Leben

Start-up setzt Bienen als Datensammler ein

von Leonie Butz

Ein kleines Start-up aus Belgien will Bienen als Umweltdetektive im Kampf gegen Luftverschmutzung nutzen. Denn keine Technik kann mit den Insekten mithalten.

Bienen als pelzige Umweltdetektive
Immer mehr Bienen sterben, weil Monokulturen und Luftverschmutzung sie bedrohen. Ein Start-up setzt jetzt auf die Hilfe der Insekten, um sie zu schützen. Foto: Pexels/ Anton Atanasov

Das erfahren Sie gleich:

  • Bienen sind während ihrer Pollenjagd effektive Datensammler
  • Dank Urban Beekeeping haben sie bereits seit einigen Jahren den Weg in Städte gefunden
  • Das Unternehmen Beeodiversity nutzt die Insekten jetzt im Kampf gegen die Luftverschmutzung in Großstädten

Bienen gegen Luftverschmutzung

700 Hektar – oder knapp 1000 Fußballfelder. Das ist die Fläche, die ein einzelner Bienenstock zum Bestäuben und Pollensammeln nutzt. Diese ganz natürliche Reichweite der Bienen will sich das belgische Start-up Beeodiversity zu Nutze machen, um die Luftverschmutzung in der Stadt zu dokumentieren. Hierfür dienen die Insekten nicht nur als Pollen-, sondern auch als Datensammler. Denn in den Pollen stecken alle Informationen, die das Unternehmen benötigt, um die Verschmutzung des Gebiets zu ermitteln.

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In einem Radius von 1,5 Kilometern bestäuben Bienen im Jahr rund vier Millionen Blumen.

"Herkömmliche Geräte zur Umweltüberwachung können lediglich die Oberfläche eines bestimmten Gebietes abdecken", so das Unternehmen. "Honigbienen hingegen sammeln eine Vielzahl an Proben über weite Strecken." In einem Radius von 1,5 Kilometern bestäuben sie im Jahr rund vier Millionen Blumen. Die gesammelten Pollen untersucht Beeodiversity auf mehr als 500 Pestizide, Schwermetalle und auf die Diversität der Pflanzen. Daraus lässt sich die Gesundheit der Flora und Fauna, aber auch der Grad der Luftverschmutzung in dem Gebiet ableiten.

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Urban Beekeeping mal anders

Mit den Bienen als aktive Datensammler kann das Unternehmen so Karten von stark verschmutzten Gebieten erstellen – und mit Partnerunternehmen Strategien zur Bekämpfung der Luftverschmutzung entwickeln. Außerdem lassen sich aus der detaillierten Analyse der Daten die Quellen von Pestiziden und Schwermetallen ausmachen. Zehn Bienenstöcke sind bereits im Einsatz. Zukünftig sollen jedoch bis zu 80 Prozent der Stadtfläche von den Datensammlern ins Visier genommen werden. Gemeinsam mit lokalen Interessengruppen will Beeodiversity außerdem grüne Flächen schaffen, die durch Diversität das Überleben der Bienen sichern – und so auch die Lebensqualität der Menschen steigert.

In Brüssel haben sich gleich mehrere Partnerunternehmen von Beeodiversity Bienenstöcke in der Innenstadt zugelegt.

Aber nicht nur große Unternehmen will Beeodiversity mit dem Konzept ansprechen. Denn auch lokale Bienenzüchter können an dem Projekt teilnehmen und so bei der Verbesserung der Luftqualität teilhaben. Da kommt der Trend des Urban Beekeeping – also des Bienenzüchtens in Städten – gelegen. Denn auch in Brüssel haben sich gleich mehrere Partnerunternehmen von Beeodiversity Bienenstöcke in der Innenstadt zugelegt. Leider ist das Pilotprojekt bisher nur dort anzutreffen. Aber das Konzept, die Insekten selbst als Datensammler zu nutzen – ohne sie aus ihrem natürlichen Umfeld herauszunehmen – ist wirklich spannend. Vielleicht finden sich ja auch hierzulande Partner, die mit dem Unternehmen zusammenarbeiten wollen, um so mit Hilfe der Natur die Natur zu schützen.

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