Elektromobilität

Photovoltaikanlage: Aufschwung dank Elektroautos

von Leonie Butz

Studien belegen Synergien zwischen Elektromobilität und Energiegewinnung aus Photovoltaikanlagen. Der Durchbruch für die Solarpanels?

Ein Dach, das vollständig mit Solarpanels einer Photovoltaikanlage bedeckt ist, vor einem blauen Himmel.
Die Photovoltaikanlage auf dem Dach und der Stromspeicher im Keller: Mit dieser Kombination lassen sich Elektroautos ideal laden. Foto: Pexels/Carl Attard

Das erfahren Sie gleich:

  • Warum Besitzer einer Photovoltaikanlage verstärktes Interesse an Elektroautos zeigen
  • Welche Gründe für die Befragten trotzdem weiterhin gegen einen Kauf sprechen
  • Welche Kosten ein Stromspeicher für Elektroautos verursacht

Solarstrom fördert Elektroautos

Obwohl ein E-Auto auch problemlos mit einer Mietwohnung einhergeht, sind Käufer eines Elektroautos noch immer vornehmlich Hausbesitzer. Eine Befragung von Menschen, die sich für Elektroautos interessieren, ergab jetzt sogar eine gewisse Korrelation zwischen Photovoltaikanlagen und E-Autos.

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Das Bonner Markt- und Wirtschaftsforschungsunternehmen EuPD Research hat für E3/DC, Hersteller von Energiespeichersystemen für die Automobilindustrie, 1003 Kunden zu den Themenbereichen Erneuerbare Energien, Elektromobilität und Wärme befragt.

Die Umfrage-Ergebnisse im Überblick

Herausgekommen ist, dass vor allem Besitzer einer Photovoltaikanlage über den Kauf eines Elektroautos nachdenken. Fast 77 Prozent der E3/DC-Kunden finden in der Aufladung durch die eigene Photovoltaikanlage die größte Motivation für die Anschaffung eines Elektroautos.

Größte Motivation für die Anschaffung eines Elektroautos

  • Aufladen durch eigene Photovoltaikanlage: 77 Prozent
  • Umweltbewusstsein: 49,7 Prozent
  • Energieautarkie: 42,6 Prozent
  • KFZ-Steuerbefreiung: 17,1 Prozent

66 Prozent der Befragten verneinten zudem die Frage, ob der Dieselskandal einen Anreiz für den Kauf eines Elektroautos geschaffen hätte.

Größte Herausforderung für die Elektromobilität

  • Höhere Reichweite: 85 Prozent
  • Niedrigerer Anschaffungspreis: 78 Prozent
  • Bessere Ladeinfrastruktur: 67 Prozent

Dass sich der Umweltbonus bislang nicht auszahlt, lässt sich auch in den Umfragewerten ablesen. Demnach wünschen sich nur knapp 27 Prozent der Umfrageteilnehmer eine Erhöhung der Kaufprämie als Anreiz.

Insgesamt scheinen die Kunden des Energiespeicherherstellers dem Thema Elektromobilität gegenüber recht aufgeschlossen zu sein: Fast 70 Prozent von ihnen beabsichtigen, sich in den nächsten Jahren ein Elektroauto anzuschaffen.

Elektroautos verstärken Interesse an eigener Photovoltaikanlage

Eine ähnliche Studie der EuPD Research im Auftrag der Bundesverband Solarwirtschaft hatte ergeben, dass 90 Prozent der Befragten, die in näherer Zukunft ein Elektroauto kaufen wollen, sich umgekehrt auch eine Photovoltaikanlage auf ihrem Dach installieren möchten.

Der Bundesverband schätzt, dass sich die Elektromobilität und die Solarenergie zukünftig noch stärker gegenseitig positiv beeinflussen. 2017 nahm die Nachfrage nach Photovoltaikanlagen im Vergleich zum Vorjahr um ein Drittel zu.

Eine zweispurige Straße, eingeschlossen zwischen einem Wald und einem bewaldeten Felsen. Auf der Straße sind einige Autos unterwegs, ein Auto steht auf dem Seitenstreifen.
Immer mehr Elektroautos sind auf den Straßen unterwegs – die Zahl der Autos steigt ebenso wie die Zahl der Photovoltaikanlagen und Stromspeicher in Häusern, so der Bundesverband Solarwirtschaft. Foto: Unsplash/Nigel Tadyanehondo

Mit dem Stromspeicher zum grüneren Auto

Die erzeugte Leistung der Photovoltaikanlage wird in Kilowattpeak (kWp) angegeben – ein Kilowattpeak entspricht 950 bis 1200 Kilowattstunden. Im Schnitt benötigt ein Elektroauto 3 Kilowattpeak Strom – von Modell zu Modell kann mehr oder weniger Leistung vonnöten sein.

Auf einer Fläche von acht Quadratmetern kann eine Photovoltaikanlage rund ein Kilowattpeak Leistung erzeugen. Somit ist allgemein eine rund 24 Quadratmeter große Anlage notwendig. Die Kosten für eine solche Solaranlage liegen bei rund 5400 Euro. Einige moderne Anlagen schaffen bereits deutlich mehr Leistung – das schlägt sich aber ebenfalls in den Kosten nieder.

Ohne Stromspeicher müssen Elektroautos nachts mit dem Strom aus dem öffentlichen Netz nachgeladen werden.

Hinzu kommen die Kosten für eine Wallbox und etwaige Stromspeicher. Denn die haushaltstypischen Solarspeicher der aktuellen Generatoren haben eine Speicherkapazität von 10 kWh. Mit Elektroauto-Batterien von 30 kWh und mehr muss vor allem nachts ansonsten noch aus dem öffentlichen Netz nachgeladen werden.

Updates

Bleiben Sie zum Thema Elektromobilität immer informiert.

Mit der KfW-Förderung für Solarstromspeicher (Programm 275 "Erneuerbare Energien – Speicher") lassen sich einige Kosten ausgleichen. Seit 2018 sind die Fördergelder aber stark gesunken. Für einen Speicher mit einem Preis von mehr als 6600 Euro – bei einer Photovoltaikanlage von 3 kWp – liegt die Fördersumme lediglich bei 660 Euro.

Effektiv ist das E-Auto aber auch mit einem Stromspeicher kaum vollständig mit der Solaranlage auf dem Dach ladbar. Grüner wird der Strom im Auto dadurch aber trotzdem – und auf lange Sicht auch günstiger.

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