Leben

Grünes Paradies: Nachhaltiger Urlaub in der Karibik

von Michaela Gerganoff

Traumurlaub in der Karibik - ist das nachhaltig möglich? Ja, das geht mit wenigen Maßnahmen. Und besonders gut auf Anguilla, Dominica, Nevis und Saint John.

Grünes Paradies: Nachhaltiger Urlaub in der Karibik
Türkisfarbenes Wasser, einsame Strände, tolles Wetter: Fernreisen tun der Seele gut - und können auch nachhaltig sein. Foto: Unsplash/Sebastien Jermer

Das erfahren Sie gleich:

  • Die Karibik lebt vom Tourismus, braucht aber nachhaltige Ansätze, um die Lebensräume zu schützen
  • Mit wenigen Maßnahmen kann jeder Urlauber zu einer korrekten Reise beitragen
  • Unter den 30 karibischen Inseln gibt es die vier Öko-Paradiese: Anguilla, Dominica, Nevis und Saint John

Urlaub in der Karibik boomt

Bunte Häuser, immergrüne Landschaften und kleine Buchten mit Sandstränden: Karibische Inseln wecken mit kitschiger Postkarten-Romantik die Sehnsucht nach dem Paradies. Kein Wunder also, dass der Tourismus dort boomt. Doch bei 29,3 Millionen Urlaubern im Jahr 2016 macht das „Wie?“ den entscheidenden Unterschied: Schon kleine Alltagsüberlegungen, etwa der Gebrauch von Bio-Sonnencreme – der Umwelt und den Fischen zuliebe – haben direkte Folgen.

Mit ein paar Maßnahmen kann jeder zu einer korrekten Karibik-Tour beitragen: Klimaneutral anreisen, Plastik vermeiden, das Natur- und Kulturerbe respektieren sowie die Einheimischen mit dem Kauf von regionalen Produkten unterstützen und in Öko-Unterkünften schlafen. Wer sich darüber hinaus engagieren möchte, findet Ideen bei Caribbean Volunteer Expeditions für Freiwilligen-Arbeit.

Bei der Wahl des Reiseziels fällt auf, dass es unter den über 30 üppig bewachsenen Inseln einige Vorreiter gibt, die wirklich „grün“ sind. An diesen Orten sorgen besonders viele nachhaltige Konzepte dafür, dass Natur und Mensch im Einklang bleiben

Grüner Farn
Grünes Paradies: Die meisten Inseln in der Karibik sind stark bewachsen. Foto: Unsplash/Evan Kirby

Klimaneutrale Anreise

Egal, wie umweltbewusst und nachhaltig der Urlaub vor Ort gestaltet ist: Den größten Effekt bei einer so einer Fernreise hat immer die Anreise. Da es kaum Alternativen zum Flugzeug gibt, kann der nachhaltig denkende Urlauber zum Beispiel auf der Seite Atmosfair seine CO2-Werte berechnen und direkt kompensieren: Der Hin- und Rückflug von Hamburg nach Nevis auf den Kleinen Antillen entspricht etwa 4823 kg CO₂ – das sind 111 Euro zugunsten von Klimaschutzprojekten.

Tiefenentspannung auf Anguilla

Hier fällt Nichtstun leicht – Auf Aguilla gibt es sogar einen eigenen Begriff dafür: „Liming“ ist die Kunst der totalen Entspannung. Auf den 90 Quadratkilometern der Insel gibt es keinen Berg, keine Sehenswürdigkeit – sie ist flach wie eine Flunder und lang wie ein „Aal“ (Anguilla auf Spanisch). Luxuriös entspannen kann man im Öko-Resort Reef by CuisinArt, direkt am Strand natürlich. Hier kommen 90 Prozent der Speisen aus der eigenen ersten hydroponischen Farm der Karibik: Ein System aus Gewächshäusern und Außen-Plantagen, das nicht nur Wasser spart, sondern Ertrag und Aroma steigert. Gäste dürfen bei der Ernte und der Zubereitung mithelfen. Die angeschlossene Solaranlage ist mit einer Trinkwasseraufbereitung verbunden, die Hotelgäste und Einheimische versorgt.

Gewächshaus des Reef by CuisinArt
Hier wächst was zusammen: Das Öko-Resort Reef by CuisinArt auf Anguilla baut den Großteil seiner Lebensmittel selbst an. Foto: The Reef by CuisinArt

Heiße Quellen auf Dominica

Zwischen Martinique und Guadeloupe liegt dieser kleine vulkanische Inselstaat, der auch „the nature island“ genannt wird. Kein Wunder, bei der unglaublichen Artenvielfalt: Hunderte seltener Pflanzen, Tiere und Vögel – wie etwa der Sisserou Papagei, der die Dominica-Flagge ziert – sind hier heimisch. Das kleine Antillen-Eiland ist ein ökologischer Schatz, den es zu bewahren gilt: Schon seit langem unterstützen die Behörden auf Dominica nachhaltige Projekte. Dazu speisen etwa erneuerbare Energien diverse Öko-Lodges und -Resorts mit dem Ziel, die Insel besonders energieeffizient zu machen. Charmant sind aber auch Back-to-the-roots-Bungalows, etwa die Rosalie Forest Eco Lodge, die nur zu Fuß zu erreichen ist. Der Urlauber erkundet Dominica am besten beim slow travelling, bei einer achtsamen Wanderung. Dschungelpfade führen von Wasserfällen zu sprudelnden heißen Quellen und Buchten mit schwarzem Sand. In der Zeit von Januar bis März kann man vor der Küste Wale beobachten – einer der besten Spots dafür in der Karibik!

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Naturschutzgebiete auf Saint John

Wie gut, dass zwei Drittel der amerikanischen Virgin Islands zum Nationalpark erklärt wurde – dadurch bleibt die Insel Saint John mit den zahllosen idyllischen Spots noch relativ unberührt. Auch die Unterwasserwelt ist atemberaubend: Dichte Korallenriffs laden zum (umsichtigen!) Schnorcheln vor der Küste ein. Schon mal von „Trash to Treasures“ gehört? Nach diesem Prinzip wird anfallender Müll zu Handwerk und Kunst verarbeitet und verkauft. Beim Töpfern oder in der Textilwerkstatt können Urlauber auf Saint John auch mitmachen. (Ein naturnahes Übernachtungs-Erlebnis bieten die Öko-Zelte Concordia, die nach der Zerstörung des Hurrikan Irma gerade wiederaufgebaut werden.)

Schnorchler im Wasser
Wasserwelt: Die Korallenriffs vor Saint John sind atemberaubend - Urlauber sollten beim Schnorcheln aber sehr umsichtig sein. Foto: Unsplash/Dan Gold

Vulkanlandschaft auf Nevis

Mehr Affen als Menschen bevölkern die Insel Nevis, die zu den Kleinen Antillen gehört und neben St. Kitts liegt. Nicht nur Gebirgshänge mit Regen- und Bergnebelwäldern machen Nevis zum „grünsten Ort der Erde“ – absehbar sollen hundert Prozent der Energiegewinnung aus geothermalen Quellen stammen. Die Vulkan-Landschaft sorgt neben dramatischen Ausblicken auch für fruchtbaren Boden: Allein über vierzig verschiedene Mango-Sorten wachsen auf dem Weg zum Gipfel „Nevis Peak“, der auf 985 Meter liegt. Als Basis empfiehlt sich die nachhaltige Strand-Lodge Oualie Beach mit ihren Häusern im Kolonial-Flair. Hier kann man auch gut einen Ruhetag einlegen und eine wichtige Wahl treffen: lieber Schnorcheln oder in der Hängematte chillen?

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