Technik

Nicht nur Eier und Milch: In Österreich gibt's Solarstrom aus dem Hofladen

von Carola Franzke

Der Stromversorger MyElectric bietet Solarstrom, der aus den Photovoltaikanlagen von angeschlossenen Landwirten stammt: Strom aus dem Hofladen.

Eine große Anlage für Solarstrom auf einem Feld.
Bleibt vom eigenen Solarstrom auf dem Feld etwas übrig, können Landwirte aus Österreich den Strom jetzt über MyElectric verkaufen. Foto: Shutterstock / Aerovista Luchtfotografie

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie ein österreichischer Stromversorger Strom aus dem Hofladen anbietet
  • Wie regionale Landwirte über MyElectric Sonnenstrom ab Hof liefern
  • Wie sich Kunden so selbst aussuchen können, von welchem Hof ihr Solarstrom kommt

Das österreichische Versorgungsunternehmen MyElectric bietet seit kurzem ein neues Stromprodukt auf seiner Onlineplattform an. "Sonnenstrom ab Hof" heißt das Produkt und bedeutet, dass Stromkunden genau aussuchen können, von welchem der angeschlossenen Landwirte sie ihren Strom beziehen möchten.

Lesen Sie auch

Ladestation

aio-Empfehlung

Unter Strom! Mobilität wird elektrisch

Seit Oktober 2018 ist der Sonnenstrom ab Hof erhältlich – fast so, als würde man zum Gemüse frisch vom Erzeuger eben auch den Strom ganz persönlich einkaufen. Die Landwirte liefern überschüssigen Strom aus Photovoltaik-Anlagen auf ihren Höfen, und beim Wechsel auf den Sonnenstrom ab Hof kann sich der Stromkunde anhand von Bildern und Profilen der Höfe aussuchen, von welchem Betrieb er seine Energie beziehen möchte.

Der Stromkunde kennt seinen ab Hof Erzeuger durch die Plattform quasi persönlich. Strom bekommt also ein Gesicht.

Kurt Nadeje, Geschäftsführer von MyElectric

Die Kooperation zwischen der Einkaufsgemeinschaft BestpreisAgrar (Landwirte), der LPV Energiemanagement und dem Energieversorger MyElectric ermöglicht dem Stromkunden also einen persönlichen Bezug zu einem bislang sehr unpersönlichen Produkt.

Landwirte liefern Strom aus dem Hofladen

Bisher sind rund 50 Landwirte bei der österreichischen Plattform registriert und bieten sozusagen nicht nur Gemüse und Marmelade aus dem Hofladen an. Wie viele der insgesamt 30.000 Stromkunden von MyElectric sich für den Solarstrom vom Land interessieren, ist noch offen.

Auch wenn der Solarstrom direkt aus dem Hofladen zweifellos eine charmante Idee ist, allein ist MyElectric damit keineswegs. Das deutsche Start-up enyway bietet Peer-to-Peer-Strombezug nach einem ganz ähnlichen Prinzip an. Hier kann der Stromkunde seinen Energieerzeuger ebenfalls wählen.

Updates

Bleiben Sie zum Thema Technik immer informiert.

Solarstrom, Wind und die Energiewende

Manche der Anbieter auf der enyway-Plattform sind ebenfalls Landwirte, andere sind Windenergie-Enthusiasten der ersten Stunde und verkaufen Strom aus ihrem persönlichen Windrad. Ein Anbieter besitzt sogar eine jahrhundertealte Wassermühle und verkauft Strom aus den Turbinen der Mühle. Die Einnahmen fließen in die Erhaltung der alten Technik. Es ist also für jeden etwas dabei, der seinen Strom nachhaltig und direkt vom Erzeuger beziehen möchte.

Etwas weniger persönlich, aber abseits der großen Energiekonzerne, lässt sich grüner Strom vom Anbieter auch über Energiegenossenschaften kaufen. Etwa über den Zusammenschluss von aktuell 90 Energiegenossenschaften in den Bürgerwerken. Da ist man zwar mit seinem Anbieter nicht unbedingt per Du, doch der Strom kommt auf jeden Fall – TÜV-geprüft – zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energiequelllen. Es gibt neben Solarstrom auch Wind- und Wasserkraftanlagen. Die Energiegenossenschaften schreiben sich auf die Fahne, dass sie die Energiewende sozusagen von unten vorantreiben.

Auch interessant

Diese Website verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie dem zu. Um mehr über die von uns verwendeten Cookies zu erfahren und wie man sie deaktiviert, können Sie unsere Cookie-Richtlinie aufrufen.

Schließen