Elektromobilität

Pionier Naveen Rabelli: Vom Elektro-Tuk-Tuk zum Solarauto

von
Paul Bandelin

Der indische Ingenieur Naveen Rabelli hat eine weite Reise hinter sich: Vom Bastler aus Bangalore mit Elektro-Tuk-Tuk zum Solarauto-Start-up in München.

Naveen Rabelli steht vor seinem rot-orangen Elektro-Tuk-Tuk.
Mit dem Tuk Tuk gegen die Umweltverschmutzung: Ingenieur Naveen Rabelli. Foto: picture alliance / empics

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie ein Entwickler aus Indien zum Solarauto-Projekt Sion in München kam
  • Warum Naveen Rabelli vorher mit einem selbst umgebauten elektrischen Tuk Tuk von Bangalore bis nach London reiste
  • Welche Auswirkungen seine Fahrt mit dem "Tejas" genannten Tuk Tuk hatte

Mit einem elektrischen Tuk Tuk um die Welt reisen – das klingt wie eine Mischung aus Schnapsidee und Selbsterfahrungstrip. Doch mit dem verrückten Einfall verfolgte der indische Autoingenieur Naveen Rabelli ein ernsthaftes Anliegen: Während einer Reise von Australien zurück in seine Heimat fiel dem leidenschaftlichen Bastler die Umweltverschmutzung besonders ins Auge.

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Rabelli fand, er müsse etwas tun, um auf die Umweltverschmutzung durch fossile Brennstoffe aufmerksam zu machen. Vor allem aber wollte er zeigen, dass sauberes und umweltfreundliches Reisen möglich ist, berichtete er Mitte 2016 in einem Interview mit "Spiegel Online".

Dieser Wunsch hat Naveen Rabelli bis heute nicht losgelassen. Der Ingenieur ist inzwischen beim Münchner Solarauto-Projekt Sion beschäftigt: Das Start-up Sono Motors entwickelt mit Crowdfunding-Unterstützung daran, den Sion 2019 in die Massenproduktion zu bringen.

Der Schritt zu Sono Motors wirkt konsequent: Bevor Rabelli 2017 in München anfing, an dem Solarauto für jedermann mitzuarbeiten, unternahm er seine Reise im selbstgebastelten Elektro-Tuk-Tuk – und das hatte auch Solarunterstützung.

Im Elektro-Tuk-Tuk Tejas bis London

Rückblick: Mit der Hilfe einiger Freunde hatte Rabelli das Tuk Tuk, das er auf den Namen "Tejas" getauft hatte, für seine Reise umgebaut – zumeist unter freiem Himmel und ohne professionelle Werkstatt. Er wollte dabei öffentlichkeitswirksam zeigen, was alles möglich ist:

  • Der Strom wurde in drei Lithium-Ionen-Batterien gespeichert. Die Ladezeit betrug acht Stunden
  • Solarzellen auf dem Dach erzeugten zusätzlichen Strom
  • Die Leistung des Elektromotors betrug 5 Kilowatt, das reichte für eine Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h
  • Pro Tag schaffte das rund 800 Kilogramm schwere Tuk Tuk eine Distanz von etwa 75 Kilometern

Im Februar 2016 machte sich Naveen Rabelli auf den Weg aus seiner Heimatstadt Bangalore in Richtung London, einem Traumziel aus seiner Kindheit. Durch zehn Länder und über 100 Städte in Asien und Europa ging seine rund 14.000 Kilometer lange Reise.

Die Route: Indien – Iran – Türkei – Bulgarien – Serbien – Österreich – Schweiz – Deutschland – Frankreich – Großbritannien.

Bis auf ein paar kleinere Schwierigkeiten bei Grenzübertritten – besonders vom Iran in die Türkei – gab es während der gesamten sechsmonatigen Fahrt nur selten Probleme. Im August 2016 erreichte Rabelli London unter großem Jubel.

Das Tuk Tuk der Zukunft ist ein Solarauto

Welchen Einfluss Rabellis Reise auf das verkehrstechnisch oftmals sehr chaotische Indien hat, lässt sich nicht sagen. Zumindest lenkte das Land Ende November 2017 ein und beschloss, dass ab 2030 alle in Indien verkauften Autos über einen elektrischen Antrieb verfügen sollen.

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Ob sein "Tejas" ein serienfähiges Konzept wäre? „Man müsste das Konzept natürlich noch weiterentwickeln, dem Stadtverkehr anpassen“, so Rabelli im Interview mit dem Tech-Magazin WIRED. „Aber das Tuk Tuk der Zukunft wird solargetrieben sein, das ist sicher."

Was immer in Indien geschieht: Naveen Rabelli ist fleißig weiter in Sachen Nachhaltigkeit und umweltfreundlicher Fortbewegung aktiv – und sicher ganz gut ausgelastet, denn bis zur angekündigten Einführung des Münchner Solarautos Sion in der zweiten Jahreshälfte 2019 dürfte noch einiges zu tun sein.

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