Gesundheit

Nano-Kristalle aus Tee haben im Labortest Krebszellen vernichtet

von Carola Franzke

Nano-Kristalle – sogenannte Quantum-Dots – aus Tee sind zwar kein Wundermittel gegen Krebs, sie könnten aber zukünftig Krebstherapie nachhaltig verändern.

Grüner Tee in Pulverform.
Tee ist gesund: In England fanden Forscher jetzt heraus, dass er möglicherweise auch Krebs bekämpft. Foto: Shutterstock / Timaldo

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie es Forschern in Swansea gelungen ist, Nanopartikel aus Tee erfolgreich gegen Krebszellen einzusetzen
  • Warum die Quantum-Dots aus Tee besser sind als herkömmliche Behandlungsmethoden
  • Wie die Entdeckung langfristig Krebstherapien verändern und zielgenaue Behandlungen ermöglichen könnte

Tee gegen Krebs?

Quantum-Dots aus dem Extrakt von Teeblättern sind besonders kleine Nanopartikel aus ungiftigem Biomaterial. In Laborversuchen konnten Materialforscher der Universität im englischen Swansea unter anderem zeigen, dass Nano-Kristalle, die sogenannten Quantum-Dots, aus Tee gegen Krebs wirksam sind.

Die Dots konnten das Wachstum von Lungenkrebs im Labor bei 80 Prozent der Zellen verhindern. Die Forscher selbst warnen jedoch eindringlich vor falschen Interpretationen. Ein positives Gesundheits-Ergebnis in der Petrischale ließe sich nicht einfach verallgemeinern – und es bedeutet keinesfalls, dass Tee ein Wundermittel gegen Krebs ist.

Quantum-Dots: Ein neues Nanomaterial

Die Materialspezialisten sind in erster Linie begeistert davon, dass es gelungen ist, so kleine Quantum-Dots aus umweltfreundlichem Rohstoff herzustellen. Der Herstellungsprozess war bisher sehr kostenintensiv und auch mit giftigen Abfällen verbunden.

Die neuen Tee-Dots sind nicht nur günstig und aus ungiftigem Rohstoff. Sie sind mit zwei bis fünf Nanometern Durchmesser sogar deutlich kleiner als menschliche Antikörper mit etwa zehn Nanometern. Zum Vergleich: Ein Haar ist etwa 40.000 Nanometer dick.

So können die Quantum-Dots beispielsweise durch Gefäße und Zellwände dringen, durch die größere Partikel nicht passen und sich dort an Zellen und Rezeptoren andocken – und eben auch an der äußeren Membran von Lungenkrebszellen.

Tee-Nanopartikel in der Krebstherapie

Die Forscher untersuchten die behandelten Zellen unter anderem mit Durchflusszytometrie. Das ist ein Verfahren, bei dem die Zellen durchleuchtet werden und charakteristische Streumuster abgeben. Dabei konnten sie bestätigen, dass die Quantum-Dots aus Tee das Zellwachstum der Lungenkrebszellen in einer bestimmten Wachstumsphase stoppte.

Die Eigenschaft, dass sich die kleinen Nanopartikel im Zellgewebe anlagern, kann auch sonst in der Bildgebung bei Untersuchungen von Biogewebe nützlich sein. Das ist – neben der bisher im Labor gezeigten Wirkung auf die Krebszellen – ein anderer denkbarer Einsatz in der Medizin.

Die Fähigkeiten der Tee-Dots in Verbindung mit weiteren Wirkstoffen könnten langfristig die Krebstherapie verändern und eine gezieltere Behandlung der malignen Zellen ermöglichen. Bisher wird mit den konventionellen Cytostatika (für Chemotherapien) der gesamte Organismus geschwächt. Mit den Nanopartikeln als Wirkstoffträger hingegen ließen sich die Tumorzellen gezielt anvisieren.

Quantum-Dots stellen einen äußerst vielversprechende Weg in der Entwicklung neuer Behandlungsmethoden gegen Krebs dar.

Dr Sudhagar Pitchaimuthu

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Ausnahmen wie maßgeschneiderte, genombasierte Krebstherapien, sind bisher noch zu teuer, um sie Patienten tatsächlich grundsätzlich zugänglich zu machen. Die Nanomedizin mit den Quantum-Dots aus Tee könnte vieles verändern, doch die Warnungen der Forscher aus Swansea sollte man sehr ernst nehmen. Eine Wunderwaffe ist Tee deswegen noch lange nicht.

Wie Tee uns kreativ machen kann, das untersuchten zuvor bereits Forscher an der Peking Universität.

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