Leben

Neues Feature bei Google Maps: Rollstuhlgerecht durch die Stadt

von Carola Franzke

Nutzer von Google Maps können sich jetzt rollstuhlgerechte Routen anzeigen lassen. Auch Airbnb und andere Tech-Firmen bieten barrierefreie Optionen.

Ein Mann steht mit seinem Rollstuhl am oberen Ende einer Treppe.
Mission Barrierefreiheit: Tech-Firmen machen die rollstuhlgerechte Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln (Google Maps) oder den Urlaub im Rollstuhl (Airbnb) einfacher Foto: Shutterstock/BMPhotolab

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie Google Maps rollstuhlgerechte Routen ausgibt
  • Wie Airbnb den Urlaub mit Rollstuhl erleichtert
  • Welche Schwierigkeiten Lyft und Uber mit Rollstühlen haben
  • Welche weiteren Tech-Firmen an der Barrierefreiheit arbeiten

Wie Google Maps rollstuhlgerechte Routen ausgibt

Google Maps hat seinen Routenplaner um eine neue Option erweitert: Nutzer können sich jetzt auch eine rollstuhlgerechte Verbindung anzeigen lassen. Das funktioniert als erstes in diesen sechs großen Metropolen:

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  • London
  • New York City
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Bereits 2017 hatte Google Maps begonnen, Informationen zu behinderten- und rollstuhlgerechten Orten per Crowdsourcing zu sammeln. Die gesammelten Informationen beinhalten etwa bei Restaurants nicht nur den rollstuhlgerechten Zugang in die Räumlichkeiten, sondern auch, ob beispielsweise eine Behindertentoilette und -Parkplätze vorhanden sind.

So nutzen Sie die neue Option bei Google Maps

  • Geben Sie Ihr gewünschtes Ziel bei Google Maps ein
  • Klicken Sie auf "Routenplaner" (Desktop) oder "Route" (Mobile)
  • Wählen Sie das Symbol für öffentliche Verkehrsmittel
  • Klicken Sie auf "Optionen"
  • Wählen Sie dort "Rollstuhlgerecht" aus

Danach zeigt Google eine Liste der möglichen Routen an, bei denen die Barrierefreiheit bereits bedacht wurde, also wie rollstuhlgerecht sie ist.

Auf einem Macbook ist die Navigation von Google Maps mit aufgeklappter Options-Leiste zu sehen. Die Route ist rollstuhlgerecht geplant.
So sieht eine rollstuhlgerechte Route bei Google Maps aus – hier vom Buckingham-Palast in London zum Riesenrad London Eye Foto: Shutterstock / FabrikaSimf

Wie Airbnb den Urlaub mit Rollstuhl erleichtert

Auch andere Tech-Firmen machen sich darüber Gedanken, wie sie ihr Angebot um eine rollstuhlgerechte Variante erweitern können. Ein Beispiel dafür ist das Thema Urlaub mit dem Rollstuhl.

Vor einigen Monaten hat Airbnb die Plattform Accomable übernommen, ein Startup, das sich auf das Thema Barrierefreiheit konzentriert. Airbnb-CEO Brian Chesky nannte die Übernahme "einen meiner stolzesten Momente".

Aus der Übernahme sind neue Filteroptionen bei Airbnb hervorgegangen, die mit einem aktuellen Update eingespielt wurden und den Urlaub mit Rollstuhl entscheidend erleichtern können.

Die insgesamt 21 neuen Filteroptionen gestatten die detaillierte Suche nach Unterkünften mit barrierefreier Dusche, weiten Fluren, Fahrstühlen, Behindertenparkplatz und vielem mehr.

Das erlaubt auch den Anbietern der entsprechenden Unterkünfte, die besonderen Eigenschaften ihres Angebots richtig einzuordnen und andere daran teilhaben zu lassen, einen Urlaub mit Rollstuhl zu planen.

Airbnb plant, die Filteroptionen weiter auszubauen und zu verbessern, und lässt sich von Behinderten- und Blindenverbänden beraten, wie etwa dem National Council on Independent Living (Nationaler Rat für eigenständiges Leben) in den USA.

Welche Schwierigkeiten Lyft und Uber mit Rollstühlen haben

Probleme mit einem rollstuhlgerechten Angebot haben hingegen die Fahrdienstanbieter Uber und Lyft: Allein im Jahr 2017 wurde Uber mindestens dreimal verklagt, weil Passagiere mit Rollstuhl nicht transportiert werden konnten.

Auch Lyft steht diesbezüglich gerade in der Kritik — und vor Gericht. Das Unternehmen bietet zwar prinzipiell die Mitnahme von Servicehunden und faltbaren Rollstühlen an.

Auf dem Straßenpflaster ist ein weißes Symbol für Rollstuhlfahrer zu sehen.
Mehr Möglichkeiten für Rollstuhlfahrer: Airbnb hat nach der Übernahme des Dienstes Accomable 21 neue Filteroptionen für den Urlaub im Rollstuhl eingeführt. Foto: Pixabay/MabelAmber

Dagegen klagen jetzt Vertreter von Behindertenverbänden, die sich auf die strikten Gleichstellungsgesetze in den USA berufen.

Welche weiteren Tech-Firmen an der Barrierefreiheit arbeiten

Tech-Firmen können aber nicht nur das Reisen erleichtern, auch etliche andere Lebensbereiche können von technischen Innovationen profitieren. Besonders für Blinde und Menschen mit Sehbehinderung öffnen sich neue Möglichkeiten.

Das schwedische Unternehmen Tobii hat sich auf präzises Eye-Tracking spezialisiert, eine Technologie, die sich auch für Menschen mit Handicap einsetzen lässt. Es versetzt sie in die Lage, mithilfe von VR-rBrillen kompatible Spiele zu spielen, wie etwa Assassin's Creed: Origins von Ubisoft.

Amazon bietet eine „VoiceView“-Erweiterung für den Kindle, mit dem Sehbehinderte das Gerät per Sprache steuern können; auch Netflix hat eine Erzählfunktion, die dem sehbehinderten Zuschauer beschreibt, was nicht durch die reguläre Tonspur mitgeteilt wird.

Updates

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Google hat zudem Anfang 2018 angekündigt, die Unterstützung von Braille-Lesegeräten auf die Google-Tabellenkalkulation zu erweitern. Die Anwendungen Docs, Präsentationen und Zeichnungen unterstützen Braille-Endgeräte bereits.

Fazit: Es war lange überfällig, dass populäre Dienste wie Google Maps oder Airbnb auch für Menschen mit Behinderungen barrierefreie und rollstuhlgerechte Lösungen finden. Jetzt erweitern diese Anbieter nach und nach ihre Optionen – und machen das Leben für viele Menschen damit wirklich ein Stück leichter.

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