sich vorher kaum oder gar nicht auf den Verkehr konzentriert hat. Dazu lässt man Teilnehmer in einem angeblich autonomen Fahrzeug fahren, in dem ein versteckter Fahrer sitzt.

Solche Testfahrten haben beispielsweise die Erkenntnis gebracht, dass die Passagiere sich schnell langweilen oder sogar einschlafen. Keine guten Voraussetzungen, um schnell zu reagieren, wenn Gefahr im Verzug ist.

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Die größte Herausforderung bei der Frage nach der Sicherheit liegt weniger in den Funktionen von Sensoren und Kameras, sondern in der Ethik der autonomen Fahrzeuge, wenn man sich auf das Eingreifen eines Menschen nicht verlassen kann.

Natürlich sollen die selbstfahrenden Autos kritische Situationen vor allem vermeiden, aber was passiert, wenn sie dennoch in ein Dilemma geraten? Beispielsweise wenn eine Entscheidung zu treffen ist, bei der entweder anderen Verkehrsteilnehmern oder den eigenen Passagieren Verletzungen drohen.

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