Leben

Phänomen Ghosting: Beziehung beenden in der digitalen Welt

von Peter Michaely

Beim Dating über Online-Partnerbörsen kommt es immer häufiger zu Ghosting, plötzlichem Kontaktabbruch. Warum fairer Umgang mit dem Partner so wichtig ist.

Eine Frau mit einem Laptop auf dem Bett
Die moderne Technik macht es Menschen heute sehr einfach, eine Beziehung, statt sie zu Beenden, im Sande verlaufen zu lassen. Ghosting nennt sich das populäre Prinzip. Foto: Pexels/ Stokpic

Das erfahren Sie gleich:

  • Zunehmend rasen auch Gefühle über die Datenautobahn – Online-Partnerbörsen boomen
  • Je nach Flirt-Portal wurden bereits bis zu 80 Prozent der Nutzer Opfer von Ghosting
  • Beziehung beenden auf die kalte Tour – so lässt es sich vermeiden

Dating über Online-Partnerbörsen

In unserer digitalen Welt rasen auch Gefühle über die Datenautobahn. Wie der Digitalverband Bitkom im Vorfeld des Valentinstags 2018 ermittelte, verabreden sich drei von zehn Internetnutzern in Deutschland online. 49 Prozent haben schon einmal kostenpflichtige Partnerbörsen wie Parship in Anspruch genommen, weil sie sich fest binden wollen. Weitere 28 Prozent schließen es nicht aus, dies künftig zu tun. Steil im Aufwind: Eher unverbindliche Flirt-Plattformen wie Tinder. Sie haben eine Nutzungsquote von 35 Prozent – 7 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr.

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Ghosting – wenn der Partner abtaucht

Laut Bitkom nutzen 91 Prozent der Männer und 96 Prozent der Frauen Online-Partnerbörsen, weil sie einen festen Partner suchen. Nur 4 Prozent sind auf reine Flirts aus. Umso schlimmer, wenn bei ernsten Absichten die Gefühle auf der Datenautobahn ins Schleudern geraten. Denn die moderne Form der Partnersuche birgt Risiken.

Plötzlich reißt der Kontakt ab – und der Partner weiß nicht, warum.

Ghosting ist zwar kein neues Phänomen, aber im Digitalzeitalter mit den vielen Online-Partnerbörsen besonders häufig zu beobachten. Je nach Statistik und Dating-Portal wurden bereits bis zu 80 Prozent der Nutzer Opfer von Ghosting, wobei vor allem jüngere Menschen betroffen sind. Man versteht darunter, dass der Partner den Kontakt unvermittelt und ohne ersichtlichen Grund abbricht – quasi Beziehung beenden auf die kalte Tour. Selbst in bereits bestehenden Beziehungen oder Freundschaften kann dieses Verhalten vorkommen, wenn auch seltener.

Ghosting kann die Psyche schwer belasten

Beweggründe sind Feigheit oder Bequemlichkeit und die Angst, eine feste Bindung einzugehen. Wer befürchtet, dass seine Bedürfnisse nicht erfüllt werden, nachdem der Kontakt von der virtuellen in die reale Welt verlagert wurde, scheut sich häufig davor, Nägel mit Köpfen zu machen. Bei ausschließlichem Online-Kontakt spielt oft auch eine Rolle, dass manche Nutzer für ihr Gegenüber weniger starke Gefühle empfinden als für Personen, die sie bereits getroffen haben. Die Folgen sind manchmal drastisch: Ghosting-Opfer können im Extremfall so stark unter dem Verlust leiden, dass psychische Probleme auftreten.

Zwei Hände
In Partnerbörsen lassen sich schnell Beziehungen knüpfen, ebenso schnell ist es damit aber oft auch vorbei. Foto: Unsplash/Ümit Bulut

Wer die Beziehung beendet, sollte auch erklären, warum.

Deshalb gilt: Wer die Beziehung beenden will, sollte das dem Partner auch mitteilen, aber nur im Notfall per WhatsApp oder SMS. Fairer und höflicher ist eine ausführliche Erklärung, denn eine solche schuldet man dem Partner. Ehrlichkeit und Offenheit sind hier oberste Gebote. Umgekehrt gilt für die von Ghosting Betroffenen, dass sie den Kontaktabbruch akzeptieren sollten. Denn wer ohne Angabe von Gründen plötzlich die Beziehung beenden möchte, ist kein Partner für eine langfristige Beziehung.

Ghosting vermeiden

Auch Paare, die in einer Beziehung leben, sind vor Ghosting nicht gefeit. Doch wer ein paar Grundsätze berücksichtigt, erhöht die Chancen, das Zusammensein glücklich zu gestalten. Viele Männer beispielsweise brauchen das Gefühl, gebraucht und respektiert zu werden. Und sie benötigen in der Regel mehr Zeit, um sich emotional zu öffnen und sich mit ihren Gefühlen bei der Partnerin geborgen zu fühlen. Dazu gehört auch, herauszufinden, ob „Mann“ sich für die Partnerin verändern möchte.

Was Frauen wirklich wollen

Demgegenüber sind es Umfragen zufolge eher die Frauen, die auf Freiräume wert legen. Und: Muttersöhnchen haben schlechte Karten: Männer, die selbstbewusst und unabhängig sind und ein Sicherheitsgefühl vermitteln können, werden von Frauen bevorzugt. Ehrlichkeit und Verlässlichkeit sind für „Sie“ ebenfalls wichtige Kriterien – umso schlimmer, wenn es dann zu Ghosting kommt. Wenn Mann und Frau auch beim Humor auf einer Wellenlänge sind, steigen die Chancen auf eine glückliche Beziehung weiter.

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