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Gesundheit

Nichts wie raus: Waldbaden ist der neue Wellness-Trend

von Sabine Franz

Immer im Stress, immer in Hektik? Das Gegenmittel ist gratis und liegt oft um die Ecke – der Wald. Das hat jetzt auch die Wellness-Bewegung entdeckt.

Frau auf Waldweg
Ich glaub, sie steht im Wald: Der Waldspaziergang ist wieder trendy geworden - und gilt jetzt als Wellness. Foto: Shutterstock / Dmitry A

Das erfahren Sie gleich:

  • Der Wald gewinnt in Zeiten der Reizüberflutung immer mehr an Bedeutung als Kraftspender
  • Herzschlag, Blutdruck, Muskeln: Studien belegen den positiven Effekt von Bäumen auf die Gesundheit
  • Winter-Waldspaziergänge stärken das Immunsystem besonders

Der Wald wird den Menschen wieder wichtig

Die Beziehung des Menschen zum Wald war schon immer ambivalent. Einerseits keimt die Furcht vorm bösen Wolf und anderen düsteren Überraschungen im Forst auf. Andererseits ist da unsere sprichwörtliche Waldeslust, die seit Generationen zelebriert wird. Der Wald ist für viele ein Kindheits-, Erinnerungs- und Rückzugsort. Und er erlebt ein Revival. Nicht zuletzt durch den schriftstellernden Förster Peter Wohlleben, der in seinem Dauer-Bestseller über „Das geheime Leben der Bäume“ schwärmt. Von deren Gefühlen, Gedächtnis und Familienverbund. Der Mythos lebt.

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Studien beweisen: Bäume machen gesund

Und wie ist es um die Beziehung Baum - Mensch bestellt? Bäume tun uns gut. So einfach ist das. Lustwandeln ist das schöne Wort für die fast in Vergessenheit geratene Kunst, seelenruhig und ohne Ziel durch die Natur zu streifen. Und Lustwandeln im Wald ist gesund: Ein Spaziergang lässt das Herz ruhiger schlagen, den Blutdruck sinken und die Muskeln entspannen. Wissenschaftlich belegt haben das Mitarbeiter der Uni Wien. Die heilsame Wirkung stellten Forscherkollegen der University of Essex schon ab einer Spaziergangdauer von fünf Minuten fest.

Wer gelernt hat, Bäumen zuzuhören, begehrt nichts zu sein, als was er ist.

Hermann Hesse

Bäume im hügeligen Waldboden
Mein Freund, der Baum: Wissenschaftler haben jetzt die medizinische Wirkungen von Bäumen bestätigt. Foto: Unsplash/Dave Robinson

Das Flanieren in der Natur hebt das Selbstwertgefühl vor allem von jungen Menschen und die Stimmung der Spaziergänger im mittleren Alter. Diesen positiven Effekt haben besonders grüne Bäume. Aber gerade auch im Winter belebt der Wald nachhaltig. Er stärkt das Immunsystem und das parasympathische System des Spaziergängers. Verantwortlich dafür sind die Terpene, welche Pflanzen abgeben und der Mensch einatmet. Diese Botenstoffe aktivieren im menschlichen Körper die Bildung der weißen Blutkörperchen, sogenannte Killerzellen, und machen etwa Schnupfenviren den Garaus. Sogar Krebszellen werden verstärkt bekämpft. Ganz nebenbei wird Stress abgebaut und die gute Laune gesteigert. All dies ist wissenschaftlich belegt.

Die Wellness-Bewegung entdeckt den Wald

Der leise Wald heilt außerdem vom Stadtlärm. Verkehr, Baustellen, penetrant laute Mitmenschen – die permanente akustische Reizüberflutung strengt an. Sie abzuwehren nicht weniger. „Attention Restoration Theory“ nennen das die Forscher. Weil die Reizabwehr auf Dauer ermüdet, müssen die Akkus aufgeladen werden. Auch hierbei hilft ein Ausflug in die Natur. Der Wald steht still, gewährt Ruhe und Schonung – und kuriert die mentalen Erschöpfungszustände. Das hat auch die Wellness-Industrie entdeckt und setzt auf den neuen Trend „Waldbaden“. Das ist genau jenes bewusste Spazierengehen, bei dem man die Kraft der Bäume auf sich wirken lässt, in Kombination mit Meditation und Atemübungen. In Japan ist die Waldmedizin ein längst verbreitetes Forschungsfeld an Hochschulen und Universitäten. Waldbaden ist dort eine anerkannte Therapie. Doch Europa holt auf: Unser erster offizieller Kur- und Heilwald voller Buchen und Kiefern erwartet seine „Patienten“ in Heringsdorf auf Usedom, mildes Meeresklima inklusive.

Wir müssen ihn uns also nur von Zeit zu Zeit gönnen. Den Luxus des Wald-Lustwandelns, der eigentlich zum Stundenplan des guten Lebens gehören sollte. Genussvolles Dahintreiben statt Effizienzstreben, ungefilterte Wahrnehmung statt Tunnelblick. Der Weg ist – ganz einfach – das Ziel. Und wer wirklich mal so gar keine Zeit haben sollte für einen Abstecher in den Park oder die Grünanlage: Schon der Anblick eines Fotos oder Videos mit Bäumen kann – auch das ist wissenschaftlich nachgewiesen – das Stresslevel senken.

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