Technik

Olympische Spiele 2020: Autonome Taxis fahren Gäste durch Tokio

von
Carola Franzke

Es ist etwas Besonderes, eine Olympiade auszurichten: Japan hofft, bei der Gelegenheit mit autonomen Taxis auch technisch aufs Treppchen zu kommen.

Blick auf Tokio, Japan. Hier findet 2020 die nächste Olympiade statt.
Tokio, Japan, richtet 2020 die Olympiade aus. Seine Gäste möchte die Metropole mit autonomen Taxis zum dem Großevent chauffieren. Foto: Shutterstock / Stockforlife

Das erfahren Sie gleich:

  • Was die Olympiade in Japan mit autonomen Taxis zu tun hat
  • Warum das RoboCar-Taxi zwar autonom, aber nicht alleine fährt
  • Wieso das autonome Taxi vor allem für Touristen ein Gewinn wäre

Weltweit läuft ein inoffizielles Rennen darum, wo und von wem die ersten wirklich funktionsfähigen autonomen Autos auf den Weg gebracht werden. Zu den Olympischen Spielen 2020 in Japan möchte das Land mit herausragender Technik glänzen und das Rennen für sich entscheiden: In Tokio läuft dafür noch bis zum 8. September 2018 ein Test mit einem autonomen Taxi im realen Straßenverkehr.

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Mit dem autonomen Taxi sich durch den Stadtverkehr

Das RoboCar-Taxi verkehrt zwischen zwei Stadtteilen in Tokio, dem Otemachi- und dem Roppongi-Distrikt. Die beiden Bezirke liegen etwa 5,3 Kilometer auseinander. Vier Mal am Tag legt das autonome Taxi die Route mitten durch den normalen Straßenverkehr zurück, insgesamt fährt es die Strecke 96 Mal.

Passagiere können den RoboCar Minivan über eine App buchen und auch darüber die Türen des Wagens entriegeln. Sie zahlen 1.500 Yen für eine Fahrt, umgerechnet rund zwölf Euro.

Wie bei allen bisherigen Tests weltweit ist auch hier in Japan eine Sicherheitsperson dabei, um im Notfall eingreifen zu können. Doch sowohl Fahrt und Navigation als auch die komplette Interaktion zwischen Taxi und Passagieren ist automatisiert und – zumindest in der Theorie – ganz und gar autonom.

Das Fahrzeug des autonomen Taxis ist ein umgebauter Toyota Estima Hybrid, den das japanische Unternehmen ZMP mit Sensoren und weiterer Technik ausgerüstet hat. ZMP ist auf Automatisierung und Autonomie spezialisiert und bietet bereits autonome Roboter an.

Japans Wille zur Innovation

Technische Innovationen, wie zum Beispiel Roboter, sind in Japan beliebter als anderswo – das haben schon die Erfolge von Sonys Roboterhund "Aibo" oder dem humanoiden Roboter "Pepper" gezeigt. Insofern ist es kein Wunder, dass die Menschen in Tokio den Testbetrieb des RoboCar-Taxis bereits mit Begeisterung genutzt haben.

Die innovationsfreudigen Japaner würden die Olympischen Spiele 2020 daher sicher gern für mehr als sportliche Höchstleistungen nutzen. Selbstverständlich ist es auch eine gute Gelegenheit, sich kulturell und wirtschaftlich – für die Weltöffentlichkeit deutlich wahrnehmbar – von der besten Seite zu präsentieren.

Olympische Spiele 2020 als Herausforderung

Rein logistisch sind die Olympischen Spiele in Japan eine große Herausforderung: Auch in der Weltstadt Tokio gibt es in vielen Gegenden nur Straßen- und Hinweisschilder in der Landessprache. Viele Japaner sprechen kein Englisch, oder sie scheuen sich davor, aus Angst sich zu blamieren.

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Vor diesem Hintergrund wären autonome Taxis eine riesige Erleichterung, um Gästen und Sportlern während der Olympischen Spiele eine größere Bewegungsfreiheit und Unabhängigkeit zu ermöglichen.

Bei so viel Motivation wird es spannend, wie weit die Entwicklung der autonomen Taxis in den verbleibenden zwei Jahren bis 2020 vorankommt – denn bis die ersten autonomen Flugtaxis tatsächlich abheben, dürfte es noch etwas dauern.

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