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Pollenallergie: So bleiben Sie trotz Heuschnupfen mobil

von Gertrud Teusen

ZWei Autos fahren auf einer schmalen Straße, im Vordergrund ist ein Randstreifen mit blühenden Blumen und Gräsern zu sehen.
Blühende Landschaften: Wer unter einer Pollenallergie leidet, wird es 2018 besonders schwer haben. Mediziner erwarten eine "Pollen-Bombe". Foto: Shutterstock / keantian

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie schlimm die Pollenallergie 2018 wird
  • Warum manche Medikamente gegen Heuschnupfen für Autofahrer nicht in Frage kommen
  • Wie bei einer Allergie Akupunktur helfen kann

Die Heuschnupfen-Saison startet – und dieses Jahr wird’s besonders heftig. Wir sagen, was bei Pollenallergie hilft, ohne die Fahrtüchtigkeit einzuschränken.

Wie schlimm die Pollenallergie 2018 wird

So heftig wie im Jahr 2018 startet die Heuschnupfen-Saison selten: „Wir rechnen in wenigen Tagen in ganz Deutschland mit einem massiven Pollenflug bei der Birke", sagte Thomas Dümmel, Meteorologe an der Freien Universität Berlin Anfang April 2018 im ZDF. Bald kommen die Frühblüher hinzu und dann die Gräser. Kurzum: Wer unter einer Pollenallergie leidet, der hat in diesem Jahr nichts zu lachen.

Für viele Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger stellt sich jetzt die Frage: Wie kann ich die Pollenallergie bekämpfen und trotzdem mobil bleiben? Viele Medikamente gegen Heuschnupfen machen manche Menschen müde. Bei Autofahrern und Radfahrern gefährdet das die Verkehrssicherheit, bei Fußgängern mindestens den Elan für längere Strecken.

Im Vordergrund ist groß der Lenker und ein Teil des Sattels eines Fahrrads zu sehen, im Hintergrund verschwommen ein Waldweg.
Damit die Radtour ins Grüne keine Qual wird: Akupunktur kann bei Allergien helfen – ohne Nebenwirkungen wie Müdigkeit. Foto: Pexels/Markus Spiske

Warum manche Medikamente gegen Heuschnupfen für Autofahrer nicht in Frage kommen

In der Angebotspalette der Apotheken gibt es Tropfen für die Augen und Sprays für die Nase – und es gibt Tabletten, die scheinbar alle Probleme auf einmal und für 24 Stunden eliminieren.

Allerdings: „Sie unterscheiden sich unter anderem hinsichtlich ihres sedierenden Potenzials“, warnt Prof. Dr. Holger Stark von der Universität Düsseldorf in der Pharmazeutischen Zeitung. Sedierend meint: Sie wirken unterschiedlich stark dämpfend. Für alle Medikamente gilt: Beipackzettel sorgfältig lesen!

Einer der ältesten Wirkstoffe beispielsweise ist das Cetirizin. Es ist hoch-wirksam gegen Allergien aller Art, hat allerdings einen kleinen Schönheitsfehler: Cetirizin macht viele Menschen müde. Wer von dieser Nebenwirkung betroffen ist, sollte in der Tat kein Fahrzeug mehr führen.

Antihistaminika unterscheiden sich unter anderem hinsichtlich ihres sedierenden Potenzials.

Prof. Dr. Holger Stark von der Universität Düsseldorf

Das britische Verkehrsministerium hatte auf Basis zahlreicher Studien eine aktuelle Einstufung von verschiedenen Antihistaminika (also Medikamente gegen Allergien) vorgenommen. Bei dieser Bewertung wird Cetirizin mit dem Potenzial der „mäßigen Sedierung“ eingestuft.

Das Ministerium folgt mit dieser Beurteilung im Wesentlichen einer früheren Klassifizierung des International Council on Alcohol, Drugs and Traffic Safety (ICADTS-Klassifizierung), wie die Pharmazeutische Zeitung berichtete.
Andere Medikamente haben andere Nebenwirkungen. Am besten probiert man die persönlichen (Neben-)Wirkungen aus, indem man solche Tabletten abends nimmt, um in Ruhe zu beobachten, wie man darauf reagiert.

Wie bei einer Allergie Akupunktur helfen kann

Immer mehr Allergiker finden den Weg zur Traditionell chinesischen Medizin, kurz TCM genannt. Der Leidensdruck verbunden mit dem Wunsch, den Körper nicht mit noch mehr Chemie zu belasten und die Tatsache, dass sich die Symptome über die Zeit verstärken, sind der Grund dafür.

Es gibt zahlreiche kontrollierte Studienergebnisse, die zeigen, dass beispielsweise Akupunktur bei Heuschnupfen hilft. Die renommierte Fachzeitschrift „annals of internal medicine“ veröffentlichte eine Studie, die in Zusammenarbeit mit der Berliner Charité durchgeführt wurde und die die Wirksamkeit von Akupunktur in der Prophylaxe und Behandlung von Heuschnupfen-Symptomen belegt.

Heuschnupfen ist eine chronische Kondition, daher dauert die Therapie auch länger als bei einer einfachen Erkältung.

Prof. Dr. Carl Hermann Hempen, TCM München

Folgt man der Lehre der Traditionellen chinesischen Medizin, so muss das Immunsystem harmonisiert werden, um die lästigen Symptome loszuwerden. „Durch Puls- und Zungendiagnose wird zunächst festgestellt, welche Faktoren individuell eine Rolle spielen.“, erklärt Prof. Dr. Carl Hermann Hempen aus München.

„Dann kann man die Therapie anpassen. Durch Akupunktur, Kräutertherapie und Ernährungsumstellung werden die ungünstigen Faktoren ausgeschlossen und das Gleichgewicht wird wieder hergestellt. Das Immunsystem wird harmonisiert und wird nicht mehr auf Pollen reagieren.“

Heuschnupfen ist eine chronische Kondition, daher dauert die Therapie auch länger als bei einer einfachen Erkältung. Es ist besonders günstig für das Immunsystem, wenn die Therapie vor der akuten Phase begonnen wird, damit der Körper genügend Zeit hat, sich zu harmonisieren.

Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Symptome viel milder ausfallen oder später abgemildert auftauchen. „Aber es ist auch gut möglich, dass die Symptome überhaupt nicht mehr kommen.“, so Hempen weiter. Und das Beste daran: Man kann den Frühling wieder „wach“ und unbeschwert genießen.

Hintergrund: Was Heuschnupfen überhaupt ist

Niesattacken, Fließschnupfen und verstopfte Nase, juckende, brennende, geschwollene oder tränende Augen, der Hals kratzt – das ist Heuschnupfen! Anders als der Begriff vermuten lässt, reagieren die Betroffenen aber weder allergisch auf Heu, noch sind sie permanent erkältet.

Vielmehr machen ihnen Pflanzenpollen, also kleinste Blütenstaubteilchen von Bäumen, Gräsern und Kräutern in der Luft zu schaffen. Sie haben also eine Pollenallergie entwickelt.

Im weitesten Sinne sind Allergien ein Irrtum, bei dem das Immunsystem an sich harmlose Stoffe als potenziell gefährlich einstuft und darauf unangemessen heftig reagiert. Beim Heuschnupfen versucht es, die Pollen zu bekämpfen und setzt dabei das Hormon Histamin frei.

Bekommt der Körper zu viel davon, reagiert er mit Entzündungen. In der Folge schwellen die Schleimhäute an, die Nase ist verstopft oder läuft, die Augen brennen oder jucken. Heuschnupfenmittel können diese Symptome lindern, indem sie das Histamin ausbremsen.

Nun nehmen viele Menschen allerdings den Heuschnupfen nicht ernst. Unbehandelt lassen sich vielleicht in der ersten Saison die Symptome vielleicht noch tolerieren, doch manifestiert sich die Reaktion, droht ein „Etagenwechsel“.

Davon sprechen Mediziner, wenn sich die Symptome von den oberen Atemwegen nach unten verlagern. Aus einem harmlosen Heuschnupfen kann allergisches Asthma werden. Spätestens dann ist die Gesundheit des Betroffenen ernsthaft gefährdet.

Nahaufnahme einer Pflanze, bei der der Pollenstaub deutlich sichtbar ist.
Eigentlich völlig harmlos: Bei einer Pollenallergie hält das Immunsystem die Pollen für gefährlich und setzt Histamin ein. Foto: Shutterstock / Werner Rebel

Was bei Allergien neben Akupunktur noch hilft

Die Diagnose, ob es sich wirklich um einen Heuschnupfen handelt, stellt der Arzt. In der Regel führt ereinen Bluttest durch und achtet auf die sogenannten Immunglobuline E (IgE).

Bei einem Haut-Test kann der Arzt durch das Auftragen von speziellen Extrakten auf die Haut ablesen, welche Pollen die genauen Auslöser sind.
Ist die Diagnose gestellt, bekommen Patienten einige allgemeine Tipps mit auf den Weg:

  • Kleidung und Bettzeug (vor allem das Kopfkissen!) öfter waschen und nicht im Freien trocknen
  • Getragene Kleidung nicht im Schlafzimmer lagern
  • Pollenschutzgitter am Fenster anbringen
  • Den Pollenfilter im Auto überprüfen und eventuell erneuern
  • Nicht im Freien Sport treiben
  • Die Augen öfter mit klarem Wasser spülen
  • Die Pollenflugvorhersage des Wetterdienstes beachten

Fazit: Trotz Heuschnupfen mobil bleiben - das geht

Die erste Idee ist oft die beste – aber nicht unbedingt, wenn es sich um eine Pollenallergie handelt. In diesem Fall meint das: Der schnelle Griff zum Medikament ist nicht immer die beste Lösung, weil manche Menschen von den Nebenwirkungen so müde werden, dass sie sich nicht mehr sicher im Straßenverkehr bewegen können.

Dennoch können auch diese Betroffenen trotz Heuschnupfen mobil bleiben. Akupunktur im Speziellen und Traditionell Chinesische Medizin im Allgemeinen kann für sie ein Ausweg sein.

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