Technik

Porsche: Autofabrik soll Schadstoffe schlucken

von
Marten Zabel

Eine neue Autofabrik für den Porsche Taycan wird mit einer Wandbeschichtung ausgerüstet, die als Katalysator die Luft von Schadstoffen bereinigen kann.

Porsche Mission E Cross Turismo im Werk
Klappen die Tests bei der Fertigung des Elektroautos Taycan, könnte der hier zu sehende Mission E Cross Turismo bald Klimaneutral hergestellt werden. Foto: picture alliance/dpa

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie Porsche mit einer Autofabrik die Luft reinigen möchte
  • Warum das die Klimabilanz der Fertigung verbessern könnte
  • Wie selbst ganze Städte von der Technologie profitieren sollen

Fabriken für Elektroautos waren bislang noch ein Punkt in der Industrie, bei der auch mit moderner Technik noch Schadstoffe in die Luft gepustet werden. Porsche will jetzt in der Fabrik für den neuen Taycan ein Konzept umsetzen, mit dem sich das ändert. Die Autofabrik der Zukunft soll sogar Schadstoffe aufnehmen und somit den ökologischen Fußabdruck der Produktion unter den Nullpunkt drücken.

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Das erste Pilotprojekt entsteht beim Bau der Fassade der neuen Fabrik für Elektroautos. 126 Quadratmeter Oberfläche werden mit neuartigen Bauelementen verkleidet, die quasi als Open-Air-Katalysator funktionieren. Die Erwartungen an das System sind dabei ziemlich hoch: Die Wandfläche, die der Größe von zehn Parkplätzen entspricht, soll so viele Schadstoffe aufnehmen wie zehn Bäume.

Der Wandkatalysator, den Porsche installiert, soll Stickstoffdioxid aufnehmen und in Form von Wasser und Nitrat wieder abgeben. Möglich macht das eine Oberflächenbeschichtung aus Titandioxid, die als Katalysator Schadstoffpartikel aufbricht und in ihre harmlosen Komponenten zerlegt. Da es sich bei dem Vorgang um eine Katalyse handelt, wird die Beschichtung dabei nicht verändert oder verbraucht und kann zumindest in der Theorie ewig funktionieren.

Porsche: Test für die Taycan-Fertigung

Der große Vorteil dieser Installation am Taycan-Werk ist die passive Funktionalität. Die Wandpaneele benötigen keine Elektrizität und müssen nicht ausgetauscht werden. In der Versuchsphase soll jetzt untersucht werden, wie effizient die Sache in der Praxis tatsächlich läuft.

Oberflächenbehandlungen können zwar im Labor großartig sein, dann aber doch an der Realität scheitern. Ein gutes Beispiel dafür war die Lotus-Beschichtung, die dereinst die Dächer von Häusern ewig haltbar und selbstreinigend machen sollte – dann aber in der Praxis an Pollen und Abgasen scheiterten.

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Wird die Elektroauto-Produktion sauber?

Entsprechend wird sich zeigen müssen, ob die neuen Fabrikwände halten, was sie versprechen. Tun sie es, könnten sie zum Modell für viele weitere Werke und Industrieanlagen werden. Selbst öffentliche Gebäude könnten ihren Beitrag zu sauberer Luft leisten.

Wird dieses Konzept auch noch mit vertikalen Wäldern kombiniert, könnte die Autofertigung der Zukunft grün werden, wie es heute nur Parks sind. Die Ingenieure hinter der Technik sind jedenfalls zuversichtlich, dass sie es schaffen können, den Porsche Taycan komplett klimaneutral zu fertigen. Und das dürfte auch andere Firmen inspirieren.

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