Elektromobilität

Panne mit dem E-Bike: Ein Blick in die mobile Werkstatt

von
Sabrina Lieb

Wer mit dem E-Bike unterwegs ist, sollte immer ein Fahrrad-Erste-Hilfe-Set dabei haben. aio zeigt, welche Tools in die mobile Werkstatt gehören.

Ein Mann und eine Frau begutachten ein E-Bike.
Wenn das E-Bike unterwegs streikt, kann eine mobile Werkstatt Abhilfe schaffen. Foto: Shutterstock / Halfpoint

Das erfahren Sie gleich:

  • Was in die mobile Werkstatt für E-Bikes gehört
  • Wie der mobile Fahrradmechaniker zum kaputten Fahrrad kommt – und wo das nicht funktioniert
  • Wie der Reifen vor einem Platten vollends geschützt ist

Flicken, Ventilgummi und Schmirgelpapier – vermutlich hat schon jeder Radler mindestens einmal Bekanntschaft mit den Klassikern aus dem Reparaturkästchen gemacht. Doch was ist, wenn nicht nur der Reifen platt ist? Mit dem E-Bike kann eine Panne schonmal ganz anders aussehen. Und auch der Koffer für das Fahrradwerkzeug fällt bei elektrischen Bikes dann doch etwas umfangreicher aus.

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Ob mit dem Fahrrad oder dem E-Bike unterwegs, grundsätzlich gilt: Je länger und abgelegener die Tour ist, desto besser sollten Radler ausgestattet sein und umso mehr Ersatzteile und Werkzeug sollten sie zum reparieren mitführen. Mit der folgenden Liste an Fahrrad-Werkzeug sind Sie bei einer Panne schon mal bestens gerüstet:

Was in die mobile Werkstatt für E-Bikes gehört

  • Mindestens ein Ladegerät
  • Zweitakku sowie ggf. weitere Wechselakkus
  • Spezialtool für E-Antrieb (ggf. beim Händler oder Hersteller nachfragen)
  • Adapterstecker (je nach Land)
  • Ersatzdisplay
  • Schloss und Ersatzschlüssel
  • Luftpumpe bzw. Reisepumpe
  • Flickzeug
  • Schläuche
  • Multitool, darunter Inbus und Schraubendreher (z.B. Alien von Topeak)
  • Falls nicht schon am Multitool: Kettennietendrücker
  • Kettenschmierfett
  • Kleiner Putzlappen
  • Ersatzkette
  • 8/10 mm Maulschlüssel
  • 15mm Pedalschlüssel
  • Zahnkranzabzieher
  • Ersatzmantel (vorne und hinten)
  • Mantelheber
  • 1 Set Speichen + Nippel
  • Speichenspanner
  • Schaltzug
  • Bremszug
  • Bremsbeläge
  • Schrauben (für Schutzbleche und Gepäckträger)
  • Ventile
  • Befestigungshaken für Packtaschen
  • Ein scharfes Taschenmesser
  • Klebeband bzw. Gewebeband
  • Draht (zum Beispiel Blumendraht)
  • Kabelbinder in verschiedenen Größen
Ein Multitool fürs Fahrrad.
Mit dem Multitool sind gleich mehrere Werkzeuge abgedeckt – etwa Inbus-Schlüssel, Nietstifte oder Kettenfixierhaken. Foto: Shutterstock / Piotr Wytrazek

Für den Fall, dass mal gar nichts mehr geht und kein Sprengring zur Verfügung steht, greifen manche Fahrer von E-Bikes auch auf Sekundenkleber zurück, mit denen Schrauben auch schonmal angeklebt werden. Auch für die Elektromobilität auf zwei Rädern gibt es unterwegs also gute Reparaturmöglichkeiten.

Mobile Fahrradmechaniker für Städtereisende

Für all jene, die sich bei einer Panne mit dem Fahrrad nicht mehr selbst weiterhelfen können, gibt es auch die Möglichkeit einer mobilen Werkstatt. Beispielsweise bietet die Website Veloyo Reparaturen für Fahrräder und E-Bikes innerhalb von 24 Stunden an. Dabei lässt sich der Fahrradmechaniker bequem online bestellen.

Das Problem bei der Sache: Bisher arbeitet der Service nur in den Städten Hamburg, Berlin, Frankfurt, Amsterdam und London. Wer also keine Städtereise plant, sondern einen Ausflug ins Grüne machen möchte, der sollte sich lieber auf das eigen Werkzeug verlassen – oder unterwegs eine Fahrradwerkstatt aufsuchen. Zusätzlich bietet der Service keine Soforthilfe – nur wenn die Reparatur auch einige Stunden Zeit hat, ergibt der mobile Fahrradmechaniker Sinn.

Ein Mechaniker der mobilen Werkstatt Veloyo begutachtet ein Fahrrad.
Die mobile Fahrradwerkstatt: Veloyo kommt zum Kunden und versorgt das defekte Rad vor Ort. Foto: Veloyo

Reifen ohne Schlauch: Schaum statt Luft

Wer dem Risiko eines platten Reifens aus dem Weg gehen möchte, für den sind auch sogenannte Tubeless-Reifen nicht verkehrt. Die Reifen ohne Schlauch sind nahezu unzerstörbar. Reifen und Felge sind bei diesem System perfekt aufeinander abgestimmt. Zusätzlich kommt eine Dichtungsmilch zum Einsatz, die den Übergang von der Felge zum Reifen luftdicht abschließt. Selbst dann, wenn ein scharfer Gegenstand – zum Beispiel eine Scherbe – ins Rad eindringt, verhindert die Milch das Entweichen der Luft aus dem Reifen.

Kleines Manko: Der schlauchlose Reifen ist noch nicht für jedes Modell geeignet.

Eine weitere Möglichkeit ist der Kunststoffring aus dem Hause Mr. Wolf Banger. Er füllt den Reifen zu rund 95 Prozent aus und soll ihn nahezu endgültig vor Durchschlägen schützen. Die Idee ist nicht neu und im Motocross-Bereich eigentlich schon ein alter Hut, jedoch wurde die Technologie in einem jahrelangen Prozess auf das Mountainbike übertragen.

Fazit: Gutes System, mit einem Preis von rund 250 Euro jedoch nicht gerade das billigste.

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Eine weitere Möglichkeit ist das Airless-System von Schwalbe, das seit dem Sommer 2018 auf dem Markt ist. Von außen betrachtet, unterscheidet es sich nicht von einem gewöhnlichen Rad. Im Inneren des Reifens befindet sich jedoch ein thermoplastisches Polyurethan. Ähnliche Materialien kommen beispielsweise auch bei Sohlen von Sportschuhen zum Einsatz. Das hochwertige Set kommt mit einem blauen Schlauch im Gepäck, der für eine perfekte Kompatibilität mit verschiedenen Felgen sorgen soll. Luftloses Fahrvergnügen ohne Pannen – so das Versprechen.

Manko hier: Der Reifen lässt sich nur mit einer speziellen Vorrichtung montieren. Ein Reifenwechsel muss daher zwingend beim Fachhändler erfolgen.

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