Technik

Neue Erdgasfahrzeuge: Das tut sich bei der Diesel-Alternative

von
Michael Penquitt

Erdgasfahrzeuge bieten einen alternativen Antrieb und könnten so beim Umweltschutz eine wichtige Rolle spielen. Ein Unternehmen zeichnet sich besonders aus.

Autos auf einer Landstraße
Grünere Autos sollen die Umwelt schützen. Bis sich Elektromotoren in der breiten Masse durchsetzen, könnte Erdgas eine gute Übergangslösung sein. Foto: Getty Images/Cultura RF

Das erfahren Sie gleich:

  • Wieso Erdgasautos so wichtig für die Hersteller sind
  • Welche Rolle dabei Seat zukommt
  • Welche Modelle dieses Jahr rauskommen

Schon bald gelten in der EU neue Grenzwerte für CO2: Ab 2021 dürfen Neuwagen im Schnitt lokal maximal 95 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer ausstoßen. Von da an soll die Menge der CO2-Emissionen kontinuierlich sinken. 2030 sollen 37,5 Prozent des Ausstoßes im Vergleich zu 2021 eingespart sein. Zum Vergleich: Zuletzt lag der europäische Durchschnitt bei 118,5 Gramm.

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Unter Strom! Mobilität wird elektrisch

Perspektivisch setzen die Autohersteller deshalb auf Elektromobilität. Das Angebot und die Bandbreite von Elektroautos werden in den kommenden Jahren stark wachsen. Doch noch werden Autofahrerinnen und Autofahrer nur langsam mit E-Autos warm. Auch wenn die Autobauer von Jahr zu Jahr steigende Verkaufszahlen vorweisen können, machen rein elektrisch betriebene Autos in Deutschland bislang nur etwa 2 Prozent aller Neuzulassungen aus. Nur mit ihnen wird der Grenzwert der EU wohl nicht einzuhalten sein.

Erdgasautos sind umweltfreundlicher als Benziner

Die Autoindustrie setzt deshalb vermehrt auch auf alternative Antriebe, die gar nicht so neu sind, aber bislang sträflich vernachlässigt wurden. Im Mittelpunkt: Erdgas. Als Kraftstoff ist Erdgas an der Zapfsäule als CNG zu finden. Vor allem der VW-Konzern gibt derzeit Gas. Dessen Tochter Seat ist seit einiger Zeit konzernintern für die Weiterentwicklung neuer Erdgasfahrzeuge zuständig.

So bringen die Spanier 2019 den weltweit ersten Crossover-SUV mit Erdgasantrieb auf den Markt: den Seat Arona TGI. Mit einer CNG-Tankfüllung kommt man etwa 400 Kilometer weit, der zusätzliche Benzintank sorgt für eine Reichweite von weiteren 160 Kilometern, sollte keine Tankstelle in der Nähe Erdgas anbieten. Der Kraftstoffverbrauch liegt bei 3,5 bis 3,7 Kilogramm CNG auf 100 Kilometer, pro Kilometer werden knapp 100 Gramm CO2 freigesetzt. Damit verfehlt das Auto den von der EU aufgestellten Grenzwert knapp. Eine Verbesserung gegenüber den mit Diesel oder Benzin angetriebenen Versionen ist es allemal: Beide stoßen rund 115 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer aus.

Seat Arona TGI auf einer Autobahn
Seat bringt den Arona TGI mit Erdgasantrieb auf den Markt. Foto: Seat

Volkswagen setzt Erdgas in den Fokus

Auch Skoda, eine weitere VW-Tochter, setzt auf Erdgas: Skoda-Chef Bernhard Maier kann sich laut eigener Aussage vorstellen, zukünftig alle Modelle auch als CNG-Versionen rauszubringen. Beim Skoda Citigo und dem Skoda Octavia ist das bereits der Fall. Ende 2019 kommt auch der Skoda Scala in der G-TEC-Version raus, was unter der Marke für den Erdgasantrieb steht. Bereits jetzt bietet VW unter all seinen Marken ein Dutzend CNG-Modelle an, darunter die Audi g-tron-Reihe, den VW Golf oder den VW Polo TGI.

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Skoda Citigo mit CNG-Tank auf einem Parkplatz
Den kleinen Skoda Citigo gibt es schon jetzt mit einem Tank für komprimiertes Erdgas zu kaufen. Foto: SKODA

Auch aus finanzieller Sicht macht es für Kunden Sinn, auf Erdgas umzusteigen. Die Anschaffungskosten für ein solches Auto sind nicht höher als die für ein mit Benzin angetriebenes Auto und der Preis an der Tankstelle liegt, bezogen auf den Energiegehalt, deutlich niedriger.

Einzig die Tankstellendichte macht manche Autofahrerin oder Autofahrer skeptisch. Aktuell finden sich deutschlandweit nur rund 900 CNG-Tankstellen. Doch auch da will Volkswagen für Nachschub sorgen: In den kommenden Jahren will das Unternehmen in Kooperation mit Gasversorgern die Zahl auf 2.000 heben.

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