Leben

Out of Office: Mobile Arbeit macht glücklich

von Nele Justus

Fünf Tage die Woche acht Stunden lang im Büro sitzen – das ist nicht für jeden etwas. Eine europaweite Studie hat jetzt ergeben: Mobiles Arbeiten macht happy.

Frau arbeitet am Laptop
Laptop, Smartphone, Kaffeebecher: Viel mehr brauchen viele Menschen heute nicht mehr, um von überall aus zu arbeiten. Foto: Shutterstock / Mooshny

Das erfahren Sie gleich:

  • Wissenschaftler können belegen, dass mobile Arbeit produktiver ist als Büroarbeit
  • 60 Prozent der Büroarbeiter werden künftig im Home Office sein
  • Experten sehen großen Gewinn für die Work-Life-Balance

Bewiesen: Mobile Arbeit ist produktiver

Wer von zu Hause aus arbeitet, der liegt doch nur auf der faulen Haut, oder? Dieses Vorurteil ist in den Köpfen vieler Unternehmer noch tief verankert. Dabei belegt eine neue, europaweite Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln: Mobile Arbeit macht Mitarbeiter nicht nur glücklicher, sondern ist auch viel produktiver.

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Durch mobiles Arbeiten bleibt Work-Life–Balance kein Schlagwort mehr.

2000 deutsche Angestellte wurden für die Studie befragt. Rund die Hälfte arbeitet ab und an mobil – beim Kunden, im Homeoffice, im Café oder dem Zug. Was diese Menschen verbindet? Sie sind zufriedener in ihrem Job als jene, die jeden Tag ins Büro gehen. Denn auch wenn mobiles Arbeiten nicht gleich die absolute Freiheit bedeutet, so bringt sie doch deutlich mehr Autonomie: Menschen, die mobil arbeiten, können selber entscheiden, wie sie arbeiten, was sie arbeiten und wann sie arbeiten – und das führt zu mehr Eigenverantwortung und macht happy. Kurzfristig eine Pause einschieben, um etwas Privates zu erledigen, ist dann kein Problem mehr. Die Kinder früher von der Kita abholen und sich stattdessen abends noch mal an den Rechner setzen, ist auch möglich. Durch mobiles Arbeiten bleibt Work-Life–Balance kein Schlagwort mehr, sondern wird zu gelebter Unternehmenskultur – und steigert sogar die Produktivität. Denn mobile Arbeiter schaffen nicht nur mehr, sie arbeiten im Schnitt auch noch effektiver, und das sogar vier Stunden länger die Woche.

Die Arbeit kommt nach Hause

Wissenschaftler gehen davon aus, dass im Zuge der Digitalisierung die Arbeit immer mobiler wird, und zwar weltweit. Bis 2022, so rechnen Experten, werden 60 Prozent der Menschen, die bisher regelmäßig im Büro gearbeitet haben, ihren Arbeitsplatz ins Home Office verlagern. In Dänemark, Schweden und den Niederlanden arbeitet schon die Mehrheit der Angestellten regelmäßig mobil. So weit ist Deutschland noch lange nicht – im europäischen Vergleich liegen wir im Mittelfeld.

Arbeitnehmer wünschen sich mehr Home Office

Dass bei der Digitalisierung noch deutlich Luft nach oben ist, belegt auch die aktuelle Studie „Future Workforce“ von Dell und Intel, die sowohl Unternehmen als auch ihre Mitarbeiter zum „Arbeitsplatz der Zukunft“ befragt hat. Dabei kam heraus: Fast 80 Prozent der befragten Mitarbeiter empfinden ihren derzeitigen Arbeitsplatz als “noch weit entfernt vom” oder “nur ansatzweise so”, wie sie sich den Arbeitsplatz der Zukunft vorstellen. Für einen modernen, digitalen Arbeitsplatz setzen sie intelligente Technik und moderne Kommunikationsmittel voraus, etwa Cloud Computing, File-Sharing-Tools oder Messaging-Dienste. Das gilt besonders für die Generation der unter 30-Jährigen. Denn mobiles Arbeiten, eine flexiblere Zeiteinteilung und eine bessere Work-Life-Balance stehen ganz oben auf deren Liste für den Wunscharbeitsplatz.

Selbst die Umwelt würde aufatmen

Mobiles Arbeiten bringt aber nicht nur Vorteile für Unternehmen und Mitarbeiter, sondern auch Chancen für die Umwelt, wie eine Studie des Marktforschungshaus „Crisp Research“ belegt. Weil das Verkehrsaufkommen in Deutschland größtenteils berufsbedingt ist, könnte die Digitalisierung des Arbeitsplatzes für eine Reduktion des CO2-Ausstoßes sorgen. Und zwar um bis zu sieben Millionen Tonnen jährlich. Nur so zum Vergleich: Die Agenda 2020 sieht eine Reduktion von 6 Millionen Tonnen vor. Home Office macht also nicht nur die Mitarbeiter und ihre Chefs happy, sondern auch die Umwelt. Eine Win-Win-Situation für alle.

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