Elektromobilität

Nio: Erste Tauschstationen für Akkus auf Autobahnen

von Carola Franzke

Das chinesische Unternehmen Nio entwickelt Elektroautos und Ladekonzepte. Eines davon bietet jetzt einen kompletten Austausch der Akkus an der Autobahn.

Ein Autobahnzubringer von oben, nur wenige Autos sind zu sehen.
Auch auf langen Strecken soll E-Autos so unterwegs nicht der Strom ausgehen: Dank mobiler Lademöglichkeiten von NIO. Foto: Shutterstock/Valdas Jarutis

Das erfahren Sie gleich:

  • Warum das Elektro-Start-up NIO künftig Service-Fahrzeuge auf die Straße schickt
  • Wie Tauschstationen gleich den kompletten Akku wechseln
  • Wie viel Strom Besitzer von Elektroautos bei NIO tanken können – und wie lange das dauert

Das 2014 gegründete Unternehmen Nio mit Sitz in Shanghai gilt als ein vielversprechendes Start-up im Bereich Elektromobilität: Nach vier Jahren beschäftigt Nio weltweit bereits rund 5000 Mitarbeiter und hat ein Team in der Formel E, das mit Nelson Piquet jr. am Steuer schon in seiner ersten Rennsaison 2014/15 zwei Siege einfahren konnte.

Nio baut nicht nur Elektroautos, sondern entwickelt auch Konzepte: Eine mobile Ladestation soll die Fahrzeuge etwa innerhalb von 10 Minuten mit frischem Saft für 100 Kilometer versorgen. Eine Alternative dazu ist ein kompletter Austausch der Akkus direkt an der Autobahn.

Nio: Akkutausch an der Autobahn

Ähnlich den von Tesla frisch patentierten Hebebühnen zum automatischen Akku-Wechsel sollen kleine Garagen von Nio dafür sorgen, dass die Stromversorgung des E-Autos sichergestellt ist. Dazu belebt das Unternehmen das Konzept des Miet-Akkus wieder, mit dem in Israel bereits das Startup Better Place gescheitert war.

Der Startschuss fällt an der Mega-Autobahn G4 Expressway, der 2285 Kilometer längs durch China führt. 18 Stationen für den Akkutausch stehen dort an 14 Raststätten. Die befinden sich meist in der Nähe von Städten. Wie Nio im Rahmen einer Pressekonferenz bekannt gab ist das nur der Anfang. IN den kommenden Monaten sollen auch andere wichtige Autobahnen im Land solche Tausch-Garagen bekommen.

Wer das Elektro-SUV Nio ES8 in der Founders Edition besitzt oder eine Kaution für die Standard-Edition hinterlegt hat, darf sich über 12 kostenlose Batteriewechsel pro Jahr freuen. Wie gut das in der Praxis funktioniert, bleibt abzuwarten. Doch Nio hat ja noch ein zusätzliches Ass im Ärmel.

Nio: Mobile Ladestation für E-Autos

Nio hat Service-Fahrzeuge für das mobile Laden entwickelt: Minibusse, die mit zwei 70-Kilowattstunden-Akkus ausgestattet sind. Ursprünglich war der Service für den siebensitzigen Elektro-SUV Nio ES8 entwickelt worden. Doch inzwischen sollen auch Fahrzeuge von fremden Herstellern betankt werden können. Das geht sogar, wenn der Fahrer in einer Besprechung oder im Restaurant sitzt und die Ladeöffnung per Fernbedienung öffnet.

Nio zielt mit dem Service nicht unbedingt auf Fahrzeuge, die mit einem leeren Akku liegen bleiben: BMW hatte mit einer ähnlichen Dienstleistung, dem Service „BMW i Mobile Care“, in europäischen Ländern bereits die Erfahrung gemacht, dass das tatsächlich eher selten vorkommt.

Die Chinesen sehen den Bedarf vielmehr bei Stadtbewohnern, die keine eigene Lademöglichkeit zu Hause haben. Denn klar ist: Die Zulassungszahlen steigen deutlich schneller an als die Anzahl an Ladestationen, besonders in China, dem derzeitigen Vorreiter in Sachen E-Mobility.

Nio will die Flotte der mobilen Ladestationen in den kommenden Jahren auf 1200 Fahrzeuge ausbauen. Der Service ist bisher nur in China vorgesehen; ob er auf weitere Länder ausgeweitet wird, ist noch offen.

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