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Mode und noch viel mehr: Jetzt entdecken alle Recycling!

von Sabrina Lieb

Mode und noch viel mehr: Jetzt entdecken alle Recycling!
Olle Klamotten: Recycling kommt jetzt voll in Mode. Foto: Shutterstock / kipgodi

Das erfahren Sie gleich:

  • Immer mehr Produkte bestehen aus Recyling-Material
  • 3D-Drucker nutzen alte Pfandflaschen als Material
  • Designer machen Mode aus Altpapier und Plastikmüll

Recycling hatte früher immer so ein muffiges Images. War nötig und sinnvoll, aber jetzt nicht gerade sexy. Das hat sich gewaltig geändert: Sowohl Technikfirmen als auch Modelabels bringen coole Produkte aus wiederverwendeten Materialien.

Alte Milchtüten? Recycling ist viel mehr!

Recycling, na klar, kennen wir alle. Milchtüte in den gelben Sack, ab aufs Förderband in der Müllanlage, und irgendwann kommt dann eine neue Milchtüte raus. Oder irgendein anderes Ökomaterial, ist ja auch egal. Hauptsache, es ist nachhaltig. Immerhin will will die EU erreichen, dass bis zum Jahr 2030 rund 70 Prozent der Siedlungsabfälle und etwa 80 Prozent der Verpackungsabfälle recycelt werden. Aber was kaum jemand weiß: Dabei geht es inzwischen um viel mehr als nur um wiederverwendete Milchtüten oder Taschentücher aus Altpapier.

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3D-Drucker nutzt Pfandflaschen

Ein 3D-Drucker, der mit Hilfe von recyceltem Material druckt – der Ekocycle Cube 3D-Drucker von 3D Systems hat diesbezüglich bereits einen Anfang gemacht. In den Druckerkartuschen sind 25 Prozent recyceltes Material enthalten, was rund drei Cola-Plastikflaschen entspricht. Mit einer 70-Mikrometer-Auflösung kann der Drucker Objekte von bis zu sechs Zentimeter Größe drucken. Der Verkaufspreis liegt derzeit bei rund 1000 Euro. Einen ähnlichen Ansatz verfolgt Protoprint im indischen Pune. Müllsammler bringen dort Plastikflaschen in Werkstätten, die das Plastik in 3D-Druckmaterial umwandeln. Damit leistet das Unternehmen nicht nur einen Beitrag zur Ressourcenschonung, sondern schafft auch Arbeitsplätze: Vor allem in der dritten Welt verdienen viele Menschen als sogenannte Müllsucher ihr täglich Brot.

Busticket als Lohn fürs Recycling

Wer kennt das nicht: In vielen Städten der Welt wird Leergut schnell mal eben in den nächsten Mülleimer geworfen, weil der Weg zum nächsten Supermarkt dann doch zu weit ist. Die australische Metropole Sydney will das ändern und hat als Startschuss bereits zwei Leergut-Rücknahmeautomaten in der Stadt aufgestellt. Diese nehmen ausschließlich recycelbares Leergut an. Für jede eingeworfene Pfandflasche oder -dose gibt es ein Busticket oder einen 2-für-1-Gutschein für einen Food-Truck.

Nachhaltige Mode vom Designer

Dass Wiederverwertung auch in der Mode Trend ist, beweist ein Blick auf Vetements. Das Pariser Label hat sich längst in die Riege der begehrten Modemacher gehievt. Alte Jeans von Levi's werden neu zusammengenäht und dann für über 1000 Euro wieder verkauft. Trotz der stattlichen Preise sind die sogenannten Reworked Jeans heiß begehrt und ständig ausverkauft. Inzwischen habe sich auch eine ganze Reihe weiterer Modemacher auf den Weg gemacht. So vernäht das Schweizer Label Freitag beispielsweise alte Lkw-Planen zu Taschen. Rucksäcke aus PET-Flaschen gibt es aus der Kölner Kreativschmiede Pinqponq, und Nudie hat just die erste Jeans aus Altpapier auf den Markt gebracht.

Adidas hat sogar einen ganzen Schuh aus Plastikmüll gemacht.

Mud-Jeans aus Holland bietet gar ein Jeans-Abo an, bei dem man nach einer bestimmten Laufzeit automatisch eine Jeans zur Miete oder zum Kauf zugeschickt bekommt und seine alte zurückgeben kann, die dann entweder weitervermietet, verkauft oder recycelt wird.

Nachhaltige Mode vom Designer
Designstück: Der Rucksack von Pinqponq stammt aus alten PET-Flaschen. Foto: F. O. BAGS GmbH

Wer meint, Recycling in der Modebranche sei nur eine Innovation unter Startups, der täuscht. Auch im mittelfränkischen Herzogenaurach wird bereits fleißig nachgelegt. So hat der Sportartikelhersteller Adidas vergangenen Sommer einen ganzen Schuh aus Plastikmüll gemacht. Und der kam nicht etwa von der nächsten Müllkippe, sondern von dort, wo bereits rund Hundert Millionen Tonnen Kunststoff herumtreiben und jedes Jahr mehr als acht Millionen Tonnen hinzukommen: aus dem Meer.

Der Recycling-Designpreis

Um nachhaltige Mode-, Textil-, Möbel- und Alltagsprodukte aus gebrauchten Materialien auszuzeichnen, gibt es seit 2007 den Recycling-Designpreis. Ausgerichtet von der Recycling-Börse des Arbeitskreises Recycling e.V. im nordrhein-westfälischen Herford, ist der Wettbewerb derzeit der einzige weltweit, der sich für die Förderung der Ressourcenschonung und zur CO2-Vermeidung in der Produktentwicklung einsetzt. Mit dem Ziel, den verborgenen Sinn weggeworfener Dinge zu entdecken und nutzbar zu machen, werden Entwicklungen aus alten Materialien, wie beispielsweise Sperrmüll, Schrott oder industriellen und handwerklichen Produktionsrückständen gefordert.

Und vielleicht sind mit den innovativen Ideen der Unternehmen auf der einen Seite und solchen Initiativen auf der anderen Seite die ambitionierten Quoten der EU doch noch zu erfüllen. Eventuell kaufen Sie demnächst ja auch mal etwas aus Recycling-Material. Ihre Milchtüten gehören aber natürlich weiter in den gelben Sack!

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