Technik

Post-Roboter in Norwegen: Wenn die Packstation zum Empfänger kommt

von Marten Zabel

Lieferroboter sind in China und den USA längst im Trend. Jetzt testet die norwegische Post einen autonomen Post-Roboter – oder eine mobile Packstation.

Der Post-Roboter der Posten Norge in einer Siedlung.
Der Post-Roboter der norwegischen Post ist bisher noch in der Testphase. Foto: Buddy Mobility

Das erfahren Sie gleich:

  • Weshalb in Norwegen jetzt ein Post-Roboter die Post bringt
  • Wie die mobile Packstation in Testläufen bis zu 100 Haushalte bedient
  • Wo Lieferroboter längst Einkäufe, Pakete und Lebensmittel liefern

Posten Norge, das nowegische Postunternehmen, hat seit kurzem einen neuen Mitarbeiter: Einen Lieferroboter, der ganz autonom die Post austrägt. Der kantige Kollege kann die Post für etwa 100 Empfänger transportieren.

Entwickelt hat den Postroboter ein Unternehmen mit Niederlassungen in Oslo und San Francisco, Buddy Mobility, in Zusammenarbeit mit Last Mile Logistics, einem Unternehmen aus den Niederlanden. Posten Norge ist der erste Kooperationspartner, der den Roboter im Einsatz testet. Weitere Tests mit anderen Partnern sollen folgen.

Post-Roboter: Die mobile Packstation

Der norwegische Postroboter ist eigentlich eine Art mobile Packstation. Denn es gibt verschieden große Fächer, sodass auch dickere Briefe, Zeitschriften und Päckchen darin Platz finden können. Der Roboter orientiert sich mit Hilfe von Sensoren und Kameras und navigiert so ganz autonom auf seiner Route.

Im Verteilzentrum wird die rollende Packstation aufgeladen und mit der Post befüllt. Mit etwa sechs Stundenkilometern macht sich der Roboter-Briefträger dann auf den Weg.

Die Empfänger der Sendungen werden über eine App benachrichtigt, dass sie zum Postroboter kommen sollen. Dort authentifizieren sie sich ebenfalls per App, und es öffnet sich das Fach mit der jeweiligen Sendung. Auf diesem Weg lässt sich auch Post verschicken, der Postroboter nimmt die Briefe dann mit ins Verteilzentrum.

Lieferroboter sind überall

Die Packstation auf Rädern wirkt außergewöhnlich, dabei ist sie weltweit sozusagen in bester Gesellschaft: Das Ausliefern von Paketen oder auch Essen lässt sich mit Lieferrobotern relativ gut automatisieren, insbesondere mit den stetigen Verbesserungen in Sachen autonomer Navigation. Daher ist es logisch, dass es so viele Projekte gibt, die an der Lösung dieser Aufgabe arbeiten.

Der Kiwi-Bot etwa liefert auf dem Campus der kalifornischen Universität Berkeley Pizza aus. Der kleine Lieferroboter wird von einem größeren Fahrzeug in die Nähe seiner Lieferadresse gebracht und legt die sogenannte "letzte Meile" eigenständig zurück. Und im US-Bundesstaat Arizona testen Supermärkte einen autonomen Lieferdienst, bei dem Roboterautos die Einkäufe nach Hause bringen.

In China ist sogar ein ganzer Stadtteil zum Testgebiet für Roboterlieferdienste erklärt worden: Hier kommen Pakete und wahlweise auch das Mittagessen per Lieferdrohne oder -roboter direkt ins Büro. Eher wie ein PR-Gag wirkt dagegen der Roboter-Pizza-Kellner "Dilly", der im Restaurant das Essen an den Tisch bringt und die menschlichen Kollegen beim Abräumen unterstützen soll.

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