Technik

Neue Erntehelfer: Landwirtschaftsroboter von Iron Ox

von
Carola Franzke

Mit Robotern, Kunstlicht und Nährlösungen will Iron Ox eine effiziente, moderne Landwirtschaft ohne Abhängigkeit von menschlichen Erntehelfern schaffen.

Roboter von Iron Ox beim Anpflanzen.
Die Roboter von Iron Ox sollen landwirtschaftliche Prozesse selbständig übernehmen. Das spart viel Zeit und Geld. Foto: Iron Ox

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie Iron Ox aus San Carlos Roboter für die Landwirtschaft entwickelt
  • Welche Aufgaben die Androiden übernehmen sollen
  • Wie „Vertical Farming“ die Zukunft einer urbanen, effizienten Landwirtschaft schaffen soll

Automatisierter Anbau von Kräutern und Salat in großen Schalen, die Roboter bedienen und bewegen: Eine ganz neue Form der Landwirtschaft, die ohne Erntehelfer auskommt und dabei den 30-fachen Ertrag des konventionellen Anbaus auf offenen Feldern bringen soll.

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Dahinter steckt Iron Ox, ein Unternehmen aus San Carlos in Kalifornien. Die Nachbarschaft zu den High Tech-Hotspots in Redwood, Palo Alto und Mountain View ist kein Zufall.

Vertical Farming als neue und urbane Landwirtschaft

Bevor er das Landwirtschaftsroboter-Projekt mitbegründet hat, war Iron Ox-CEO Brandon Alexander unter anderem bei Alphabets Abteilung X beschäftigt. Das geheimnisvolle Innovations- und Entwicklungslabor ist auch für Google Glass und Waymo verantwortlich.

Alexander sieht in Iron Ox eine ganz neue Form der Landwirtschaft: „Wir haben den gesamten Anbauprozess unter dem Gesichtspunkt ‚Robotics first’ gestaltet. Wir haben also nicht einfach einen Roboter in einem bereits festgelegten Ablauf eingesetzt, sondern alles völlig neu gedacht und um unsere Roboter herum optimiert.“

In der ersten Anlage von Iron Ox bepflanzen riesige Roboter große, mit Nährflüssigkeit gefüllte Schalen und fahren sie durch die Hallen – sie können dabei auch in Regalen übereinander stehen, wie beim Vertical Farming üblich.

Die Pflanzen pflegt ein Roboterarm, der dank einer hochauflösenden Kamera alle Schritte von der Aussaat bis zur Ernte genauestens überwachen kann. Die Verarbeitung aller Informationen erfolgt in der Cloud von einer zentralen Software, die bei Iron Ox den Beinamen „The Brain“ (Das Gehirn) bekommen hat. So lassen sich Schädlinge oder Blattkrankheiten früh erkennen und eine Ausbreitung verhindern.

Was kostspielig klingt, decken laut CEO Brandon Alexander weitestgehend Standardbauteile ab. Zudem optimiert die verwendete Nährflüssigkeit den Wasserbedarf, senkt ihn um bis zu 90 Prozent und beleuchtet die Pflanzen mit energiesparenden LEDs. Er schätzt, dass die Verkaufserlöse die Investition zum Bau der Anlage aus dem ersten Jahr abdeckt.

Roboter für effiziente Landwirtschaft

Mit dieser optimierten Form der robotergestützten Landwirtschaft will das Unternehmen die Preise für frische Lebensmittel senken und so mehr Menschen den Zugang zu gesünderer Ernährung ermöglichen. Es ist nicht allein der Verzicht auf die unzuverlässigen, schwer zu findenden Erntehelfer.

Die Ernten sind bis zu 30-mal ertragreicher als in der konventionellen Landwirtschaft, denn die Bedingungen für die Pflanzen lassen sich ja dank Vertical Farming und der Roboter komplett steuern. Nicht alle Pflanzen eignen sich dafür: Bisher baut Iron Ox vor allem verschiedene Salatsorten und Grünkohl an, sowie viele Kräutersorten, darunter Basilikum, Schnittlauch und Koriander.

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Der Ansatz von Iron Ox geht noch um einiges weiter als die bisher bekannten Roboter-Anwendungen in der Landwirtschaft, wie etwa der Unkraut-Roboter oder selbst der Spargel-Roboter: Sie sind in einen landwirtschaftlichen Ablauf integriert, der seit Jahrzehnten oder länger unverändert ist. Iron Ox versucht dagegen, wirklich eine komplette Umgebung zu schaffen, die von Erntehelfern unabhängig und autonom funktionieren soll.

Yiannis Ampatzidis, Professor für Agrarwissenschaft an der Universität von Florida: „Finden wir keine Lösung, wie wir zu mehr Erntehelfern kommen, dann ist Automation der einzige Weg um zu überleben.“

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