Leben

Nachhaltige Landwirtschaft: Jetzt kommt die Urban Farm

von Carola Franzke

Nachhaltig, bio und High-Tech: In der modernen Landwirtschaft entstehen interessante Projekte wie die Urban Farm. Sie werden unsere Gewohnheiten verändern.

Nachhaltige Landwirtschaft: Jetzt kommt die Urban Farm
Statt im weitläufigen Garten wachsen zukünftig Tomaten oder Brokkoli an der Hochhausfassade: Die Urban Farm nutzt die vertikale Bauform der Stadt zu ihrem Vorteil. Foto: Unsplash/Sven Scheuermeier

Das erfahren Sie gleich:

  • Neue Erkenntnisse verändern die Bio-Landwirtschaft
  • Moderne Landwirtschaft ist nachhaltig, innovativ und kreativ
  • Die Urban Farm lässt Gemüse in der Stadt wachsen

Landwirtschaft soll nachhaltig und bio sein

Vielen Verbrauchern ist Nachhaltigkeit wichtig. Nicht jeder muss heute noch zwingend ein Auto besitzen – Carsharing sei Dank. Viele, vor allem junge Leute sind außerdem lieber mit Fahrrad und ÖPNV unterwegs. Und auch gegessen wird am liebsten regional und frisch. Verallgemeinern kann man das natürlich nicht auf alle, aber der Trend ist klar und stellt die konventionelle Landwirtschaft auf den Prüfstand. Die Herausforderung liegt darin, große Mengen an Lebensmitteln nachhaltig und bevorzugt bio zu produzieren.

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Salat und Gemüse sollen vor Ort produziert werden – in den Städten ist aber kein Platz für konventionellen Gemüseanbau.

Wer über die Zukunft der Landwirtschaft diskutiert, denkt üblicherweise an den Hunger in der Welt und die schlimmen Umweltbelastungen durch Massentierhaltung. Einige Probleme könnten etwa durch Kunstfleisch aus dem Labor oder proteinreiche Lebensmittel aus Insekten gelöst werden. Andere Ideen gehen dahin, die Versorgungswege kurz zu halten, um die CO2-Bilanz zu verbessern: Salat und Gemüse sollen nicht mehr um die Welt gekarrt werden. Dazu müssten Nahrungsmittel möglichst vor Ort produziert werden – in den Städten ist aber kein Platz für konventionellen Gemüseanbau.

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Urban Farm heißt bald: Gemüse aus der City

Aus diesem Dilemma stammen Ideen wie der Gemüseanbau an Häuserfassaden. Hinter einem der vielen „Urban Farm“-Landwirtschaftsprojekte steckt der exzentrische Forscher Caleb Harper vom MIT (Massachusetts Institute of Technology). Er forscht daran, Brokkoli und Tomaten in einer Art Regalkonstruktion an Hochhausfassaden anzubauen. Harper ist der Auffassung, dass er den Wasserverbrauch gegenüber der konventionellen Landwirtschaft dabei um 98% senken kann, und er will Pestizide und Düngemittel überflüssig machen.

Sind Algenplantagen an Hauswänden die Zukunft?

Möglicherweise noch ressourcenschonender wäre der Ansatz, Algen zu züchten. Ein Professor von der Oregon State University, Chris Langdon, denkt über eine Rotalgenzucht nach, denn man brauche nur „ein bisschen Meerwasser und etwas Sonnenschein“, damit die Algen gedeihen. Sind also Algenplantagen an Hauswänden die Zukunft? Die guten Nährwerte von Algen sind schon lange bekannt, und in der asiatischen Küche werden verschiedene Sorten gerne verwendet. Die Idee könnte also durchaus salonfähig werden. Langdons Algensorte ist übrigens auch deshalb so spannend, weil sie – wenn man sie brät – nach Speck schmeckt.

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