Elektromobilität

Norwegen und China: Subventionen fließen weiter

von Leonie Butz

Subventionen machen E-Autos in Norwegen weiterhin günstiger als Verbrenner. In China gibt es ebenfalls weitere Steuererleichterungen – und kaum Alternativen.

Norwegen: Subventionen dürfen weiterfließen
Wieder in ruhigen Gewässern: Kurz vor dem Jahreswechsel standen die Subventionen für Elektroautos in Norwegen auf der Kippe. Foto: CC0: Unsplash/Geran de Klerk

Das erfahren Sie gleich:

  • Die Brüsseler Behörde ESA äußerte kürzlich Zweifel an der Steuerbefreiung von Elektroautos in Norwegen
  • Nach der Prüfung steht jedoch fest: Das Land darf auch weiterhin Subventionen für E-Autos bieten
  • Auch China hat die Subventionen bis 2020 verlängert

Behörde erlaubt weiterhin Subventionen

Soll ich mir ein E-Auto kaufen? Oder noch ein wenig damit warten? Mit dieser Frage schlagen sich heute viele Menschen herum. Vor allem, da hierzulande die elektrobetriebenen Wagen noch deutlich teurer sind als vergleichbare Verbrenner. Geht es nur um die Kosten, lautet die Antwort also nein. Ganz anders sieht das in Europas Vorzeigeland der Elektromobilität aus – denn hier sind Steuervorteile und Subventionen so günstig für Interessenten, dass das Elektroauto oft günstiger ist als der vergleichbare Verbrenner. Dieser Status stand jedoch für kurze Zeit auf der Kippe.

Norwegen sei bald an dem Punkt angelangt, an dem es mehr Geld als nötig für die Förderung der Elektromobilität ausgebe.

Denn Norwegen gibt zu viel Geld für Subventionen aus – diese Kritik äußerte kürzlich die Überwachungsbehörde der Europäischen Freihandelsassoziation (ESA) in Brüssel. Diese ist verantwortlich für die Überwachung der Einhaltung der Normen für die Freihandelszone des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR). Konkrete zweifelte die Behörde an dem Sinn einer Verlängerung der Mehrwertsteuerbefreiung von Elektroautos, den die Regierung kürzlich beantragte. Norwegen sei bald an dem Punkt angelangt, an dem es mehr Geld als nötig für die Förderung der Elektromobilität ausgebe. Nachdem die Behörde die Bedenken geprüft hat, darf das Land die Subventionen jedoch fortsetzen.

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Norwegen bleibt Elektro-Land

Derzeit sind Elektrofahrzeuge in Norwegen völlig von der Mehrwertsteuer befreit. Mit der Entscheidung der ESA steht jetzt fest, dass Norwegen weiterhin das Elektro-Vorzeigeland bleiben wird. Denn drei beziehungsweise sechs Jahre lang darf das Land weiterhin Elektroautos und Brennstoffzellenautos von Mehrwertsteuern befreien. Bei der Befreiung von Kfz- und Zulassungssteuern sind es sogar sechs Jahre. Eine Vorgabe gibt es von der ESA aber schon: Alle zwei Jahre muss Norwegen prüfen, ob die Steuerbefreiung noch angemessen ist – besonders in Hinblick auf sinkende Preise für Elektroautos.

Wie in Norwegen lief Ende 2017 auch in China die erste Phase der Subventionierung von E-Autos aus. Aber auch hier verlängerte die Regierung die Steuererleichterungen für Autos mit alternativen Antrieben um drei Jahre. Bis Ende 2020 bleiben Elektroautos und Plug-in-Hybride somit von der Mehrwertsteuer befreit. Offenbar kam der Druck, die Subventionen weiter fließen zu lassen, auch aus der Industrie. Dort befürchtete man andernfalls einen Einbruch der Verkaufszahlen. Denn mit der E-Quote und dem konsequenten Ausbau der Elektromobilität will China sich nicht nur innerhalb des Landes positionieren, sondern auch international als Leitanbieter etablieren.

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