Technik

Norwegen plant den Lachstransport per Hyperloop

von
Paul Bandelin

Um Lachs schneller nach Mitteleuropa zu bringen, plant die Forschungseinrichtung SINTEF in Norwegen den Bau einer Hyperloop-Trasse zwischen Oslo und Paris.

Ein Lachs auf dem Weg Stromaufwärts.
Lachs-Zuchtbetriebe in Norwegen haben ein Problem mit der Infrastruktur – der Hyperloop soll das ändern. Foto: Unsplash/ Drew Farwell

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie der Hyperloop den Lachs in Norwegen transportieren soll
  • Wie die unabhängige Forschungseinrichtung SINTEF so Trondheim und Paris verbinden will
  • Warum jahrelange Erfahrung mit Gas-Pipelines die ideale Grundlage für die Technologie sein könnte

Bekommt Norwegen den Hyperloop?

Norwegen und die Fischindustrie – eine seit Jahrhunderten währende Liebesbeziehung. Das Königreich gehört zu den am höchsten entwickelten Ländern weltweit und auch zu den Schwergewichten in der Fischzucht. In Sachen Infrastruktur ist allerdings noch Luft nach oben.

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Große Distanzen, ein mäßig ausgebautes Straßennetz und Bahnstationen in großer Entfernung zu den Zuchtbetrieben belasten diesen Wirtschaftssektor stark. Zusätzlich wirken sich hohe Mautgebühren negativ auf die Gewinne und Margen der Zuchtbetriebe aus.

Deshalb denkt der hohe Norden über neue Mittel und Wege nach, Waren, wie beispielsweise den weltweit begehrten Lachs, schneller von A nach B zu transportieren. Der Hyperloop könnte des Rätsels Lösung sein. Das SINTEF, eine unabhängige Forschungsorganisation in Norwegen, denkt über eine solche Röhre nach, um den Wirtschaftssektor zu entlasten.

Hyperloop könnte norwegischen Lachs nach Mitteleuropa bringen

Da Norwegen seinen Lachs in die ganze Welt verschifft, wäre eine wesentliche Reduzierung der Transportzeit von größter wirtschaftlicher Bedeutung – zumal die Fischerei der wichtigste Wirtschaftszweig des Landes ist, gleich nach Öl und Gas.

Der Hyperloop böte sich als alternative Infrastruktur an, steckt aber in der Entwicklung noch in den Kinderschuhen. Das SINTEF steckt jährlich rund 400 Millionen Euro in anwendbare Wissenschaft. Im Rahmen des Projekts „Techniktrends in Transportsektor“ will das Institut jetzt herausfinden, wie die Zukunft der norwegischen Infrastruktur in den kommenden 40 Jahren aussieht. Dabei soll der Hyperloop eine integrale Rolle spielen.

Ein erster Projektvorschlag für eine Prototypanlage liegt bereits in der Schublade. Diese schlüge mit rund 20 Millionen Euro zu Buche. Wo sie gebaut werden soll, steht hingegen noch nicht fest. Thor Myklebust, Entwickler und Ingenieur am SINTEF, war in den USA und hospitierte beim dortigen Bau des Virgin Hyperloop One – er hält das Vorhaben für realistisch.

Insgeheim träumen die Forscher von einer Hyperloop-Verbindung zwischen Trondheim und Paris. Bei einer Geschwindigkeit von 1200 Kilometern pro Stunde bräuchte das Transportsystem nur etwas mehr als eine Stunde für die rund 1400 Kilometer in die französische Hauptstadt.

Der Plan, den Hyperloop ausschließlich als Frachttransport zu nutzen, ist bis dato ein absolutes Novum. Bei sämtlichen anderen Vorhaben geht es allein darum, Menschen möglichst schnell von einer Metropole in die nächste zu befördern.

Konzept der Hyperloops in Norwegen.
Mit dem Hyperloop sollen Zuchtbetriebe besser mit Städte verbunden werden. Foto: SINTEF

Erfahrung mit Gas Pipelines

Die Norweger trauen sie sich den Hyperloop allemal zu – auch weil das Land bereits eine Vielzahl an Erfahrungen mit ähnlichen Konstrukten gemacht hat. Gigantische Verbindungen befördern das gewonnene Erdgas in weite Teile Europas, unter anderem Deutschland und Großbritannien.

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Bei dem geplanten Hyperloop will Norwegen seinen ökologischen Fußabdruck möglichst klein halten. An den Außenseiten des Tunnels sollen auf mindestens der Hälfte der Strecke Solarzellen für die Stromgewinnung angebracht werden.

Auch China – der wichtigste Spieler im Bereich der Elektromobilität – hat große Pläne für einen Hyperloop, der mit Sonnenenergie fährt.

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