Leben

Modal Split: Verteilung in Deutschland und der Welt

von
Thomas Pitscheneder

Der Modal Split ist entscheidend für den modernen Verkehr und die Entwicklung von Städten. Doch was steckt eigentlich hinter dem Begriff?

Fahrrad und Auto auf einer Straße
Ob sich die Bürger von Städten mit dem Fahrrad, dem Auto, dem Bus oder zu Fuß bewegen, macht einen großen Unterschied. Diese Verteilung ermittelt der Modal Split. Foto: Getty Images/Maskot

Das erfahren Sie gleich:

  • Was Modal Split ist und wozu er dient
  • Wie der Modal Split in deutschen Großstädten aussieht
  • Warum der Modal Split auch tiefere Einblicke in den Verkehr erlaubt

Immer wieder kommen Fachbegriffe rund um den Verkehr zur Sprache, die kaum jemand auf Anhieb versteht. Dazu gehört auch "intermodaler Verkehr". Dabei beschreibt das Prinzip nichts anderes, als die Nutzung von verschiedenen Verkehrsmitteln auf einer Strecke. Ähnlich verhält es sich bei "Modal Split". Auch dahinter versteckt sich ein einfaches Prinzip.

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Das betrifft jeden, der sich im öffentlichen Verkehr bewegt. Doch was ist der Modal Split und wie sieht in der Deutschland und dem Rest der Welt aus?

Modal Split: Ein Begriff aus der Verkehrsstatistik

Im täglichen Sprachgebrauch kommt Modal Split nicht vor. Vielmehr entstammt der Begriff der Statistik. Er beschreibt die Verteilung der Reisenden auf die verschiedenen Verkehrsträger. Es handelt sich also um eine Darstellung, welchen Anteil der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV), das Auto, das Fahrrad und der Fußgänger am gesamten Verkehr einnimmt.

Diese Erhebung ist wichtig für die Städte, denn sie trägt entscheidend zur Verkehrsplanung bei. Fahren etwa in einer Stadt wenige Menschen mit dem Auto, ist ein starker ÖPNV auf der Straße und Schiene notwendig. Ist der Anteil an Fahrradfahrern hoch, muss die Stadt mehr Geld in den Ausbau der Radwege stecken. Trägt hingegen der Pkw-Verkehr die höchste Verkehrsleistung, braucht es entsprechende Straßen. Der Modal-Split-Anteil beschreibt also die Verkehrsmittelwahl und gibt ihre Auswirkungen vor.

Deutsche Großstädte: Nur knapp die Hälfte fährt Auto

Im Dezember 2017 veröffentlichte der Deutsche Bundestag eine wissenschaftliche Dokumentation zum Modal Split in Großstädten. Die Daten stammen größtenteils aus dem Jahr 2014. In der Landeshauptstadt Berlin fuhren demnach 32 Prozent der Einwohner im motorisierten Individualverkehr (MIV). Den ÖPNV nutzten 27 Prozent der Bevölkerung. 28 Prozent gingen hingegen zu Fuß und 13 Prozent nutzten das Fahrrad. So sieht die Verteilung in den anderen Großstädten aus:

Modal Split in deutschen Großstädten

  • Stadt
  • Fahrrad
  • Zu Fuß
  • ÖPNV
  • MIV
  • Hamburg
  • 12
  • 28
  • 18
  • 42
  • München
  • 17,4
  • 27,2
  • 22,8
  • 32,5
  • Stuttgart
  • 5,0
  • 26,0
  • 24,0
  • 45,0
  • Düsseldorf
  • 12,5
  • 31,4
  • 22,1
  • 33,6
  • Bremen
  • 25,0
  • 21,0
  • 14,0
  • 40,0
  • Dresden
  • 16,0
  • 21,8
  • 21,0
  • 41,3
  • Hannover
  • 19,0
  • 25,0
  • 19,0
  • 38,0
  • Wiesbaden
  • 3,0
  • 25,0
  • 15,0
  • 56,0

Daten aus der Dokumentation "Modal Split in ausgewählten deutschen Großstädten" des Deutschen Bundestags. Erhebung vom August 2014. Alle Werte in Prozent.

Eine Übersicht für das gesamte Land gibt es im Bericht "Mobilität in Deutschland". Der stammt aus dem Dezember 2018 und blickt auf den hochgerechneten Modal Split. Demnach sind in Deutschland 43 Prozent selbst mit einem MIV unterwegs, 14 Prozent sind Mitfahrer. 10 Prozent nutzen den ÖPNV, während 11 Prozent das Fahrrad nehmen. Zu Fuß gehen bundesweit 22 Prozent.

Modal Split weltweit: Große Unterschiede in Millionenstädten

Die Mobilität gestaltet sich in den Ländern der Welt zum Teil sehr unterschiedlich. In manchen Gegenden legen die Menschen Wege lieber mit dem Fahrrad zurück, in anderen ist das Auto das bevorzugte Verkehrsmittel. In Peking ist etwa der Radverkehr mit rund 32 Prozent besonders stark vertreten. In der US-Metropole Dallas fahren 89 Prozent lieber mit dem Auto. Der ÖPNV spielt hingegen in Delhi eine große Rolle – mit 48 Prozent Anteil. Zu Fuß gehen offenbar die Bewohner von Barcelona sehr gerne. Für 40 Prozent ist das die bevorzugte Art durch die Stadt zu kommen.

Anzumerken ist allerdings, dass die Zahlen zum Teil noch aus dem vergangenen Jahrzehnt stammen. Eine solche Erhebung ist mit einem großen Aufwand verbunden. Deshalb kommt es nur alle paar Jahre oder gar Jahrzehnte zu einer Überprüfung des Modal Split. Durch die Elektromobilität, Carsharing und die geplanten Flugtaxis dürfte sich die Verteilung vielerorts stark verändern.

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Modal Split: Tiefere Einblicke in den Verkehr

Der Modal Split kann aber noch eine Ebene tiefer gehen. Genauer beschreibt er in mancher Statistik auch die Anteile verschiedener Fahrzeuge im Personenverkehr und Güterverkehr. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur unterscheidet bei seiner Erhebung etwa zwischen "Mopeds und Motorrädern", "Pkw und Kombis", "Lkw und Sattelzugmaschinen" sowie "Sonstigen Kraftfahrzeugen". Zu letzteren gehören etwa gewöhnliche Zugmaschinen und Sonderkraftfahrzeuge.

Ein Blick auf die Zahlen der vergangenen Jahrzehnte zeigt, dass die Deutschen immer mehr Kilometer motorisiert zurücklegen. So fuhren sie etwa 1996 noch rund 539,5 Milliarden Kilometer mit dem Auto, 2016 waren es bereits 649,6 Milliarden Kilometer. Bei Bussen ist die Entwicklung hingegen rückläufig. Der Güterverkehr legte mit 63,5 zu 88,3 Milliarden Kilometer hingegen ordentlich zu.

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