Elektromobilität

Podbike: Halb E-Bike, halb Elektroauto

von Sabrina Lieb

In Norwegen kommt das Velomobil wieder auf die Straßen. Laut dem Hersteller soll es viel mehr sein als ein ein überbautes Fahrrad mit elektrischem Antrieb.

Das Podbike steht auf einer gepflasterten Fläche vor einer modernen Glasfassade.
Schmalspur: Das 80 Zentimeter breite Podbike darf noch auf dem Fahrradweg fahren. Foto: Podbike

Das erfahren Sie gleich:

  • Was hinter dem Podbike steckt, das 2019 auf den Markt kommt
  • Welche Vorteile dieses moderne Velomobil aus Norwegen hat
  • Warum das Podbike nicht nur umweltfreundlich, sondern auch nachhaltig ist

Schon 1853 baute Philipp Moritz Fischer das erste Fahrrad mit Tretkurbelantrieb. 165 Jahre nach der Erfindung des Schweinfurter Schreiner und Orgelbauers ist die Geschichte des Fahrrads noch lange nicht zu Ende erzählt. Wirft man einen Blick nach Norwegen, so zeigt sich hier schon die neueste Ära des Zweirads und der Elektromobilität: Das Podbike von Per Hasses Sørensen.

Weitergedacht

Nachhaltige Mobilität – wie geht das?

Mehr erfahren bei Audi

Der norwegische Ingenieur tüftelt schon viele Jahre an seiner Version des modernen Velomobils. Die Idee des geschlossenen Fahrrads ist zwar nicht neu, dafür kommt das Modell des Norwegers mit weniger Muskelkraft aus.

Kompaktes Zweirad gepaart mit den Vorzüge eines Autos und ein elektrischer Antrieb ist auch noch mit im Gepäck - das Podbike hat Potential, um die Elektromobilität der Zukunft um ein weiteres Elektrofahrzeug zu bereichern.

E-Bike mit Überbau

Ist das Podbike überhaupt noch ein E-Bike? Die Frage stellt sich zurecht. Das Team um Sørensen hat die alte Version des Velomobils nicht nur mit Elektroantrieb kombiniert, sondern dafür gleich noch die Anzahl der Räder verdoppelt.

Rein gesetzlich gilt das Podbike noch als E-Bike. Mit seinen 2,30 Metern Länge und seinen 1,50 Metern Höhe bei gerade mal 80 Zentimetern Breite, kommt das moderne Elektrofahrzeug in einer solch schmalen Variante, dass es damit durchaus noch auf europäischen Fahrradwegen fahren darf.

In die Pedale treten und das mit dem Support eines Elektromotors: Der Antrieb des Elektrofahrrads mit Überbau bleibt entsprechend dem eines Liegefahrrads oder E-Bikes. Ohne den Akku wäre ein Fortbewegen wohl auch kaum möglich. Das Podbike bringt nämlich stolze 65 Kilogramm auf die Waage und wiegt damit rund dreimal so viel wie ein herkömmliches E-Bike.

Batterie für 300 km Reichweite

Und wie steht um die Reichweite des Fahrzeugs? Der Hersteller verspricht genug Platz für Batterien, die für eine Fahrt bis zu 300 Kilometern reichen soll. Wie auch bei den Pedelecs üblich, unterstützt der Elektromotor bis zu einer Geschwindigkeit von bis zu 25 Kilometern pro Stunde. Höhere Geschwindigkeiten bis zu Tempo 60 sind möglich, sofern der Fahrer bergab fährt oder kontinuierlich in die Pedale tritt.

Mehr Komfort, mehr Sicherheit und im Innenraum sogar noch Platz für Gepäck oder bei Bedarf auch für ein Kind bis zu sechs Jahren - die überdachte Version des Elektrofahrrads zeigt schon jetzt einige andere Vorzüge gegenüber den handelsüblichen E-Bikes.

Ein Punkt dürfte in Zukunft vor allem bei Freunden wiederverwertbarer Rohstoffe für Zuspruch sorgen: Der Überbau des Podbikes lässt sich komplett recyceln. Einziger Nachteil ist, dass in dem Fahrzeug lediglich Personen fahren können, die zwischen 1,50 und 1,98 Meter groß sind.

Bei der Menge an "Riesen" dürfte das jedoch zumindest in Deutschland kaum ins Gewicht fallen: Gerade mal 0,2 Prozent der Bevölkerung erreichen eine Körpergröße von 2 Metern oder größer.

Velomobil der Zukunft kommt 2019

Ist das Podbike nun eine Innovation oder ein modifiziertes Fahrrad wie zum Beispiel das The Ruffian im Motorradlook? Der norwegische Hersteller erteilt letzterem eine klare Absage. Laut Sørensen sei das E-Mobil als vierrädriges E-Bike ohne Kette konzipiert worden, zudem mache das Team in der Entwicklung des Fahrzeugs große Fortschritte.

Updates

Bleiben Sie zum Thema Elektromobilität immer informiert.

Seit 2016 können sich Freunde des Elektroantriebs ihr Gefährt für rund 300 Euro Anzahlung vorbestellen. Nächstes Frühjahr soll das Podbike dann endgültig zu einem Verkaufspreis von etwa 5.500 Euro auf den Markt kommen. Bis dahin tüftelt das Team um Sørensen noch an einer Testreihe der ersten Modelle.

Elektrische Energie, die fährt: Dass das Fahrzeug schon funktioniert, konnten die Entwicklung bereits Anfang 2018 beweisen. Da wurde nämlich das erste Podbike der Testreihe, das Modell T-0, auf der Spezi (Internationale Spezialradmesse) in Germersheim am Rhein präsentiert.

Auch interessant

Diese Website verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie dem zu. Um mehr über die von uns verwendeten Cookies zu erfahren und wie man sie deaktiviert, können Sie unsere Cookie-Richtlinie aufrufen.

Schließen