Elektromobilität

Nachhaltige Energiewirtschaft mit alten Bus-Batterien im Wohnkomplex

von
Carola Franzke

Modellprojekt in Göteborg: Eine schwedische Wohnungsbaugenossenschaft will alte Batterien aus Bussen zum Speichern von Solarenergie nutzen.

Ein Modell des fertigen Wohnkomplexes der schwedischen Wohnungsbaugenossenschaft Riksbyggen in Göteborg.
Nachhaltige Energiewirtschaft auf einem völlig neuen Level: So sieht das Konzept der schwedischen Wohnungsbaugenossenschaft Riksbyggen aus. Foto: Riksbyggen / Tomorrow AB

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie alte Batterien aus Elektrobussen in Schweden ein neues Leben erhalten sollen
  • Wie das Pilotprojekt so Solarenergie für einen gesamten Wohnkomplex speichern will
  • Warum das Recycling von alten Batterien für eine nachhaltige Energiewirtschaft so ein wichtiges Thema ist

Die schwedische Wohnungsbaugenossenschaft Riksbyggen plant und baut eine Wohnanlage, die ein Vorzeigeprojekt in Sachen Nachhaltiges Wohnen sein soll. Der "Viva"-Komplex aus Mehrfamilienhäusern wird über eine Photovoltaikanlage mit Strom versorgt. Als Speicher für die Solarenergie sollen alte Bus-Batterien dienen.

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Für das innovative Wohnprojekt der Genossenschaft Riksbyggen haben der Energiedienstleister Göteborg Energi und der Wissenschaftspark Johanneberg mit Volvo Buses kooperiert. Letztgenannter stellt die großen Akkus zur Verfügung, die nach dem Einsatz in Lkw und Elektro-Bussen so ein zweites Leben erhalten.

In der Neubausiedlung nach nachhaltigen Prinzipien werden die alten Batterien aus Elektrobussen der Linie 55 in Göteborg verwendet. Sie dienen als Speicher für die Energie aus der Photovoltaikanlage auf den Dächern des Viva-Komplexes. Insgesamt 14 der alten Batterien werden zu einem Speicher mit 200 Kilowattstunden Kapazität zusammengeschlossen. Der Speicher soll einerseits überschüssigen Solarstrom für die spätere Verwendung speichern. Andererseits sollen sie zugekauften Strom aus dem nationalen Stromnetz speichern, wenn dort ein Überangebot an günstigem Strom herrscht.

Alte Batterien recyceln: So geht nachhaltige Energiewirtschaft

Für die Initiatoren des Pilotprojektes ist klar, dass eine langfristige Verwendung und Recycling von Batterien zu den großen Themen für die Energiewende und auch für Elektromobilität gehören. Die damit verbundenen Probleme müssen für eine wirklich nachhaltige Energiewirtschaft gelöst werden.

Erstens werden immer mehr große Stromspeicher in Pkw, Lkw und Bussen zum Einsatz kommen, damit die flächendeckende Verbreitung von Elektromobilität gelingen kann. Zweitens werden Stromspeicher insbesondere im Zusammenhang mit erneuerbaren Energien wie Wind- und Solarenergie gebraucht. Der Einsatz in Fahrzeugen erfordert Batterien mit hoher Effizienz.

Wenn diese im Laufe des Lebenszyklus von so einem Stromspeicher jedoch nachlässt, sind sie durchaus noch stationär weiterverwendbar. Als Pufferspeicher für erneuerbare Energien ist die Kapazität nicht mehr ganz so wichtig: Benötigen die Systeme mehr, lassen sich einfach mehr alte Batterien zusammenschließen. Das geht in einem Fahrzeug, wo Platzbedarf und Gewicht eine große Rolle spielen, eben nicht.

Stromspeicher für die moderne Energiewirtschaft machen ganz neue Modelle der Energieversorgung möglich, wie etwa das energieautarke Haus oder unabhängige Microgrids.

Eine Konzeptzeichnung des Wohnkomplexes des schwedischen Wohnungsbaugenossenschaft Riksbyggen.
Alte Bus-Batterien sollen in dem Wohnkomplex zum Einsatz kommen, um Solarenergie für Tage mit wenig Sonne zu speichern. Foto: Riksbyggen / Tomorrow AB

Gar nicht so ungewöhnliche Speicher für Solarenergie

Das schwedische Projekt ist weit gediehen, denn die ersten Mieter ziehen bereits in die Viva-Siedlung ein. Doch die Überlegung, alten Batterien auf diese Art ein neues Leben einzuhauchen, ist gar nicht so neu und ungewöhnlich, wie verschiedene Projekte – etwa von Daimler und Nissan – zeigen.

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Daimler betreibt in Lünen ein Großspeicherwerk mit etwa 13 Megawattstunden aus rund 1000 alten Batterien, während Nissan ein Projekt in Amsterdam realisiert hat. Dort dienen 148 Batterien aus Elektroautos als Pufferspeicher für das Solardach eines Fußballstadions.

In den USA gibt es eine andere Überlegung, wie die Batterien noch in den Bussen einen Zusatznutzen für das Stromnetz haben können: Elektro-Schulbusse sollen hier während ihrer Standzeiten als Zwischenspeicher für das öffentliche Stromnetz nutzen. Da die Schulbusse nur morgens und nachmittags fahren, macht diese Zeit den größten Teil des Tages aus.

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