Elektromobilität

München fährt auf Elektrobusse ab

von
Paul Bandelin

Sechs neue Elektrobusse sollen in München die Elektromobilität vorantreiben. Das ist aber nur der Anfang, denn die MVG hat noch viel größere Pläne.

Blick vom Olympiaturm auf den Westen der Stadt
Für eine noch grünere Stadt: Der öffentliche Nahverkehr soll in München zunehmend elektrisch unterwegs sein. Foto: Shutterstock / Nenad Nedomacki

Das erfahren Sie gleich:

  • Welche Pläne die Münchner Verkehrsgesellschaft für ihre gesamte Flotte verfolgt
  • Welche Ansprüche die Verkehrsbetriebe an die Elektrobusse haben
  • Welche andere Großstadt den Umstieg in die Elektromobilität plant

Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) plant die Zukunft – und die ist elektrisch. Schon Ende 2019 soll eine komplette Buslinie in der bayrischen Landeshauptstadt elektrisch fahren. MVG-Chef Ingo Wortmann: „Die Umstellung unseres kompletten Netzes auf Elektrobusse beginnt jetzt! Wir wollen unsere gesamte Flotte auf Elektrobusse umstellen, um in Zukunft unabhängig vom Öl zu sein.“

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Seit Oktober 2017 sind bereits zwei elektrisch betriebene Busse in der Metropole unterwegs und haben sich bislang bewährt. Bevor die Flotte gänzlich elektrisch fährt, gibt es noch ein paar Fragezeichen, die es auszuräumen gilt.

Zuverlässig wie ein Verbrennungsmotor?

Mitte 2019 sollen die nächsten Elektrobusse ihren Weg auf die Straßen der Stadt finden. Die sechs von der MVG bestellten Modelle – vier Solo- und zwei Gelenkbusse – müssten bis dahin geliefert sein. Dann gilt es die Fahrzeuge ausgiebig zu testen. Dazu zählt unter anderem die Nutzung im Hochsommer und bei Minusgraden im Winter.

Zudem ist wichtig, dass sie vollgeladen auf eine Reichweite von 280 Kilometern kommen und auf dem Betriebshof eine entsprechende Ladeinfrastruktur entsteht. Kurz: Sie müssen ebenso wirtschaftlich und zuverlässig sein wie ihre Diesel-Pendants. Bewähren sie sich, will die Stadt im zweiten Schritt 16 weitere Solo- sowie acht zusätzliche Gelenkbusse ordern.

Ingo Wortmann sagt voraus: „Elektrobusse werden in einigen Jahren Standard auf Deutschlands Straßen und in München sein, wenn die derzeit noch vorhandenen Schwachstellen konsequent abgebaut werden.“ Allerdings müssen die Fahrzeuge technisch noch etwas zulegen: „Wichtig ist vor allem, dass die Batterien noch leistungsfähiger werden, effiziente Heiz- und Kühlsysteme wie etwa Wärmepumpen zu entwickeln und die E-Busse leichter zu machen“, so Wortmann.

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Grüne Elektrobusse für Hamburg

Die Münchner Elektrobusse kommen aus dem niederländischen Eindhoven. Dort hat der Fahrzeugbauer Ebusco seinen Sitz. Den Antrieb der Busse übernimmt ein 168 PS starker Elektromotor, den wiederum ein 362 Kilowattstunden großer Lithium-Eisen-Phosphat-Akku nährt. Bis die Busse einmal vollgeladen sind, dauert es an einer 75-Kilowatt-Ladestation rund vier Stunden. Ein Wermutstropfen ist derzeit noch der Preis – ein Betrag zwischen 500.000 und 650.000 Euro ist pro Modell fällig, was ungefähr dem Doppelten eines Dieselbusses entspricht.

Neben München wollen auch andere deutsche Städte Elektrobusse in ihr öffentliches Nahverkehrsnetz einbinden. Der HVV in Hamburg will etwa seine Flotte ab 2020 nur noch mit grünen Bussen verstärken. Darüber hinaus soll in der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden die Flotte in spätestens vier Jahren komplett aus Elektrobussen bestehen.

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