Elektromobilität

Plug-in-Hybrid: Technik, Modelle, Reichweite

von
Thomas Pitscheneder

Ein Plug-in-Hybrid verbindet Elektroauto und Benziner – mit Vor- und Nachteilen beider Welten. Alle Infos zu Preisen, Reichweiten und Technik.

Blick auf das Cockpit eines Plug-in-Hybriden
Ein Plug-in-Hybrid lässt sich vollelektrisch und mit einem Benziner fahren. Deshalb brauchen die Autos auch Anzeigen für die verbleibende Akkukapazität (links oben) und die Tankfüllung (rechts oben). Foto: Shutterstock / dreamnikon

Das erfahren Sie gleich:

  • Warum Plug-in-Hybriden selbst Elektroauto-Gegner überzeugen könnten
  • Welche Modelle es gibt und was sie kosten
  • Wie viel Fahrer mit einem Plug-in-Hybrid monatlich sparen

Trotz steigender Verkaufszahlen sind Elektroautos noch nicht in der breiten Masse angekommen – zumindest in Deutschland. Viel zu skeptisch sind die Autofahrer hierzulande noch gegenüber der Technik. Gerade die maximalen Reichweiten der Fahrzeuge scheinen ein K.-o.-Kriterium zu sein.

Der neue Audi e-tron

Jetzt Ihren elektrischen SUV zusammenstellen

Konfiguration starten

audi.de/DAT-Hinweis

Dabei gibt es auch moderne Autos, die Vorteile von Elektroautos und Verbrennern miteinander verbinden. Auch sie lassen sich auf Wunsch rein elektrisch bewegen, haben aber für weite Strecken einen Benziner (oder in seltenen Fällen einen Diesel) an Bord. Das Zauberwort? Plug-in-Hybrid!

Plug-in-Hybrid: Diese Technik sorgt für Vortrieb

Der Begriff "Hybrid" entstammt dem lateinischen "hybrida", was für "Bastard" oder "Mischling" steht. Letzteres beschreibt das Prinzip von Hybridautos bereits gut. Bei ihnen handelt es sich um eine Mischform aus Verbrenner und Elektroauto. In einem solchen Fahrzeug steckt also ein klassischer Motor, meist mit Benzin betrieben, und ein batterielektrisches Exemplar.

Es gibt Formen von Hybriden, bei denen der Benziner nur elektrische Energie generiert und der Elektromotor die Räder antreibt. Auch eine vertauschte Variante gibt es, bei der ein Elektromotor zusätzliche Leistung für das System generiert. Der Plug-in-Hybrid nimmt hingegen beide Antriebe in die Pflicht. Sie können das Auto jeweils eigenständig antreiben.

Der Plug-in-Hybrid bietet somit die Möglichkeit, im Stadtverkehr vollelektrisch zu fahren. Dabei bleibt der Verbrenner vollständig aus, stößt also keine Schadstoffe aus. Bei den meisten aktuellen Plug-in-Modellen lassen sich so zwischen 50 und 100 Kilometer zurücklegen. Erst danach muss der Verbrenner eingreifen. Auf weiteren Strecken kann der Benziner auch direkt den Vortrieb übernehmen. Alternativ hilft der E-Antrieb und reduziert so den Durst des Verbrenners.

Toyota Prius Plug-in-Hybrid beim Aufladen
Für Fahrten in der Stadt reicht beim Plug-in-Hybrid meist das Tanken von Strom an einer Ladestation. Rund 50 Kilometer schaffen viele Modelle rein elektrisch. Foto: Shutterstock / Matej Kastelic

Plug-in: Großer Unterschied an der Tankstelle

Der Vorteil eines solchen Systems liegt auf der Hand: Die Autos verbrauchen weniger Sprit als normale Benziner. Der Grund dafür liegt in der Möglichkeit, Strecken elektrisch zurückzulegen. Im Stadtverkehr "tankt" das Fahrzeug günstig über eine Ladestation elektrische Energie in die Lithium-Ionen-Batterie.

Die Deutschen pendeln täglich im Schnitt 16,9 Kilometer zur Arbeit. Ein nicht unwesentlicher Teil legt sogar weniger als 10 Kilometer pro Weg zurück. Der tägliche Arbeitsweg ist bei einem Plug-in-Hybrid mit rund 50 Kilometer elektrischer Reichweite also locker drin. Am Abend lässt er sich für den nächsten Tag aufladen. Unter der Woche braucht der Verbrenner also kaum Sprit.

Ausfahrten am Wochenende, sollten sie über der maximalen Reichweite liegen, machen hingegen einen Tankstopp notwendig. Eine monatliche Fahrleistung von 750 Kilometern ist ein realistischer Wert und entspricht jährlich 11.250 Kilometern. Bei 17 Kilometern Pendelstrecke pro Weg entfallen 680 auf den Arbeitsweg. Der lässt sich rein elektrisch fahren. Damit bräuchte ein Fahrer im Schnitt nur Benzin für 70 Kilometer.

Ein Benziner mit 2-Liter-Vierzylinder und einem Verbrauch von 8 Litern auf 100 Kilometer bräuchte bei dieser Strecke 5,6 Liter Benzin. Bei einem Preis von 1,4 Euro pro Liter wären das 7,84 Euro Benzinkosten pro Monat. In Plug-in-Hybriden kommen allerdings oft kleinvolumige und somit sparsamere Motoren zum Einsatz. Die Kosten dürften also sinken.

Natürlich gibt es die elektrische Energie nicht umsonst, weshalb an der Ladesäule kosten anfallen. Im Hyundai Ioniq Plug-in-Hybrid sitzen etwa Akkus mit 8,9 kWh Kapazität. Um die Vollzuladen, fallen bei einem kWh-Preis von 30 Cent rund 2,67 Euro an. Beim Pendeln belaufen sich die Kosten somit auf etwa 36 Euro – gesamt also auf knapp 45 Euro.

Ein verbrauchsarmer Verbrenner schluckt auf 100 Kilometer etwa 6 Liter Benzin. Bei der genannten Fahrleistung und den Benzinpreisen läge er bei 63 Euro. Je mehr Nutzer also den elektrischen Antrieb statt den Verbrennungsmotor nutzen, desto günstiger sind die Fahrten.

Plug-in-Hybrid: CO2-Emissionen sinken

Ein weiterer, nicht zu unterschätzender, Vorteil von Plug-in-Hybridautos liegt in ihrer verbesserten Umweltbilanz. Während der rein elektrischen Fahrten stößt das Auto kein CO2 aus. Nur wenn der Verbrennungsmotor arbeitet, kommt es zu einem CO2-Ausstoß. Doch auch wenn die E-Maschine hilft, sinken die Emissionen. Unterm Strich ist ein Plug-in-Hybrid also die grünere Alternative zum klassischen Benziner oder Diesel.

Ein Toyota Prius Plug-in-Hybrid im dichten Verkehr
Während Benziner und Diesel im dichten Stadtverkehr Schadstoffe ausstoßen, bleibt der Plug-in-Hybrid dank elektrischem Antrieb sauber. Foto: Shutterstock / shigemi okano

Aktuelle Autos mit Plug-in-Hybridantrieb

Autohersteller haben das bereits erkannt. Deshalb bieten Marken wie Mercedes-Benz, BMW, und Toyota entsprechende Modelle an. Als Vorreiter der Technik gilt bis heute der Toyota Prius Plug-in Hybrid. Doch mittlerweile ziehen viele weitere Hersteller nach. Range Rover hat etwa eine Plug-in-Version seines SUV zu bieten. VW verkauft den Kompaktwagen Golf GTE mit entsprechendem Antrieb. Eine Übersicht der aktuellen Plug-in-Hybridautos gibt es hier:

Plug-in-Hybrid: Diese Modelle gibt es aktuell zu kaufen

  • Modell
  • Karosserieform
  • Leistung Benziner
  • Leistung E-Motor
  • Elektrische Reichweite
  • Verbrauch kombiniert*
  • Preis
  • BMW 2er iPerformance
  • Kompaktvan
  • 100 kW (136 PS)
  • 65 kW (88 PS)
  • 41 km
  • 2,5-2,3 l/100 km
  • ab 39.650 Euro
  • BMW 5er iPerformance
  • Limousine
  • 135 kW (184 PS)
  • 83 kW (113 PS)
  • 40 km
  • 2,2-2,1 l/100 km
  • ab 56.000 Euro
  • BMW 7er iPerformance
  • Limousine
  • 190 kW (258 PS)
  • 83 kW (113 PS)
  • 40 km
  • 2,5.2,3 l/100 km
  • ab 97.900 Euro
  • BMW i8
  • Coupé
  • 170 kW (231 PS)
  • 105 kW (143 PS)
  • 40 km
  • 1,8 l/100 km
  • ab 138.000 Euro
  • Hyundai Ioniq
  • Kompaktwagen
  • 77 kW (105 PS)
  • 45 kW (61 PS)
  • 63 km
  • 1,1 l/100 km
  • ab 29.900 Euro
  • Kia Niro
  • Kompakt-SUV
  • 77 kW (105 PS)
  • 45 kW (61 PS)
  • 58 km
  • 1,3 l/100 km
  • ab 32.750 Euro
  • Kia Optima
  • Limousine
  • 115 kW (156 PS)
  • 50 kW (68 PS)
  • 54 km
  • 1,6 l/100 km
  • ab 40.740 Euro
  • Kia Optima SW
  • Kombi
  • 115 kW (156 PS)
  • 50 kW (68 PS)
  • 62 km
  • 1,4 l/100 km
  • ab 42.190 Euro
  • Mini Cooper S E Countryman All4
  • Kompakt-SUV
  • 100 kW (136 PS)
  • 65 kW (88 PS)
  • 41 km
  • 2,5-2,4 l/100 km
  • ab 37.600 Euro
  • Mitsubishi Outlander
  • SUV
  • 99 kW (135 PS)
  • 60/70 kW (82/95 PS)
  • 54 km
  • 1,8 l/100 km
  • ab 37.990 Euro
  • Porsche Cayenne
  • SUV
  • 250 kW (340 PS)
  • 100 kW (136 PS)
  • 44 km
  • 3,4-3,2 l/100 km
  • ab 89.822 Euro
  • Porsche Panamera 4
  • Limousine
  • 243 kW (330 PS)
  • 100 kW (136 PS)
  • 50 km
  • 2,5 l/100 km
  • ab 109.219 Euro
  • Porsche Panamera 4 ST
  • Kombi
  • 243 kW (330 PS)
  • 100 kW (136 PS)
  • 50 km
  • 2,6 l/100 km
  • ab 112.075 Euro
  • Range Rover P400e
  • SUV
  • 221 kW (300 PS)
  • 105 KW (143 PS)
  • 48 km
  • 3,3-3,2 l/100 km
  • ab 120.000 Euro
  • Toyota Prius
  • Kompaktwagen
  • 72 kW (98 PS)
  • 53 kW (72 PS)
  • 50 km
  • 1,2 l/100 km
  • ab 37.550 Euro
  • Volvo S90 T8
  • Limousine
  • 223 kW (303 PS)
  • 65 kW (87 PS)
  • 46 km
  • 2,2 l/100 km
  • ab 71.050 Euro
  • Volvo V90 T8
  • Kombi
  • 223 kW (303 PS)
  • 65 kW (87 PS)
  • 46 km
  • 2,2 l/100 km
  • ab 71.300 Euro
  • Volvo XC60 T8
  • SUV
  • 223 kW (303 PS)
  • 65 kW (87 PS)
  • 43 km
  • 2,3 l/100 km
  • ab 71.250 Euro
  • Volvo XC90 T8
  • SUV
  • 223 kW (303 PS)
  • 65 kW (87 PS)
  • 37 km
  • 2,5 l/100 km
  • ab 81.600 Euro

Aktuell auf dem Markt erhältliche Plug-in-Hybridautos. Die Liste zeigt nur Neufahrzeuge, keine Gebrauchtwagen. (Stand: Februar 2019) *Vom Hersteller angegebene, offizielle Verbrauchswerte.

Auf einige Modelle gewährt die Bundesregierung außerdem den Umweltbonus. Bei einem Plug-in-Hybrid beträgt die Förderung 3000 Euro. 1500 Euro davon übernimmt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), den gleichen Betrag müssen Händler als Nachlass gewähren.

Reichweiten sollen in den kommenden Jahren steigen

Was spricht also noch gegen ein Auto mit Plug-in-Hybrid? Echten Fans von Elektromobilität fehlt es bei den Fahrzeugen noch an einer vernünftigen Reichweite. Für den Stadtverkehr sind maximal 100 Kilometer zwar genug, für weitere Wege braucht es allerdings zwingend den Benziner. Wer also aus der Großstadt ein Stück aufs Land fährt, verbrennt wieder Benzin und stößt somit CO2 aus.

Elektromobilität

Updates abonnieren und Dossier "E-Mobility" gratis erhalten.

Doch die Hersteller arbeiten bereits an Modellen mit höheren Reichweiten. Limitiert sind sie dabei durch die aktuelle Technologie. Um mit einem Lithium-Ionen-Akku weiter zu kommen, braucht es eben mehr Zellen. Die sorgen für zusätzliches Gewicht und erhöhen die Kosten. Sollte der Durchbruch einer neuen Technik erfolgen, könnten Elektromotoren jedoch bald weit längere Strecken übernehmen.

Eine interessante Technologie ist auch die Brennstoffzelle. Ein Plug-in-Hybrid mit solcher Technik ist etwa der Mercedes-Benz GLC F-Cell. Er lässt sich über eine Ladesäule aufladen, kann jedoch auch mit einer Brennstoffzelle Energie generieren. Laut Mercedes soll das SUV mit 4,4 Kilogramm Wasserstoff und einem 13,8 kWh fassenden Akku mehr als 500 Kilometer schaffen. Zu kaufen gibt es den GLC F-Cell allerdings nicht. Interessenten müssen den Plug-in-Hybrid stattdessen leasen.

aio PLUS — diese Auszeichnung tragen nur unsere Premium-Artikel. Ausgewählt von der Redaktion. Und kostenlos für Sie.

Auch interessant

Diese Website verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie dem zu. Um mehr über die von uns verwendeten Cookies zu erfahren und wie man sie deaktiviert, können Sie unsere Cookie-Richtlinie aufrufen.

Schließen