Elektromobilität

Neues Chassis: Das Williams-Team speckt das E-Auto ab

von
Sabrina Lieb

Formel-1-Teamchef Frank Williams macht dem E-Auto Beine: Sein Chassis FW-EVX soll das Gewicht verringern und so Leistung und Reichweite verbessern.

In einer Halle ist das Chassis FW-EVX ausgestellt
Leichtgewicht: Das neue Chassis FW-EVX vom Williams-Team soll rund 40 Prozent Gewicht gegenüber herkömmlichen Fahrgestellen sparen. Foto: Williams Advanced Engineering

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie viel Anteil der Akku am Gewicht eines E-Auto hat
  • Was das Chassis von Frank Williams besser kann
  • Wieviel Gewicht das neue Chassis spart

Wie viel Anteil der Akku am Gewicht eines E-Auto hat

Obwohl die Automobil-Hersteller die Batteriekapazitäten ihrer Elektroautos mit jedem neuen Modell steigern, erzielen bislang nur die wenigsten E-Autos Reichweiten von über 300 Kilometern. Andernfalls würde der Akku zu groß und zu schwer.

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Und der nimmt ohnehin schon seinen Löwenanteil ein: Der Akku ist das schwerste Bauteil an Bord eines E-Autos, weshalb andere Fahrzeugkomponenten möglichst leicht sein müssen.

Williams Advanced Engineering hat mit dem FW-EVX nun ein Chassis aus Carbonfaser vorgestellt, das den Akku gleich integriert. Die Firma gehört Formel-1-Teamchef Frank Williams und ist ein Schwesterunternehmen seines Rennstalls Williams F1. Die Vorteile dieses Chassis könnten die Elektromobilität weiter vorantreiben.

Warum die Akkus so groß sein müssen

Hintergrund: Die Energiedichte von Akkus ist geringer als die von Benzin. So stecken beispielsweise in einem Kilogramm Benzin (entspricht rund 1,33 Liter) fast 12.000 Wattstunden (Wh) Energie. Lithium-Ionen-Batterien in Fahrzeugen kommen heute auf eine Energiedichte von maximal 140 Wh/kg.

Da ein typisches E-Auto auf hundert Kilometer etwa 20.000 Wattstunden verbraucht, muss es dafür also rund 150 Kilogramm Akku mitführen. Zum Vergleich: Ein elektrisch betriebener Kleinwagen wiegt im Durchschnitt insgesamt 1500 Kilogramm.

Was das neue Chassis von Frank Williams besser kann

Eine neue Elektroauto-Architektur verspricht nun Frank Williams. Der Besitzer von Williams F1 hat mit dem FW-EVX ein modulares Design für E-Autos entwickelt, das neben dem Akku und der dazugehörigen Temperierung auch das Fahrwerk sowie bis zu vier Motoren in einer Plattform integriert.

Ein auf der FW-EVX-Plattform konstruiertes Elektrofahrzeug kann leichter, sicherer, umweltfreundlicher und viel kostengünstiger sein als ein Design, das aus einem konventionellen Fahrzeug besteht.

Paul McNamara, technischer Direktor bei Williams Advanced Engineering

Das Chassis ist durch den Einsatz von Carbonfaser äußerst leicht und dabei gleichzeitig sehr stabil. Es soll sich für mittlere bis größere Elektroautos eignen.

Wieviel Gewicht das neue Chassis spart

Die Konstruktion kann dabei seine Herkunft aus dem Rennsport nicht verleugnen: So hat Williams beispielsweise Kanäle in den Schwellern konstruiert, die den Fahrtwind als kalte Luft zu den Batteriekühlern leiten. Um die Aerodynamik zu verbessern, wird der Luftstrom durch einen Diffusor am hinteren Ende des Fahrzeugs geleitet.

Auch der Fahrzeugboden aus Aluminium wird als Wärmeableiter verwendet. Die Schweller sind gleichzeitig Crash-Elemente, die im Falle eines Unfalls durch gezielte Verformungen Energie absorbieren sollen.

Dabei setzt das Unternehmen auf hochstabile Akkumodule mit einer Bienenwabenstruktur, die zur Festigkeit und Widerstandsfähigkeit des gesamten Fahrgestells beitragen sollen. Selbst die Querlenker der Aufhängung sind aus Verbundwerkstoffen gefertigt, die in nur 90 Sekunden in einer Form gepresst werden können.

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Laut Angaben des Herstellers sollen die Teile aus Kohlefaser nicht mehr kosten als herkömmliche, aus Aluminium geschmiedete Modelle, aber insgesamt 40 Prozent weniger wiegen. So bringt es der FW-EVX inklusive seines 350 Kilogramm schweren Akkupacks mit 80kWh auf gerade mal 995 Kilogramm Gesamtgewicht.

Noch will das Unternehmen keine weiteren Details dazu verraten, verspricht jedoch: Auch die Leistung und die Reichweite sollen deutlich höher ausfallen als bei heutigen Elektroautos.

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