Elektromobilität

Norwegen baut Spitzenposition in Elektromobilität aus

von
Paul Bandelin

Ein Rekordmonat jagt den nächsten – die Elektromobilität scheint nicht mehr aufzuhalten in Norwegen. Doch das macht auch Probleme.

Verkehr auf Serpentinen in Norwegen.
Malerische Straßenzüge machen Norwegen zu einem angenehmen Ort für Autofahrer. Die sind im Land zunehmend mit elektrischen Fahrzeugen unterwegs. Foto: Shutterstock / Adam_photos

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie viele Vorbestellungen es für Elektroautos in Norwegen gibt und welche Modelle besonders gefragt sind
  • Welche Anreize das Land für den Umstieg schafft
  • Warum Elektrofähren ein alternatives Transportmittel sein sollen

Norwegen legt ein beeindruckendes Tempo vor, wenn es um die Weiterentwicklung und Implementierung von Elektromobilität im Straßenverkehr geht. Die Autobauer freut das, schließlich gibt es eine enorme Menge an Vorbestellungen für Elektroautos.

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Allerdings sorgt die lange Wartezeit bei so manchem für Unmut. „Wir halten es für unhaltbar, dass unsere Kunden so lange auf ihre Lieferung warten müssen“, so Petter Haugneland, Kommunikationsdirektor der norwegischen Elektroautovereinigung.

E-Autos in Norwegen: Nachfrage übersteigt alle Erwartungen

30.000 Einträge umfasst die Liste der Vorbestellungen für ein Elektroauto in dem nur 5,2 Millionen Einwohner zählenden nordischen Land. Zwischen 3.000 (rund 320 Euro) und 20.000 (rund 2120 Euro) Norwegische Kronen verlangen die Produzenten derzeit als Vorabzahlung, um sich einen Platz auf der Liste sichern zu dürfen.

Insgesamt belaufen sich die bereits getätigten Vorauszahlungen auf 400 Millionen Kronen, was etwa 42 Millionen Euro entspricht. Doch die Praxis ist verständlich, schließlich müssen die Produzenten wissen, wie groß der ungefähre Absatzmarkt ist. Zudem bekommen die Interessenten ihr Geld zurück, sollten sie sich gegen ein Elektroauto entscheiden.

Steuerfreie Elektroautos

Trotz der Wolken am Lieferhorizont geht es steil bergauf mit der norwegischen Elektromobilität. Teslas Model 3 scheint dabei am begehrtesten zu sein. 10.000 Interessenten orderten das Fahrzeug aus Elon Musks Fabrik bereits. Auf den weiteren Plätzen folgen Audis e-tron quattro mit 6.300 Bestellungen sowie der Hyundai Kona Electric mit derzeit rund 6.000 Buchungen. Ebenfalls beliebt sind der Jaguar I-Pace, der Porsche Taycan und der EQC von Mercedes-Benz.

Laut der norwegischen Elektroautovereinigung steht die Lieferung einiger der vorbestellten Modelle noch in diesem Jahr an, andere Interessenten müssen sich noch bis 2019 oder gar 2020 gedulden. Zudem hieß es Anfang Oktober, dass die Verkaufszahlen auf einem neuen Rekordhoch sind. So waren im September 45 Prozent der rund 10.000 Autoverkäufe im Land elektrischer Natur. Boomt die Elektromobilität weiter, stehen den Norwegern Rekordmonate ins Haus.

Der Run auf die Elektroautos im hohen Norden kommt nicht von ungefähr. Norwegen hat „horrende Steuern auf umweltverschmutzende Autos und im Gegenzug keine Steuern auf Elektroautos und andere emissionsfreie Fahrzeuge“, so Petter Haugneland.

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Elektrofähren auch in Städten

Überhaupt spielt Elektromobilität in dem Königreich eine weitaus größere Rolle als in jedem anderen Land Europas. Das Forschungszentrum SINTEF ist beispielsweise drauf und dran, ein alternatives Verkehrskonzept mit Elektrofähren einzurichten, bei dem autonome Elektrofähren als Transportmittel fungieren.

Nicht nur zwischen den Fjorden und auf Seen im Landesinneren sollen diese zum Einsatz kommen, sondern auch in größeren Städten, die sich an einem Wasserablauf befinden. Den Anfang dazu machte im Mai 2018 die Elektrofähre „Future of the Fjords“.

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